Sauberes Wasser für die Kinder von Ngoyila

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Ein Bericht aus unserer Projektarbeit:

In Sierra Leone kämpfen viele Familien ums Überleben; besonders in der schwer zugänglichen Provinz Ngoyila im Süden des Landes. Die meisten Menschen leben dort als Selbstversorger von der Landwirtschaft. Viele Dörfer werden während der Regenzeit regelmäßig überflutet. Die Kinder leben in unhygienischen Verhältnissen und haben oft nur verunreinigtes Wasser zu trinken. Nur etwa ein Zehntel aller Haushalte hatte zu Projektbeginn Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu Latrinen. So ist es nicht verwunderlich, dass Menschen unter Durchfall- oder Wurmerkrankungen, Malaria, Typhus oder sogar Cholera leiden. Für die Kleinsten können von verschmutztem Trinkwasser verursachte Erkrankungen sehr schnell lebensgefährlich werden.

Familien langfristig helfen

Seit 2012 arbeitet World Vision mit lokalen Partnern daran, die hygienischen Bedingungen und die Wasserqualität in neun Dörfern in der Region Ngoyila zu verbessern. Mit den Maßnahmen hat World Vision die umfassenden Aktivitäten des Regional-Entwicklungsprojekts „Ngoyila“ ergänzt, das zum Ziel hat, die Lebensbedingungen der Kinder und Familien in den Bereichen Gesundheit und Ernährung entscheidend zu verbessern und ihnen echte Zukunftsperspektiven zu schenken.

Familien in Ngoyila nehmen einen neuen Brunnen in Betrieb.

In den vergangenen drei Jahren hat World Vision dazu beigetragen, den Anteil der Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verdreifachen (auf 30 %). In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und den Bewohnern hat World Vision dazu 19 Brunnen instand gesetzt oder neu gebohrt und mit Handpumpen versehen. Zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen hat World Vision 19 sanitäre Einrichtungen (Toiletten bzw. Latrinen mit Handwaschvorrichtungen und Müllbehältern) in den Dörfern errichtet. Nun müssen die Bewohner ihre Notdurft nicht mehr im Freien verrichten, wo sie ungeschützt und gefährdet sind (Kinder und Frauen haben zuvor von Schlangenbissen berichtet). Einige der sanitären Einrichtungen sind behindertengerecht, damit Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung ebenfalls davon profitieren können.

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Behindertengerechte Latrinen in Ngoyila

Seit Beginn der Projektarbeit hat World Vision die Bevölkerung auch bei der Gründung und Ausbildung von fünf Wasser- und Abwasserkomitees unterstützt. Diese Komitees bestehen aus jeweils ca. fünf Dorfbewohnern, die darin geschult werden, die Brunnen zu reparieren, instand zu halten und die Trinkwasserqualität regelmäßig zu überprüfen. Zudem sollen sie ihre Mitbewohner über den Zusammenhang von Gesundheit, sauberem Trinkwasser und Hygiene aufklären. Gemeinsam mit den Behörden hat World Vision im Projektzeitraum insgesamt 60 Personen geschult.

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Ein Dorfbewohner überprüft die Trinkwasserqualität

Ein wichtiger Teil unserer Projektarbeit besteht darin, die Bewohner darüber zu informieren, wie sie sich durch Hygienepraktiken (z. B. gründliches Händewaschen nach der Toilette und im Umgang mit Lebensmitteln) vor Krankheiten schützen können. Nach Angaben von World Vision-Mitarbeitern war beispielsweise einem Großteil der Frauen in Ngoyila vor Projektbeginn der Zusammenhang zwischen verunreinigten Lebensmitteln und Krankheiten nicht bekannt. Aus diesem Grund hat World Vision zusammen mit den Behörden zahlreiche Informationsveranstaltungen über Hygiene in den Dörfern durchgeführt. Eine aktuelle Erhebung (2014) hat ergeben, dass dank dieser Aufklärungsarbeit bereits 90 % der Dorfbewohner vor dem Essen die Hände waschen.

Kinder profitieren besonders

Da das Immunsystem von Kindern noch sehr anfällig ist, werden sie leichter krank. Daher ist Hygiene vor allem im Kleinkindalter enorm wichtig. So hat World Vision auch an Schulen die Trinkwasser- und Sanitärversorgung ausgebaut und Brunnen und Latrinen errichtet. Schüler haben bei kindgerechten Schulungen gelernt, wie sie sich mit einfachen Maßnahmen vor Krankheiten schützen können und verbreiten ihr Wissen nun in ihren Familien.

 

Das Projekt Ngoyila in Sierra Leone zeigt, dass Entwicklung möglich ist! Im Rahmen unserer Kampagne “Alles auf NULL” fordern wir die Politik auf, mehr Geld in Kindergesundheit zu investieren. Hier können Sie unsere Petition unterzeichnen: www.alles-auf-null.de

 

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