Kongress “Kinder mischen mit” – Beteiligung ist ein Recht

Plakat Kinderkongress

Kinder zu fördern und zu schützen ist in Deutschland viel selbstverständlicher als sie bei Entscheidungen zu beteiligen. Unser World Vision Institut hat daher gemeinsam mit der Schader Stiftung, der Hessenstiftung und der Outlaw Stiftung den Kongress “Kinder mischen mit – das Recht auf Beteiligung umsetzen” ins Leben gerufen. Es ist unseres Wissens der erste Kongress in Deutschland, der Kinder auch als Experten einlädt und hat deshalb ein besonderes Format. So können mehr als 60 Kinder und ca. 70 erwachsene Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis an zwei Tagen in Darmstadt aufeinander treffen und diskutieren.

Ein spannendes Experiment mit spannenden Fragen: Wie steht es eigentlich mit der Partizipation von Kindern im Familienalltag und außerhalb der Schule, in den Schulen, Kommunen, bei den Medien und im Gesundheitswesen? Wie sieht der IST-Zustand aus und wo möchten wir denn hin? Welche Beteiligungsformen machen Lust zum Engagement, welche sind angemessen und praktikabel?  Wo gibt es Grenzen und Überforderung? Welche Unterstützung brauchen Kinder von Erwachsenen?

Wie Prof. Maywald heute im Einführungsvortrag deutlich machte, geht es nicht darum, dass Kindern Mitsprache erlaubt wird, denn sie haben ein Recht darauf. Bei vielen Fragen herrscht aber bei genauerem Hinsehen Unsicherheit vor, wo und wie dieses Recht anzuwenden ist.  Wer könnte dazu einen besseren Impuls geben als Kinder selbst? Um sie geht es ja und es ist längst überfällig, dass wir auf Augenhöhe mit ihnen sprechen, diskutieren und auseinander setzen. Sie sind die Experten!

themeninseln

Nach der üblichen Vorrede sämtlicher „Doktoren und so“ (Zitat eines Kinderexperten) haben wir in zehn verschiedenen Themeninseln in kleinen Gruppen zusammen gearbeitet, mit kurzen Impulsvorträgen jeweils eines  Kinderexperten und eines Experten aus der Wissenschaft oder Praxis. Im Anschluss folgten Diskussionsrunden, aus denen sich spannende Beiträge ergaben.

Ich habe heute die Themeninseln „Familienalltag“ moderiert und dort lernen können, dass Kinder in ihren Familien ein Mitspracherecht einfordern und den Familienalltag mitgestalten möchten. Celina von der Gutenbergschule Darmstadt-Eberstadt wünscht sich zum Beispiel das Vertrauen ihrer Eltern in ihre Person und Fähigkeit selbst entscheiden und organisieren zu können, zu welchem Zeitpunkt sie ihre Hausaufgaben macht und dass sie diese auch rechtzeitig fertig stellen wird. Meist stößt sie auf das Problem, dass ihre Eltern meinen, es besser für sie zu wissen, sodass es zu einer Interessenkollision kommt. Noch darf Celina nicht an der Entscheidung teilnehmen, wann sie ihre Hausaufgaben machen darf, aber vielleicht hat sie ja am Ende des Kongresses einen Lösungsansatz und die überzeugenden Argumente an der Hand, mit denen sie ihre Eltern überzeugen kann.

Was aber ist mit den Kindern, die noch nie von ihren Rechten gehört haben und deren Eltern, denen das Wort Kinderrechte gar kein Begriff ist? Wie können wir sie erreichen und wo können wir ansetzen? Spannende Fragen, mit denen wir uns weiter auseinander setzen werden. Zum Glück haben wir hier ja eine Menge Experten vor Ort, die uns die Augen öffnen!

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