Leben und Arbeiten in Westafrika – eine Kollegin berichtet von ihrer Zeit vor Ort

JH in Westafrika

Von Judith Haase

Vor einigen Wochen habe ich das World Vision Buero in Deutschland verlassen, ein paar grosse schwere Koffer gepackt und mein Leben nach Afrika verlagert.

Nach meiner Arbeit als Fachreferentin fuer Ernaehrung und Gesundheit bei World Vision Deutschland habe ich nun seit Kurzem eine Stelle im World Vision Westafrikabuero aufgenommen, bei der es neben dem Ernährungs- und Gesundheitsfokus auch schwerpunktmaessig um die Akquise und das Management öffentlich finanzierter Projekte geht. Die Arbeit im Regionalbüro Westafrika ist besonders spannend, weil man sich nicht nur auf ein Land, sondern in meinem Fall gleich auf acht Laender einlässt.

JH 1

Da wird es themenmässig nicht langweilig und auch die Arbeit vor Ort in den jeweiligen Ländern wird viele interessante Aspekte mit sich bringen. Neben dem Senegal, wo ich im naechsten Jahr wohnen werde, sind Mali, Mauretanien, Ghana, Niger, Tschad sowie die aktuellen Brennpunktländer Sierra Leone und die Zentralafrikanische Republik auf meinem Radar. Bereits in den ersten Tagen hier konnte ich während eines regionalen Strategieplanungstreffens wichtige Vertreter aus den jeweiligen Ländern kennenlernen. Ich bemerke seit meiner Arbeit bei World Vision häufig den grossen Vorteil in der Zusammenarbeit mit den Kollegen, wenn man sich erstmal persönlich kennengelernt hat.

Im World Vision Westafrikabüro kann man sich leicht wie auf einem Bahnhof fühlen – Kommen und Gehen hat hier hohe Frequenz. Einige Kollegen haben ihre Basis in Dakar, unterstützen aber wie ich die verschiedenen Länder und sind damit viel auf Achse. Kürzlich mussten die Kollegen aus der Zentralafrikanischen Republik aufgrund der Sicherheitslage evakuiert werden und kamen ebenfalls hier ins Buero in Dakar. Auch Kollegen, die zur Bekämpfung der Ebola Epidemie Mittel einwerben, sind momentan in Dakar stationiert. Die einzigen stetigen Buerokräfte sind die, die im Administrations- und Personalbereich arbeiten.

Einen ersten Einblick in die ländliche Gegend ausserhalb Dakars gewann ich, als ich Mitte Oktober einen Geber in ein Projekt begleitete. Wir fuhren am frühen Morgen von Dakar los in die Fatick Region, um dort ein Schulprojekt und ein Projekt zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung zu besuchen. JH 3

 

Besonders das zweite Projekt war inspirierend für mich. Wir trafen bei dem Besuch in einem grossen Wirtschaftsraum auf Frauen, die verschiedene Hirsevarietäten verarbeiteten und dann auf Märkten verkauften.

JH  5

Die Frauen wurden neben der Hirseverarbeitung auch in der Herstellung von Erdnussöl geschult und hatten in ihrer „Manufaktur“ das entsprechende Equipment.

JH 2

Die Frauen waren sehr positiv gestimmt, weil sie mit ihrer Arbeit zum Familieneinkommen beitragen und sich ein Stück Unabhaengigkeit schaffen können. Unter anderem bei diesem Besuch, aber auch im täglichen Leben in Dakar merkte ich schnell, dass ein paar Worte „Wolof“ – die meist verbreitete lokale Sprache neben Franzoesisch – sehr hilfreich sind.

Hier eine kleine Kostprobe Wolof:

„Salaamaalekum! – Gruess Gott

„Maalekum salaam!“– (der erwiderte Gruss)

 

oder:

„Na nga def?“ – Wie geht es Ihnen

„Maa ngi fi rekk.“ – Mir geht es gut.

Nun noch kurz zu Dakar: Nach eingänglichen Herausforderungen im neuen Land, habe ich nun schon viele schöne Seiten der Stadt kennengelernt und festgestellt, dass dieses Fleckchen Erde sehr gut zum Ankommen und Leben ist.

JH 6

Das Meer vor der Haustür bietet Möglichkeit sich neuen Sportarten zu widmen und das Essensangebot ist neben dem klassischen „Poisson Yassa“ (ein riesiger Berg Reis mit gedünsteten Zwiebeln und gegrilltem Fisch) sehr vielfaeltig und sättigt auch europäische Mägen ohne Probleme.

JH 7

JH 8

Falls Sie unsere Arbeit vor Ort unterstützen möchten, können Sie sich hier gerne informieren:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft.php

Was eine Kinderpatenschaft ausmacht:

http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft-was-eine-kinder-patenschaft-ausmacht.php

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar


neun × 7 =