Vom Flüchtling zum Helfer

s150610-1:Ammar’s Story: A journey from being displaced to aid work

"Ich dachte, ich wüsste alles über Flüchtlinge", sagt Ammar, der vor 35 Jahren als irakischer Flüchtling geboren wurde. Seit er als Flüchtlingshelfer für World Vision arbeitet, denkt er anders darüber. Die Unsicherheit in seinem Leben auszuhalten fällt ihm jetzt leichter. Menschen wie ihm zuzuhören, ist heute bei vielen Aktionen zum Weltflüchtlingstag möglich. Schauen Sie sich um!

“Ich arbeite jetzt seit mehr als einem halben Jahr für World Vision. Meine Aufgabe besteht darin, die Dokumente von Binnenflüchtlingen aus dem Nord-Irak zu prüfen. Sie erhalten in einem Hilfsprogramm von World Vision Lebensmittelgutscheine. Es ist mein erster Job bei einer humanitären Organisation.
Ich dachte, ich wüsste alles über Vertriebene und Flüchtlinge, weil ich ähnliche Erfahrungen in verschiedenen Situationen meines Lebens gemacht habe. Ich wurde als irakischer Flüchtling im Iran geboren. Ich bekam keine Chance, eine höhere Schule zu besuchen, und meine Eltern konnten keine Arbeit finden. Wir konnten weder reisen noch ein Auto oder ein Haus kaufen, selbst nach vielen Jahren im Land, weil wir keinen iranischen Pass hatten und auch keinen bekommen konnten. Ich besaß nur eine grüne Karte, deren einziger Nutzen darin bestand, mich vor der Polizei auszuweisen.
Vor einigen Jahren bin ich mit meiner Familie in den Irak zurückgekehrt. Wir lebten zuerst in Bagdad und dann in Erbil. Selbst nach Jahren habe ich noch nicht das Gefühl angekommen zu sein. Eigentlich war mein ganzes bisheriges Leben, alle 35 Jahre, von Unsicherheit erfüllt.

Einmal, als ich für Gäste von World Vision übersetzte, fühlte ich eine besondere Verbindung zu einem Mädchen namens Shahad. Sie sagte, wie wolle Ärztin werden, aber sie habe keine Ahnung, wann der Krieg enden würde und wie sie daher Teilchen dieser Zukunft zusammensetzen könnte. Ich erinnere mich, dass ich das Gleiche fühlte, als uns ein Bus aus dem Iran an der irakischen Grenze absetzte. Ich war 14 Jahre alt und hatte viele Träume, aber die Zukunft erschien nebelhaft.

Was unsere Familie stark gemacht hat, war die pragmatische und bodenständige Einstellung meiner Eltern. Mein Vater hat einen guten Sinn für Humor; er gab uns Wahlmöglichkeiten und war immer offen für neue Ideen. Er schaute sehr positiv auf das Leben. Meine Mutter ist sehr unterstützend und ermahnt uns immer unsere Wünsche an das Leben nicht aufzugeben.

Mein Glaube, dass ich alles weiß über Flüchtlinge, verschwand bald, als ich Helfer bei World Vision wurde und mit den Menschen zu arbeiten begann, mit denen ich mich identifiziere. Ich habe noch so viele Dinge zu lernen über die Realitäten des Lebens, besonders im Irak.

In den nun fast sieben Monaten habe ich die humanitäre Arbeit zu lieben gelernt. Es ist eine Herausforderung auf die Wünsche und Beschwerden der Flüchtlinge einzugehen und ich versuche zu verstehen, warum sie tun was sie tun. Ich versetze mich in ihre Lage. Oft muss ich für Ordnung sorgen, weil die Warteschlange lang ist und jeder zügig an die Reihe kommen soll. Ich denke aber, dass jeder es verdient, angehört zu werden.

Jeden Tag kann man dazu lernen, wie man selbst ein besserer Mensch werden kann: Geduld ist wichtig, Glaube und Hoffnung. Hoffnung ist wirklich wichtig. Sie treibt mich voran und wird mich der Zukunft näher bringen, die ich mir und meiner Familie wünsche.

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