Neue Ziele können viel Kraft für das Wohl der Kinder freisetzen

Story: A Cup of Water - Mazengia Wogayehu's Story

Dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise folgt in dieser Woche noch ein zweites wichtiges Ereignis: in New York wollen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen einen neuen Zielrahmen für die Entwicklung der Menschheit bis zum Jahre 2030 verabschieden. 17 Nachhaltigkeitsziele lösen die im Jahr 2000 beschlossenen acht Millenniumsentwicklungsziele ab.

Mit konkreten, gemeinsam beschlossenen Zielen kann die Weltgemeinschaft mehr erreichen, als wenn jeder einzelne Staat nur nach eigenem Gutdünken handeln würde. Das lässt sich an den Daten zur Entwicklung der letzten 15 Jahre ablesen. So haben zum Beispiel die meisten Kinder heute Zugang zu Grundschulbildung und die Zahl der in Armut lebenden Menschen wurde halbiert.

Die acht Ziele wurden aber nicht vollständig erreicht und neue globale Herausforderungen müssen über Grenzen hinweg gemeistert werden. Die aktuelle Flüchtlingskrise ist ein Symptom hierfür. Die Lebensbedingungen und Perspektiven vieler Familien sind an vielen Orten noch so ungenügend, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. Noch immer sterben jeden Tag ca. 16 000 Kinder, die meisten noch während des ersten Lebensmonats, viele aber auch in den ersten fünf Lebensjahren an leicht behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten, wie Lungenentzündung oder Durchfall. Unter-und Mangelernährung behindern das Wachstum und die geistige Entwicklung von Millionen Kindern. Jedes Jahr verlieren außerdem hunderttausende Kinder ihre Mütter, weil diese während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sterben. Im 21. Jahrhundert sollte niemand diese unmenschliche Benachteiligung als Schicksal hinnehmen.

Das Wohl der Kinder und die Entwicklungschancen ihrer Gesellschaften sind eng miteinander verwoben. Den negativen Beleg hierfür liefern die fragilen und konfliktbetroffenen Staaten, denn in ihnen konnte nicht eines der Millenniumsentwicklungsziele auch nur annähernd erreicht werden. Bei der nationalen Betrachtung von Entwicklungsfortschritten wurde auch zu wenig das oft krasse Gefälle zwischen verschiedenen Regionen und Bevölkerungsgruppen betrachtet.

Der neue Zielrahmen beinhaltet dagegen die Vision, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen und Wohlstand mit ökologischen und sozialen Anforderungen in Einklang zu bringen. Sich mit dieser Vision zu beschäftigen ist inspirierend. Da die Hindernisse für Entwicklung – wie Ungleichheit, schlechte Bildung, Konflikte und nicht nachhaltiges Wirtschaften –  ausdrücklich benannt und berücksichtigt werden, haben wir auch eine Agenda. Es ist möglich diese Agenda umzusetzen, denn wir kennen für viele Probleme schon die Lösungen, aber müssen sie gemeinsam anwenden.

Der junge Inder Rohit aus Faridabad spricht diese Woche in New York über die Bildungs- und Arbeitschancen junger Menschen mit Behinderungen. Er wird die Regerungen dazu aufrufen, ihre Budgets für Bildung und Gesundheit so zu gestalten, dass Kinder mit Behinderungen gleiche Chancen bekommen wie andere Kinder. "Sie sollen nicht dazu gezwungen sein zu betteln, weil sie keine anderen Chancen, sagt der in einem World Vision Jugendclub aktive 17jährige.

Der junge Inder Rohit aus Faridabad spricht diese Woche in New York über die Bildungs- und Arbeitschancen junger Menschen mit Behinderungen. Er wird die Regerungen dazu aufrufen, ihre Budgets für Bildung und Gesundheit so zu gestalten, dass Kinder mit Behinderungen gleiche Chancen bekommen wie andere Kinder. “Sie sollen nicht dazu gezwungen sein zu betteln, weil sie keine anderen Chancen, sagt der in einem World Vision Jugendclub aktive 17jährige.

Die neuen Nachhaltigkeitsziele sind – und das ist sehr positiv – universell.  Sie richten sich nicht nur an die Entwicklungsländer, sondern an alle Staaten – Deutschland muss sich also auch überlegen, wie es selbst zu einer friedfertigen, gerechten und inklusiven Gesellschaft beiträgt. Geworben wird auch für Partnerschaften, an denen sich nicht nur Regierungen, sondern auch Bürger, Organisationen und Unternehmen beteiligen.

Eines der herausforderndsten Ziele wird es sein, auch jene am meisten gefährdeten Kinder zu erreichen, die in schwer zugänglichen Gegenden dieser Welt, auf der Flucht oder am Rand der Gesellschaft leben. World Vision wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass diese Kinder stärker gefördert und ihre Familien nicht vergessen werden.

Das Ziel 16, das das Thema Frieden und inklusive Gesellschaften umfasst, ist eine ganz wesentliche Ergänzung gegenüber dem alten Zielrahmen. In vielen Regionen der Erde nimmt die Instabilität dramatisch zu. Eine Folge ist, dass wir die höchste Flüchtlingszahl seit dem 2. Weltkrieg beobachten – fast 60 Mio. Menschen sind auf der Flucht. Es ist wichtig, in diesen Ländern eine gute Regierungsführung und einen aktiven Dialog zwischen Zivilgesellschaft und lokalen Autoritäten herzustellen. Nur so kann zu einer Stabilisierung beigetragen werden und können die am meisten gefährdeten Kinder und Familien mit Entwicklungsaktivitäten erreicht werden. Hier wird es messbare Fortschritte geben müssen, um das Überleben derjenigen zu sichern, die von Gewalt, Krieg und Ungerechtigkeit betroffen sind, und die in ihren Gesellschaften an den Rand gedrängt wurden.

Die Nachhaltigkeitsziele sind ehrgeizig, haben aber auch ein Potential, das es noch nie gab für weltweite Entwicklungsanstrengungen. Dieses Mal liegt die Erreichung der Ziele in unser aller Einflussbereich. Jeder Mensch kann sich für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einsetzen, mit der Kraft von World Vision und auch in seiner eigenen Umgebung.

Nur wenige Minuten brauchen Sie, um unsere Aktion zu unterstützen, mit der wir die Bundesregierung auffordern, sich für eine gesunde Entwicklung aller Kinder einzusetzen. „ALLES AUF NULL“ lautet das Motto im Hinblick auf den Kampf gegen Kindertode.

Lassen Sie uns die Welt zu einem besseren Ort für Kinder machen – gemeinsam!

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