Aktion zum G7-Gipfel: Schiffbruch in den Alpen – Mütter und Kinder zuerst in die Rettungsboote!

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In den vergangenen Monaten hat die Ebola-Epidemie in Sierra Leone, Guinea und Liberia die Staatengemeinschaft bewegt. World Vision begrüßt daher auch die Absicht der G7 Regierungschefs, die sich am Sonntag in Elmau treffen, sich stärker mit dem Thema armutsbezogene und vernachlässigte Tropenkrankheiten zu beschäftigen. Mit der Aktion „Schiffbruch in den Alpen“ haben wir heute in Garmisch-Partenkirchen darauf aufmerksam gemacht, dass Ebola nur die Spitze des Eisbergs ist und die eigentlichen Ursachen für den Ausbruch von Epidemien woanders liegen.

„Auf dem G7 Gipfel müssen dringend Maßnahmen beschlossen werden, die die eigentlichen Ursachen bekämpfen“, betont Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „In vielen Entwicklungsländern sind die Zustände im Gesundheitsbereich mehr als mangelhaft. Es fehlt an Personal, oft ist nur ein Pfleger oder eine Krankenschwester für Tausende von Menschen zuständig, Gesundheitsstation sind nur notdürftig ausgestattet und es fehlt an geeigneten Medikamenten.“

Noch immer sterben weit mehr als 6 Millionen Kinder unter fünf Jahren jedes Jahr an Lungenentzündung, Durchfall oder Malaria – alles Krankheiten, die leicht behandelbar oder vermeidbar sind. Tausende von jungen Müttern lassen ihr Leben vor, während oder nach der Geburt. Schwangere, Gebärende und stillende Mütter brauchen vor allem gute Vorsorge vor, kompetente Begleitung während und schnelle Versorgung nach der Geburt – alles Dienstleistungen, die nur ein robustes und funktionierendes Gesundheitssystem erfüllen kann. Auch bei der Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen, sondern müssen verstärkt werden. In vielen Ländern befinden sich die Gesundheitssysteme in einem katastrophalen Zustand und müssen dringend unterstützt und ausgebaut werden. Viele gut ausgebildete Ärzte und Krankenschwestern verlassen nach ihrer Ausbildung ihre Heimatländer, um in westlichen Ländern zu arbeiten.

Die Versprechungen, die auf dem G8 Gipfel 2008 in Japan getroffen wurden, die Anzahl der Gesundheitskräfte in afrikanischen Ländern zu erhöhen, wurden nicht umgesetzt. Die Empfehlung der WHO, mindestens 2,3 Fachkräfte für 1000 Personen zur Verfügung zu stellen wird weit verfehlt. „Die G7 müssen ihre Versprechungen endlich in die Tat umsetzen“, so Waffenschmidt. „Das Versagen der reichen Länder in dieser Frage hat schon Tausende von Menschenleben gekostet. Wir fordern daher, dass Kinder und Mütter an erster Stelle stehen und alle Überlegungen in Bezug auf Gesundheitsfragen sich an ihren Bedürfnissen orientieren. Kinder und Mütter müssen endlich zuerst in die Rettungsboote.“ Die Kinderhilfsorganisation fordert ebenfalls, dass der Kampf gegen Hunger und Armut weiter verstärkt wird. Den G7, die 54 Prozent des Welteinkommens repräsentieren, kommt hier eine große Verantwortung zu, zu der man sich im Elmauer Abschlusskommuniqué klar bekennen sollte.

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