Hilfe für Flüchtlingskinder auf Deutschland ausgeweitet: Tägliches Angebot im Willkommenstreff in Hessen

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Eine gute Betreuung und einen sicheren Ort zum Spielen können die Kommunen in Deutschland derzeit längst nicht allen vor Krieg und Gewalt geflohenen Kindern anbieten. Deshalb hat sich World Vision entschlossen, mit einem erprobten Konzept Hilfe anzubieten. Im hessischen Oberursel kooperieren wir mit dem Willkommenstreff der Gemeinde St. Ursula.

Die 7jährige Vishravani spricht leise. Von den Erfahrungen, die sie auf ihrer Flucht aus Afghanistan nach Deutschland gemacht hat. Von überfüllten LKW-Flächen, von Booten, die zu kentern drohten, von der Angst, Mama und Papa zu verlieren. Sie und ihre Eltern sind Hindu-Afghanen. Sie flohen vor den Taliban, die ihr Dorf überfallen hatten. Nach Deutschland „weil das hier ein kleines Paradies ist. So sagt ihr doch: Paradies?“

Seit einigen Tagen ist das Kinderbetreuungszentrum im Willkommenstreff der Gemeinde St. Ursula in Oberursel ein kleines Paradies für Vishravani und etwa 40  weitere Kinder, die hier jeden Tag zum Spielen, Basteln und Lernen herkommen. Sie sind zwischen vier und 14 Jahren alt, sie kommen aus Syrien, Afghanistan und Irak. Die Kinder leben mit ihren Eltern im nahegelegenen Erstaufnahmezentrum und finden im Willkommenstreff eine offene und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Abwechslung vom Lagerleben. Freiwillige Helfer, darunter Lehrer, Psychologen aber auch Flüchtlinge selbst, kümmern sich um sie. Leiten zum Spielen an, unterrichten Deutsch, haben ein offenes Ohr.

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„Wir haben uns entschieden, mit dem Kinderbetreuungszentrum den ersten Einsatz unserer Geschichte innerhalb Deutschlands zu starten“, erklärt Christoph Hilligen vom Vorstand von World Vision. „Die Flüchtlingskinder sind oft traumatisiert und brauchen dringend eine Möglichkeit, Normalität und Sicherheit zu erfahren. Das können sie in unserem Betreuungszentrum.“

Das Zentrum ergänzt das bestehende Angebot von St. Ursula und bietet mit Bastel-, Mal- und Lernmaterial vielfältige Möglichkeiten.

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„Die Kinder können sich stabilisieren und fassen Vertrauen, um dann ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten“, weiß Corinna Blume, Expertin für humanitäre Hilfe.  Sie war oft für World Vision im Auslandseinsatz und kennt die Arbeit in den Betreuungszentren aus eigener Erfahrung. „Letztlich machen wir hier in Oberursel genau das mit den Kindern, wie auch derzeit im Libanon oder in Jordanien. Und das Angebot wird ja auch begeistert angenommen.“

Vishravani ist ganz ins Spiel versunken. Sie wirkt ruhig, entspannt. Keiner weiß, wie es in ihr aussieht. Doch ihre Augen leuchten.

Info: World Vision plant weitere Kinderbetreuungszentren, u. a. in Darmstadt. Auch ein mobiles Zentrum ist in Vorbereitung.

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