Kleinkinder in Indien: Von Anfang an richtig fördern

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Bedürftige Kinder von Anfang an zu fördern, ist dringend nötig. Denn Armut kann für Kleinkinder schnell zu einer Frage des Überlebens werden. Eigentlich harmlose Krankheiten wie Durchfall führen in den ersten Lebensjahren häufig zum Tod – wenn sie unbehandelt bleiben. Phasen von Mangelernährung verursachen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen, die das ganze Leben beeinträchtigen. Ein Bericht von unseren Projekten in Indien von Anja Gold:

Frühe Hilfe ist besonders wirkungsvoll. Denn ein Kind, das sich in den ersten Jahren gesund entwickeln konnte, profitiert davon ein ganzes Leben lang. Schon vor der Geburt eines Kindes wird seine Gesundheit beeinflusst. Auch die Mütter benötigen gute Bedingungen, um ein gesundes Kind zur Welt bringen zu können. Deshalb hat World Vision vor allem das Wohlergehen von Schwangeren, jungen Müttern und kleinen Kindern im Blick.

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Sie können unsere Arbeit ebenfalls unterstützen und Starthelfer werden. Alle Informationen finden Sie hier:

http://blog.worldvision.de/2015/05/starthelfer-projekte-in-uganda-wie-durch-mobile-kliniken-die-hilfe-ins-dorf-kommt/

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Indien: Kluft zwischen Arm und Reich
In Indien ist das traditionelle Kastenwesen noch immer stark im sozialen Leben verankert. Es gibt eine tiefe Kluft zwischen Reich und Arm. Die Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern bis zum ersten Lebensjahr liegt bei 4,4 Prozent, bei den Unter-Fünfjährigen sind es 5,6 Prozent (Quelle: Human Development Report 2014). In den Armutsgebieten in Städten wie auf dem Land haben die Menschen kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.

Aufklärung über Kinderkrankheiten, Ernährung und Pflege ist ein wichtiger Bestandteil des Starthelferprojektes

Aufklärung über Kinderkrankheiten, Ernährung und Pflege ist ein wichtiger Bestandteil des Starthelferprojektes

Kleinkinder in Melghat
Im Bundesstaat Maharashtra arbeitet World Vision in der Region Melghat seit 1995 in mittlerweile 47 Dörfern. Umfassende Projekte tragen zur Verbesserung der Bildung, der Gesundheit und der wirtschaftlichen Situation bei. Die Menschen in den abgelegenen Dörfern führen ein sehr traditionelles Leben und ernähren sich vorwiegend von der Landwirtschaft. Aufgrund von wenigen Verdienstmöglichkeiten verlassen 70% der Bevölkerung ihre Heimat, um in nahegelegenen Städten einen Job zu finden. Das große Problem der Migration wirkt sich in vielerlei Hinsicht negativ auf die Entwicklung der Kinder aus.
In Melghat sterben 4,9 Prozent der Kinder innerhalb eines Jahres nach der Geburt. Trotz großer Erfolge in den letzten Jahren sind immer noch ein Viertel der Babys und Kleinkinder zu klein für ihr Alter, ein Zeichen für chronische Mangelernährung. 43 Prozent der Kinder sind unterernährt.

Und noch immer halten sich schädliche Traditionen, wie z.B. Babys direkt nach der Geburt nicht zu stillen. Auch die traditionellen Ernährungsgewohnheiten bringen es mit sich, dass die Menschen die nährstoffreichen Obst -und Gemüsesorten ihrer Region zu wenig nutzen.

Gesundheitskontrolle per Mobiltelefon - mit SMS an wichtige Termine erinnern

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Wie World Vision hilft
Besonders wichtig ist die umfassende Aufklärung der Eltern. Seminare zur Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung und Kinderpflege leisten wichtige Überzeugungsarbeit und helfen den Müttern ganz praktisch. Vermittelt werden zum Beispiel das sechsmonatige ausschließliche Stillen, die Zubereitung von gesunder Nahrung mit lokal vorhandenen Rohstoffen sowie die richtige Ernährung Schwangerer und Stillender.
Der Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln wird über landwirtschaftliche Schulungen, etwa zum Anlegen von Gemüsegärten oder Demonstrationsflächen sowie die Förderung von Tierhaltung und -aufzucht (z.B. Milchziegen, Hühner, Fische, Bienen) erleichtert. Darüber hinaus werden Schulungen zur Erhöhung des Nährwertes von lokal erhältlichen Nahrungsmitteln durchgeführt. Stark unterernährte Kinder sowie bedürftige Schwangere und junge Mütter erhalten Zusatznahrung als „take home“ Rationen.

Bisherige Erfolge 
In den letzten Jahren konnten schon viele Fortschritte erreicht werden, die zeigen, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist. So hat sich die Anzahl der Kinder, die zu klein für ihr Alter sind von 56% (2009) auf 25% (2014) verringert, eine Reduzierung um 31%! Auch die Unterernährungsrate konnte in den letzten 5 Jahren deutlich gesenkt werden.
Doch auch wenn diese Erfolge hoffnungsfroh stimmen, ist noch viel zu tun, denn allein eine Unterernährungsrate der Unter-Fünfjährigen von 43% bedarf dringend weiterer Maßnahmen und Interventionen. Aufbauend auf den bisherigen Projekterfahrungen und -erfolgen wird World Vision in den nächsten Jahren die nachhaltige Sicherung dieser positiven Entwicklungen noch verstärkter in den Fokus nehmen.

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https://www.worldvision.de/spenden-starthelfer-werden-starthelfer-werden-formular.php

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