795 Gründe für ein Dankeschön: Projekt gegen Kinder-Ausbeutung macht Fortschritte

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Den Grund für unsere Arbeit in Nilphamari und Rangpur findet man auf den Feldern, vor den Rikschas, auf den Bahnhöfen und in den Werkstätten: Überall arbeiten Kinder mit. Manche von ihnen gehen zur Schule, aber viele brechen die Schule früh ab, da sie keine Zeit, keine Kraft oder auch zu wenig Unterstützung in den Elternhäusern bekommen. Mit umfassender Hilfe zur Selbsthilfe versucht World Vision die Situation dieser Kinder zu verbessern, seit 2012 auch durch ein mit Spenden aus Deutschland finanziertes Bildungs-und Aufklärungsprojekt, das sich gezielt an arbeitende Kinder und Schulabbrecher richtet.

Kinderarbeit

Zum diesjährigen “Welttag gegen Kinderarbeit” haben wir einige gute Nachrichten aus diesem Projekt, auch wenn sich die Armutsprobleme der Familien in dieser Region nicht kurzfristig lösen lassen.  In den letzten Monaten konnte World Vision 9 weitere Bildungszentren eröffnen, in denen die Kinder darauf vorbereitet werden,  Anschluss ans staatliche Bildungssystem zu bekommen. Aktuell nehmen rund 1.400 Kinder am Unterricht teil. Letztes Jahr waren es knapp 1.000 Kinder in 20 Bildungszentren.

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 45 Prozent der Kinder erzielten Bestnoten in Prüfungen

Viele Kinder weisen große Lücken im Lesen, Schreiben, Rechnen auf, wenn sie ins Bildungszentrum kommen.  Diese Lücken gilt es, gezielt zu schließen. „Dabei machen sie gute Fortschritte“, freut sich Asien-Referent Hannes Zimmer. „45 % der Kinder haben bereits letztes Jahr den zweiten von drei Lernzyklen (insgesamt 36 Monate) mit der Bestnote abgeschlossen. Geprüft wurden sie in den Fächern Bengali, Englisch, Mathematik und Gemeinschaftskunde. 20 Kinder konnten durch überragende Leistungen sogar 2 Lernzyklen überspringen.“

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Nun können wir berichten, dass 982  Mädchen und Jungen mit Zertifikat den dritten Lernzyklus abgeschlossen haben und mehr als 80 Prozent von ihnen – nämlich 795 Kinder – den Einstieg oder Wiedereinstieg in staatliche Schulen geschafft haben – dank der Vermittlung und der guten Zusammenarbeit unserer örtlichen Mitarbeiter mit 30 Grundschulen.


s141170-1: Fighting for educationMorsalin ist als Halbwaise gezwungen zu arbeiten, denn seine Mutter hat keine Ausbildung. Seit der 11jährige die Schule besuchen darf, hat er aber endlich eine Erholungspause, Freunde zum Reden und wieder Träume für seine Zukunft. Seine Mutter lernt mit ihm.
Lesen Sie Morsalins Geschichte.

 


Erste Erfolge konnte das Projekt auch bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen erzielen, um bessere Arbeitsbedingungen und Schutzmaßnahmen für arbeitende Kinder zu erwirken: 50 Unternehmen haben  beispielsweise nach einem Workshop einem Übereinkommen zugestimmt, dass in ihren Betrieben gefährliche Arbeiten nicht mehr von Kindern durchgeführt werden. Die Einhaltung solcher – eigentlich auch gesetzlich vorgesehener – Regeln muss natürlich kontrolliert werden, und hierzu ist eine Zusammenarbeit vieler Akteure wichtig. So gibt es einen Informationsaustausch zwischen World Vision und einer von der Regierung eingesetzten Task Force gegen Kinderarbeit. Zusätzlich bemühen sich die Mitarbeiter des Projektes dazu, die Familien und Gemeinden zur Mitarbeit zu mobilisieren.

Kinder haben Mitspracherechte in Leitungsgremien

Die Bildungszentren werden dementsprechend von gemischten Gremien geleitet, in denen Probleme diskutiert werden. Auch Kinder und Jugendliche haben dort Mitspracherechte und werden darin unterstützt, die Situation besonders bedürftiger Kinder zu beobachten, damit im Falle von Kinderrechtsverletzungen eingeschritten werden kann. Dank der Aufklärungsarbeit kennen inzwischen 98 Prozent der im Projektgebiet lebenden Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren die sie unmittelbar betreffenden Kinderrechte und 92 Prozent kennen Ansprechpartner oder Stellen, bei denen sie sich melden können, wenn sie vernachlässigt, misshandelt oder ausgebeutet werden.

Über Erfahrungen und Herausforderungen gibt es einen ständigen Dialog mit den Projektmitarbeitern. Herausforderungen gibt  es viele: Kinder, die in Haushalten oder auch –illegal – in besonders gefährlichen Jobs arbeiten, sind beispielsweise für die Mitarbeiter nur schwer erreichbar, weil deren Arbeitgeber oft kein Interesse an Kooperation haben und Druck ausüben. Unsere Mitarbeiter leisten unermüdlich Überzeugungsarbeit im Umfeld der Kinder, denn ihnen ist bewusst, dass nur ein starkes Netzwerk und gezielte Hilfe die Verhältnisse  ändern kann.  Die Bildungszentren haben World Vision einen guten Einstieg verschafft, um hierzu einen Beitrag zu leisten.

Auf Kinderarbeit zu verzichten fällt den Eltern natürlich leichter, wenn sie ein besseres Einkommen haben oder Ersparnisse  haben. Hierzu will das Projekt ebenfalls einen Beitrag leisten und hat bisher 290 Männer und Frauen dabei unterstützt, einen Geschäftsplan zu entwickeln. Die Mitarbeiter ermutigen auch alle teilnehmenden Familien darin, jede Woche einen kleinen Geldbetrag für die Ausbildung ihrer Kinder zurückzulegen. Eine Umfrage ergab letztes Jahr, dass fast alle 982 Familien wöchentlich ca. 45 Euro-Cent sparen. „Ein kleiner Betrag für uns, für die Bangladescher jedoch eine ganze Menge“, sagt Hannes Zimmer.

Ihre Hilft wirkt. Danke für jede Spende an das Projekt “Bildung für arbeitende Kinder”!

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