Zyklon Pam fegt über Vanuatu

Viele Gebäude konnten den starken Kräften nicht standhalten.

In der Nacht zu Samstag hat einer der stärksten je im Pazifik gemessenen Wirbelstürme den Inselstaat Vanuatu verwüstet. Erste Aufklärungsflüge über die mehr als 80 Inseln zeigen, dass die Hälfte der Bevölkerung betroffen sein könnte. Der Präsident von Vanuatu hat den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten.

In der Hauptstadt Port Vila sind bis zu 90 Prozent der Gebäude beschädigt oder zerstört – darunter auch das World Vision-Büro. Die Mitarbeiter organisieren daher vom Privathaus des Einsatzleiters Michael Wolfe die ersten Hilfsmaßnahmen und konnten heute Hygiene-, Koch-und Bausets für rund 810 Menschen in der Umgebung der Hauptstadt verteilen. Wir hoffen, morgen weitere Hilfsgüter von Australien aus u.a. mit Militärflugzeugen auf den Weg bringen können. Der Flughafen ist überschwemmt und für zivile Flugzeuge gesperrt.

Das Krankenhaus in Port Vila hat sein Dach verloren und ist überlastet. Zu viele Patienten müssen von zu wenig Personal versorgt werden. Die Krankenwagen haben nur noch wenig Benzin. Die Stromversorgung ist fast überall unterbrochen. Strommasten sind umgeknickt und versperren Straßen und Wege. In 25 Notaufnahmezentren sollen tausende obdachlos gewordene Menschen versorgt werden.

Kontakt zu den weiter entfernten Inseln zu  bekommen ist bisher sehr schwierig. Mit Booten sind sie nicht erreichbar, und Telefonverbindung gibt es nur vereinzelt. “Wir hören, dass ganze Dörfer weggefegt wurden”, berichtet Chloe Morrision aus Vanuatu.

Mit einem Kleinflugzeug erreichte World Vision heute die weit im Süden gelegene Insel Tanna. Michael Wolfe und einem Mitarbeiter bot sich – wie schon Chloe Morrision zuvor in der Hauptstadt – ein Anblick des Schreckens: blätterlose Bäunme, zerrissene und niedergewalzte Häuser, zerstörte Felder. Auf den Inseln Santo und Shefa meldeten die Mitarbeiter hingegen geringere Schäden.

Die vor der angekündigten Naturkatastrophe in vielen Gemeinden bereit gelegten Vorräte können den Menschen über die Not der ersten Tage hinweg helfen, aber sie werden auch nicht mehr als einige Wochen reichen. Auch Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und Material für Unterkünfte sowie medizinische Versorgung werden nach Einschätzung der  in Vanuatu arbeitenden Hilfsorganisationen jetzt vordringlich benötigt. Der Schutz vor der Witterung und vor Krankheit sind nach dem Verlust von Haus oder Wohnung enorm wichtig.

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