Wenn das Motorrad Bücher bringt

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Zwei der rollenden Bibliotheken steuern täglich von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr morgens und 4 Uhr nachmittags verschiedene Gebiete im Stadtgebiet Penjaringan in Nord-Jakarta an. Kommt eine Motorradbücherei in ihr Viertel, dann suchen sich Mardine und Ajeng schnell ihre Wunschbücher aus und fangen fröhlich an zu lesen.

“Ich mag die Bilder in diesem Buch. Wenn ich Bücher sorgfältig lese, dann werde ich in Zukunft richtig flüssig lesen können!”, sagt Ajeng, die das Lesen erst noch lernen muss.

Für Mardina ist Lesen das Tollste überhaupt. “Jeden Tag lese ich ein Buch, nach der Schule, nach dem Mittagessen, nach dem Koranunterricht, und bevor ich ins Bett gehe”, sagt sie und kommt deshalb hierher zur Motorradbibliothek.

In einem anderen Viertel sind Eka, Mutia, Dwi, Rini und die anderen Kinder auch sehr glücklich, dass es die Motorradbibliothek gibt.

“Ich mag das Barbie-Buch. Und ich kann es schon ganz alleine lesen!”, sagt Mutia, 8, die die zweite Klasse besucht und jedes mal hierherkommt, um sich ein Buch auszuleihen. “Auch das Doraemon-Buch mag ich”, erklärt. sie.

Die Drittklässlern Dwi, 9 Jahre alt, liest Bücher am liebsten, während sie während des Ramadans aufs Fastenbrechen wartet. “Die Bücher, die ich am meisten mag, sind die über Kuchen”, sagt Dwi, die davon träumt, eines Tages Chefköchin zu werden.

Jedes Motorrad führt mehr als 200 Bücher mit sich. Die Eltern begrüßen das Angebot, weil die Motorradbibliothek die Kinder zum Lesen motiviert. “Meine Tochter bleibt jetzt gerne zuhause und liest Bücher”, sagt Madinas Mutter. “Vorher hing sie nur ab”.

Die rollende Bibliothek bring nicht nur Bücher, sondern auch Buntstifte und Bilder, die die Kinder während der Besuchszeit ausmalen können.

Im Laufe eines Tages können die Motorräder mehrere Anlaufpunkte anfahren. Bei jedem kommen im Durchschnitt 16 bis 20 Kinder zum Lesen oder malen, während der Ferien sind es noch mehr.

Am Anfang führte die Bibliothek nur Kinderbücher. Nach und nach interessieren sich aber auch die Eltern zunehmend fürs Lesen, und so sind inzwischen auch Buchtitel für die Eltern hinzugekommen.


Wer lesen kann, hat bessere Chancen auf ein Leben ohne Armut. Unterstützen auch Sie das Lesen bei benachteiligten Kindern auf der ganzen Welt – zum Beispiel mit Lehrmaterial oder eine Bibliothek!

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