Grenzenlose Gastfreundlichkeit und Elend, das fassungslos macht

Laura Eckert, World-Vision-Jugendbotschafterin, umringt von Kindern in #Äthiopien (Foto: World Vision)

Im November 2014 reisten die World Vision-Jugendbotschafterinnen Laura Eckert und Joana Riedel für eine Woche nach Äthiopien, um hautnah mitzuerleben, was Armut bedeutet und wie unsere Projekte dazu beitragen, die Lebensbedingungen vieler Kinder und Familien zu verbessern. Hier schreibt Laura, was sie auf der Reise erlebte.

Wir wollten die Kultur und die Menschen in Äthiopien kennenlernen, aber vor allem das Projektgebiet Lalo Assabi besuchen. Nach einigen Tagen Aufenthalt in der Hauptstadt Addis Abeba, wo wir erste Eindrücke gewinnen konnten, machten wir uns, begleitet von einheimischen World Vision Mitarbeitern, auf nach Lalo.

Neun Stunden Autofahrt, das ist eine ganze Menge, aber gleichzeitig bedeutet das viel Zeit, um die Landschaft zu betrachten und die Schönheit des Landes zu genießen, was wir in vollen Zügen auskosteten. Da die Regenzeit erst vor einigen Wochen zu Ende gegangen war, konnten wir Äthiopien in seiner vollen, grünen Pracht erleben. Wir bekamen wunderschöne Pflanzen, kleine und große Affen und viele verschiedene Lebewesen zu Gesicht, die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Unser Ziel für diesen Tag war Gimbi zu erreichen, wo wir übernachteten und von dort aus am nächsten Tag nach Lalo Assabi aufbrechen konnten.

Nun hatten wir schon viele neue Erfahrungen gesammelt, das typische Nationalgericht „Injera“, ein weich gesäuertes Fladenbrot aus Teff-Mehl, gekostet, äthiopische Musik gehört und uns in Addis Abeba mit Jugendlichen unterhalten. Doch trotzdem konnten wir uns noch nicht richtig ausmalen was uns schließlich im World Vision Projektgebiet Lalo Assabi erwarten würde.

Hand in Hand mit den Menschen

Wir waren überrascht von der grenzenlosen Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit mit der wir allerorts empfangen wurden. Kinder rannten auf uns zu, sangen für uns und vollzogen eine traditionelle Kaffeezeremonie, als wir eine Schule besuchten. Dabei wurde frischer Kaffee direkt vor unseren Augen geröstet, zerstampft und aufgebrüht und zusammen mit kleinen Knabbereien serviert. Zu sehen, was die Projektarbeit vor Ort alles verändern konnte, war ein unglaublich tolles Erlebnis, das uns sicherlich alle sehr geprägt und verändert hat.

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Nicht nur schulische Projekte wurden uns vorgestellt, sondern auch Gesundheitszentren und vieles mehr. Überall konnte man erkennen, wie die Bevölkerung mit den einheimischen Mitarbeitern Hand in Hand zusammenarbeitet und dass daraus auch der Erfolg der Arbeit geschöpft wird.

Hunger als Ansporn

Leider bekamen wir bei unserer Reise durch das Land auch viel Trauriges zu Gesicht. Das hat uns nachdenklich gemacht aber auch den Ansporn verliehen, um die diesjährige 24-Stunden-Hunger-Kampagne mit sehr viel Motivation und Elan anzupacken. Besonders die Kinder, die man oftmals lediglich in Lumpen gekleidet und auf sich alleine gestellt auf der Straße zu Gesicht bekam, versetzten mich in Fassungslosigkeit. Hunger und Elend waren allgegenwärtig und genau dagegen möchten wir mit Hunger24 ankämpfen.

Diese Reise war eine einmalige Erfahrung, die ich niemals missen möchte und für die ich sehr dankbar bin, ich werde immer mit Freude auf die neuen Bekanntschaften und das interkulturelle Zusammenkommen zurückblicken und mich nun umso mehr für benachteiligte Menschen in aller Welt einsetzen!

4 Kommentare

  1. Rosi Rodriguez, 22. Januar 2015

    Ich finde es überaus lobenswert, dass es junge Menschen gibt, die sich ehrenamtlich als Jugendbotschafter engagieren. Die zwei Artikel sind sehr interessant und ich denke das es den zwei Frauen viel gebracht hat zu sehen wie die Menschen wo anders leben müssen und trotzdem freundlich und glücklich sind. Es war auch sehr interessant zu lesen was World Vision mit dem gespendetem Geld alles bewirkt.
    Ich hoffe, dass die Artikel von vielen gelesen werden und sich manch einer für ein Patenkind oder Spende entscheidet.

  2. Laura Eckert, Jugendbotschafterin, 22. Januar 2015

    Hallo,
    vielen Dank für den freundlichen Kommentar.
    Das Ziel der Jugendbotschafter ist es, vor allem Jugendliche zu motivieren, sich ebenfalls für benachteiligte auf aller Welt einzusetzen.
    Joana und ich, hatten das Privileg durch diese Reise einmal mit eigenen Augen sehen zu dürfen, dass es selbstverständlich nicht überall ist wie bei uns in Europa.
    Natürlich haben nicht alle Jugendlichen die Möglichkeit, eine solche Erfahrung zu machen, genau deshalb möchten wir aber auf verschiedenen Wegen, wie zum Beispiel durch diesen Artikel, oder auch auf persönlichem Wege, von dem Erlebnis Äthiopien berichten und damit ein Interesse an Entwicklungsarbeit zu wecken.
    Wir hoffen auf eine große Teilnahmebereitschaft in Deutschland am diesjährigen Hungertag.
    Liebe Grüße,
    Laura.

  3. Salvatore Rinallo, 22. Januar 2015

    Hallo Laura,
    der Artikel ist wirklich schön. Gerne werde ich am Hungertag 2015 teilnehmen und ihre Veranstaltung dazu besuchen.
    Auch ich bin überzeugt von der Arbeit die World Vision leistet und habe mich auch schon an der Aktion ” Das Gute Geschenk” beteiligt.
    Liebe Grüße und viel Erfolg!
    Salvatore.

  4. Laura Eckert, Jugendbotschafterin, 22. Januar 2015

    Hallo Salvatore,
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Ich freue mich sehr, dass du meine Aktion zum Hungertag besuchen willst und hoffe, dass noch viele weitere deinem Beispiel folgen.
    Liebe Grüße,
    Laura.

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