Nawatakia mwaka mwema wenye mafanikio na salamu kutoka Nairobi!

L1040395_Nachthimmel

Das heißt: Ein frohes neues Jahr und viele Grüße aus Nairobi! Seit Oktober 2014 lebe und arbeite ich nun in der Millionenstadt am Rande des Rift Valleys. Der einjährige Aufenthalt ist Teil des Trainee-Programms, das ich bei World Vision Deutschland absolviere. In Deutschland habe ich zuerst als Projektassistentin und dann als Trainee in der Abteilung Humanitäre Hilfe gearbeitet. Nun werde ich ein Jahr im Somalia-Büro von World Vision tätig sein.

Da die Sicherheitslage in weiten Teilen Somalias sehr unsicher ist, kann ich wie die anderen internationalen Mitarbeiter nicht permanent vor Ort arbeiten und bin daher in Nairobi stationiert.

Nairobi ist eine afrikanische Metropole mit rund drei Millionen Einwohnern und allen Vor- und Nachteilen eines Grossstadtlebens. Das Verkehrschaos nimmt teilweise epische Ausmasse an. Für meinen Weg zur Arbeit sollte ich eigentlich nicht mehr als 15 Minuten benötigen. Kommt es jedoch hart auf hart, kann es auch mal zwei Stunden dauern – für eine Strecke von 7,5 Kilometern! Dafür bekommt man als Weltenbummler alles, was das Herz begehrt:  Von Nairobi aus kann man wunderbare Ausflüge ins Rift Valley, an den Lake Naivasha oder in einen der zahlreichen Nationalparks unternehmen. Der Nairobi National Park zum Beispiel liegt direkt vor den Toren der Stadt.

Alles was das reisende Herz begehrt - und die Giraffen fressen mir aus der Hand!

Alles was das reisende Herz begehrt – und die Giraffen fressen aus der Hand!

Neben der Finanzierung gehört das Projektmanagement zu den Aufgaben, die ich hier trainiere. Dazu zählten das Verfassen von Zwischen- und Endberichten über unsere Projekte, das Projektmonitoring (überprüfen, ob das Projekt nach Plan umgesetzt wird und ggf. eingreifen und unterstützen), Projektbesuche und die Durchführung von Schulungsmaßnahmen für unsere Mitarbeiter vor Ort.

Zu meinen Projekten im World Vision Somalia-Büro zählt das Somalia Resilience Program, ein gemeinsames Projekt von sieben internationalen Nichtregierungsorganisationen, die seit mehreren Jahren mit Nothilfe- und Entwicklungsprogrammen in Somalia präsent sind. Ziel des Konsortiums ist es, in weiten Teilen des Landes die Widerstandskraft der somalischen Bevölkerung gegen Dürreperioden und damit verbundene Krisen zu stärken. World Vision leitet das Konsortium, koordiniert die Maßnahmen aller Mitgliedsorganisationen und berät fachlich.

Hier bespreche ich mit meinem Kollegen Paul Gol im Somalia-Büro den Projektzyklus

Hier bespreche ich mit meinem Kollegen Paul Gol im Somalia-Büro den Projektzyklus

Ab Frühjahr werde ich zudem ein von der europäischen Union (DEVCO) finanziertes Projekt übernehmen. Dabei sollen benachteiligte Frauen und Mädchen, Schulabbrecher, arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene, Menschen mit Behinderung, ehemalige Kindersoldaten sowie Binnenvertriebene in der Region Puntland eine Berufsausbildung erhalten, um später auf eigenen Beinen stehen zu können. Es warten also viele spannende Aufgaben auf mich!

Bereits in meiner ersten Arbeitswoche ging es turbulent zu. Aufgrund der sich dramatisch verschlechternden Lage rief das Büro für Somalia den humanitären Notstand aus. Ausbleibende Regenfälle und längere Dürreperioden hatten in großen Teilen Süd-Zentral Somalias zu Ernteausfällen geführt. Darüber hinaus verschärften gewaltsame Auseinandersetzungen und ein Preisanstieg bei Lebensmitteln die Lage der Bevölkerung. Die Wasserversorgung brach zusammen und viele Menschen, darunter unzählige Kinder, litten unter Hunger. Insgesamt waren 3,2 Millionen Menschen betroffen. Obwohl sich die Situation mittlerweile ein wenig stabilisiert hat, leiden insbesondere die Binnenflüchtlinge, also die Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht sind, immer noch an Hunger und Unterernährung. Diese sich langsam entwickelnden Katastrophen werden im Gegensatz zu akut auftretenden Naturkatastrophen von der Weltöffentlichkeit leider kaum wahrgenommen.

Für das Neue Jahr wünsche ich mir daher, dass solche „vergessenen Katastrophen“ wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Und natürlich bin ich gespannt was 2015 für mich in Nairobi bereit hält und freue mich auf ein Jahr voller neuer Erfahrungen! Baadaye!

Anne Hölscher, Trainee Humanitäre Hilfe bei World Vision Deutschland, berichtet im World Vision Blog regelmäßig über ihre Arbeit für Somalia.

Aktuelle Infos zu unserem Trainee-Programm und zu Trainee-Stellenausschreibungen gibt’s hier.

Schreiben Sie einen Kommentar


2 × = zwei