Heißestes Jahr und höchste Zeit für Klimaschutz

Salissou's Story: A Brother's Sacrifice for his Little Sister

Es ist nicht fünf vor zwölf in Sachen Klima, es ist 12 Uhr. Die Lage ist dramatischer als gedacht. Darüber sind sich die meisten Wissenschaftler einig. Erstmals wurde im vergangenen Jahr eine Erderwärmung um 1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gemessen. Dieses Jahr wird wahrscheinlich noch heißer – das heißeste Jahr seit der Wetteraufzeichnung.

Zwar wurde als Maßgabe für die Bewältigung von Klimafolgen eine Erderwärmung von 2 Grad ausgegeben, aber eigentlich dürfen wir nur bei maximal 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellem Zeitalter landen, damit unsere Kinder und Enkelkinder noch in einer erträglichen Umwelt leben können. Wir müssen handeln, jetzt, sofort und alle sind gefordert.

Nur ganz wenig Schnee in den Anden-Gipfeln ist vom Flugzeug aus zu sehen.

Nur ganz wenig Schnee in den Anden-Gipfeln ist vom Flugzeug aus zu sehen.

Als Geldanleger haben wir Einfluss auf Investitionen. Als Verbraucher müssen wir sorgfältig überlegen, wie wir uns verhalten, wie wir konsumieren und welche Produkte wir noch kaufen. Sind die Waren nachhaltig produziert im Einklang mit der Umwelt? Fahre ich mit dem Auto oder nehme ich doch lieber die Bahn oder fahre mit dem Fahrrad? Unternehmen sollten sich fragen, wie sie es schaffen können, weniger schädliches CO² in die Erdatmosphäre zu pusten, besser noch sollten sie komplett auf Dekarbonisierung setzen. Regierungen weltweit müssen dafür sorgen, dass sich Entwicklungs-und Klimaziele gegenseitig unterstützen. Speziell die Industriestaaten sollten ihre Finanzierungsversprechungen halten, um mit Klima-Anpassungsmaßnahmen und Klimaschutz auch den ärmsten Menschen zu helfen.
Forderungen der deutschen Zivilgesellschaft an die Bundesregierungen hierzu finden Sie in dem Positionspapier von VENRO und der Klimaallianz.

"Nur diese Handvoll Maiskolben konnte ich dieses Jahr ernten", klagt Solano aus Honduras.  Die Trockenheit durch El Nino hat vielen Regionen in Zentralamerika Missernten beschert.

“Nur diese Handvoll Maiskolben konnte ich dieses Jahr ernten”, klagt Solano aus Honduras. Die Trockenheit durch El Nino hat vielen Regionen in Zentralamerika Missernten beschert.

World Vision sieht in den eigenen Projektregionen wie der Klimawandel soziale und wirtschaftliche Fortschritte untergräbt. Kinder der ärmsten Bevölkerungsschichten leiden darunter am meisten. Fast jede Woche bekommen wir von unseren Partnern aus den südlichen Ländern Hinweise, dass es durch Fluten, Stürme und Dürrewellen massive Ernteausfälle gibt. Wir sehen wieder vermehrt unter- und mangelernährte Kinder und nach Fluten auch einen Anstieg an Krankheiten.


Wenn Sie uns beim Klimaschutz unterstützen möchten:

karemo_webIhre Spende für unser Schwerpunkt-Projekt in Karemo im Westen von Kenia wird für den Schutz des bedrohten Waldes und zur Aufzucht neuer Bäume eingesetzt.  Zudem fördern Sie die Einführung einer nachhaltigen Landwirtschaft und klimafreundlicher Energiequellen in den Haushalten.
Hier können Sie online spenden. Vielen Dank!


Unsere Nothilfe-Expertin Dr. Kathryn Tätzsch berät  mit etlichen Ländern derzeit über Krisen-Hilfen, die infolge des in diesem Jahr besonders starken El Nino-Wetterphänomens geleistet werden müssen. Indonesien kämpft mit Waldbränden, die außer Kontrolle geraten und Millionen Menschen das Atmen schwer machen. Familien verlassen ihre Heimatregionen, weil die Erde sie nicht mehr ernähren kann und weil es kein Trinkwasser mehr gibt.

Wir müssen Umwelt-und Klimaveränderungen mitbedenken, wenn wir mit unserer Arbeit Kindern bessere Lebensbedingungen und Zukunftschancen geben wollen. Dies tun wir auch, indem wir Bauern etwa in organischer und klimafreundlicher Landwirtschaft schulen. Besonders in trockenen Regionen versuchen wir ein nachhaltiges Wasser- und Weidemanagement zu etablieren, durch das auch Konflikte reduziert werden können. Auch im Bereicht Katastrophenhilfe geben unsere Mitarbeiter vor Ort viel Wissen weiter und beziehen dabei Kinder mit ein.

Wie ich dieses Jahr in Äthiopien sehen konnte, können wir  mit sehr effektiven Renaturierungsmaßnahmen wie FMNR verödeten Landschaften neues Leben einhauchen. Es freut mich sehr, dass die Region Humbo dank des dort neu gewachsenen Waldes trotz der aktuellen Dürre nicht unter Nahrungs- oder Wassermangel leidet und dass Klimaschutzmaßnahmen vielen Familien sogar ein höheres Einkommen bescheren.

Anfang Dezember beginnt in Paris die Internationale Klimakonferenz COP21. Die Erwartungen sind hoch und es gibt viel Optimismus, dass es zu einem robusten Klimaabkommen kommen wird. Doch Paris ist nur der Startschuss. Entscheidend ist, wie schnell und effektiv die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt und ob die Versprechungen gehalten werden. Wir alle müssen mithelfen und uns solidarisch mit den Menschen in den Entwicklungsländern zeigen. Wir leben in einer globalisierten Welt. Was am anderen Ende der Welt passiert, wird auch uns in Europa treffen.

Beispiele für unsere Handlungsansätze und Projekte finden Sie auf unserer Themenseite auf der Hompage.

 

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