Zwischen Ebola Nothilfe für Sierra Leone und Bekämpfung von Mangelernährung im Sahel

Judith Haase vor Ort

Nachdem ich Ende September letztes Jahr in den Senegal gekommen bin, um die Kollegen in Westafrika bei der Beschaffung von Mitteln für verbesserte Ernährung und Gesundheit in der Region zu unterstützen, wurde die Ebola Epidemie schlimmer – viele Menschen infizierten sich und starben, an dem sich leicht verbreitenden, gefährlichen Virus.

 

Unsere World Vision-Kollegin Judith Haase berichtet in einer Blogserie von ihrer Arbeit in Westafrika.

Unsere World Vision-Kollegin Judith Haase berichtet in einer Blogserie von ihrer Arbeit in Westafrika.

In unserem Büro in Dakar wurde eine Einheit aufgebaut, welche die Kollegen in Sierra Leone aus der Ferne und z.T. auch von vor Ort im Kampf gegen Ebola unterstützte. In diesem Team wurde Unterstützung für die Koordinierung benötigt und so sprang ich mit einem Großteil meiner Arbeitszeit ein.

Das Ebolavirus besitzt eine fadenförmige (lateinisch filum ‚Faden‘), manchmal auch bazillusförmige Gestalt. Es kann in seiner Grundstruktur aber auch gelegentlich U-förmig gebogen sein.

Das Ebolavirus besitzt eine fadenförmige (lateinisch filum ‚Faden‘), manchmal auch bazillusförmige Gestalt. Es kann in seiner Grundstruktur aber auch gelegentlich U-förmig gebogen sein.

Die World Vision-Büros in Europa, aber auch in den USA, Kanada, Taiwan und Australien konnten in ihren Ländern Mittel beschaffen, die für die Eindämmung der Epidemie in Sierra Leone (Anm.: World Vision konzentrierte sich auf Sierra Leone, weil die Organisation in Guinea und Liberia nicht präsent ist) genutzt wurden. Am Anfang haben wir zweimal einen 90 Tage-Plan geschrieben, weil man nicht genau wusste, wie sich die Situation entwickeln wird, dann eine 18 Monate Strategie für die Region, in der man sich nun schon auf die Wiederaufbauphase im Land konzentriert. Die Schulen waren über 8 Monate lang komplett geschlossen in Sierra Leone, ganze Firmen haben das Land verlassen, Familien mit Ebola-Fällen hatten neben der psychischen Last und Trauer auch enorme ökonomische Einbußen.

Die Ebolafieber-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern ausbrach, gilt nach der Zahl der erfassten Erkrankungen und Todesfälle als bisher größte ihrer Art.[2] Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Verlauf der Epidemie – einschließlich der Verdachtsfälle – bisher 27.181 Menschen an Ebolafieber, von denen 11.162 starben (Stand: 31. Mai 2015, Wikipedia).

Die Ebolafieber-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern ausbrach, gilt nach der Zahl der erfassten Erkrankungen und Todesfälle als bisher größte ihrer Art. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Verlauf der Epidemie – einschließlich der Verdachtsfälle – bisher 27.181 Menschen an Ebolafieber, von denen 11.162 starben (Stand: 31. Mai 2015, Wikipedia).

Die Markttätigkeiten waren stark eingeschränkt und das Gesundheitssystem hat sich größtenteils auf Ebolabekämpfung konzentrieren müssen, wobei andere wichtige Gesundheitsdienste (wie Routineimpfungen, Malariabehandlung, Entbindungen in Krankenstationen) zu kurz kamen. Auch die Behandlung von akuter Unterernährung wurde teilweise über einige Monate hinweg eingestellt. Neben der Ebola-Nothilfe konnte ich an einigen Stellen auch der fachlichen Arbeit im Bereich Ernährung nachgehen. Als Beispiel sei ein Ernährungsprojekt in der  Zentralafrikanischen Republik genannt, welches geplant wurde in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden (Gesundheitsministerium vor Ort neben weiteren), UN-Organisationen wie der UNICEF sowie dem Welternährungsprogramm und auch lokalen Organisationen der Region, um eine möglichst gute Vernetzung untereinander sicherzustellen.

Damit ein Projekt gerechtfertigt werden kann, muss zuerst eine Untersuchung der Lage durchgeführt werden. Sollte als Ergebnis der Untersuchung beispielsweise festgestellt werden, dass die akute Unterernährung bei Kindern unter 5 Jahren über 10% liegt, dann wird die Situation als prekär konstatiert und rechtfertigt ebenfalls humanitäre Hilfe zur Rettung von Kleinkindern. Neben dem akuten „Feuer löschen“ geht es aber vielmehr auch darum Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten – eine Frage hierbei wäre dann beispielsweise, wie Mütter den Babybrei so mit Proteinen und Mikronährstoffen wie Eisen und Vitamin A anreichern können, dass sie ihre eigenen Kleinen selbstständig wieder aufpäppeln können? Es gibt da wahre Wundermittel auf den lokalen Wochenmärkten, die es nur zu entdecken und zu nutzen gilt.

Auch konnte ich in den letzten 8 Monaten mein neues Zuhause – den Senegal – touristisch erschließen und Besuch empfangen. Ein Highlight war hierbei der Besuch meiner Eltern, die mit fast 60 Jahren (ich hoffe sie verzeihen mir die Details ;-)) zum ersten Mal den europäischen Kontinent verlassen haben, um mich in Afrika zu besuchen. Wir hatten eine schöne, gemeinsame Zeit, sind im Land gereist und ich konnte Ihnen auch einige hübsche bis schockierende Ecken in und um Dakar zeigen.

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Mir wurde dabei wieder bewusst, an wieviele Dinge ich mich hier bereits gewöhnen konnte, welche für einen Außenstehenden erstmal verstörend wirken können, wie z.B. eine einfache Taxifahrt. Sie konnten auch meine Freunde kennenlernen; an einem Abend haben wir gemeinsam Thieboudiene, das Nationalgericht (Reis mit ganz viel Öl, Tomatenmark, gedünstetem Kohl, Rettich, Möhre, Aubergine & dazu gebratenem Fisch), gekocht. Man musste sich mit Händen und Füßen verständigen.

 

Reisgericht

 

Dank der Vielfalt meiner verschiedenen Arbeitsfelder, der fachlichen Kollaboration, den Dienstreisen in die Länder, „wo es brennt“ (ich konnte vor Ort mit den Kollegen in Sierra Leone, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik jeweils einige Tage zusammenarbeiten) und auch dank „meinem Meer“, meiner Freunde und meiner Besucher wird es definitiv nicht langweilig – mit Sicherheit kann ich bald wieder ein paar Einblicke teilen.

 

So hilft World Vision im Kampf gegen Ebola – weitere Spenden werden benötigt! http://www.worldvision.de/spenden-katastrophenhilfe-ebola-in-westafrika.php

 

Falls Sie sich für die Arbeit von World Vision interessieren, finden Sie weitere Infos unter: http://www.worldvision.de/world-vision-jobs-und-karriere.php

1 Kommentar

  1. K. Weber, 15. Juni 2015

    MMS gegen Ebola!
    http://www.jim-humble-mms.de/news/allgemeine_mms_news/mms-gegen-ebola/
    Vielleicht ist dieses Produkt die Lösung!

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