Klimagipfel in Paris: “Lasst uns nach Hause gehen und Bäume pflanzen”

Banggai ADP - Megi Didong and Clara

Am Rande des Klimagipfels in Paris brachte unser Jugendbotschafter Yudi von der kleinen indonesischen Insel Sumba es auf den Punkt: „Bäume sind Leben. Wenn Sie Bäume sehen, denken sie an Kinder und jetzt lasst uns nach Hause gehen und Bäume pflanzen.“
Auf Sumba wurden in den vergangenen Jahren viele Bäume abgeholzt. Wo keine Bäume und keine Wälder mehr sind, sterben die Tiere und dann auch die Menschen. Yudi und seine Freunde haben das erkannt und pflanzen nun fleißig Bäume auf ihrer Insel.
Hoffnung und großes Leid liegen hier auf dem Klimagipfel eng beieinander. Zu Beginn haben sich alle Staats- und Regierungschefs zu einem positiven Abschluss bekannt, doch dann ging es ans Eingemachte. Angebote wurden auf den Tisch gelegt und abends wieder zurückgezogen. Die Katze muss so lange wie möglich im Sack bleiben, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen, heißt es. Keiner möchte vom eigenen Reichtum abrücken und möglichst wenig abgeben.

World Visions Jugendbotschafter Yudi aus Indonesien

World Visions Jugendbotschafter Yudi aus Indonesien

Nebenan versammeln sich Vertreter der Inselstaaten und berichten davon, wie ihre Heimat langsam im Meer versinkt. Eindringlich warnte eine Jugendvertreterin vor einer weiteren Erderwärmung. Das 2 Grad Ziel reicht nicht, um die Erwärmung aufzuhalten. Darüber sind sich hinter vorgehaltener Hand alle einig. Selbst 1,5 Grad werden die Folgen besonders für die Entwicklungsländer dramatisch sein.

Der Klimawandel ist bereits im Gange

Aktuell erhalten wir von unseren Mitarbeitern aus allen Kontinenten eindringliche Warnungen. In Südindien steht den Menschen das Wasser bis zum Hals, Afrika trocknet aus – in vielen Ländern ist seit mehr als 2 Jahren kein Tropfen Wasser gefallen – oder versinkt ebenfalls in Wassermassen. Die Bauern in Mittel- und Südamerika berichten von Ernteausfällen von bis zu 90%. Die Tiere sterben bereits und Kinder zeigen alarmierende Anzeichen von Unter- und Mangelernährung.

Kein Lebewesen ist so gut darin, wie der Mensch, seinen eigenen Lebensraum zu zerstören. Gehören wir wirklich zu den intelligentesten Lebewesen auf der Erde? Wir zerstören die Lungen der Erde, indem wir Wälder abbrennen und abholzen, um an wertvolle Rohstoffe zu gelangen. Wir stoßen Abgase in die Luft, verpesten unsere Städte mit giftigen Gasen und müssen Kinder mit Schiffen aufs Meer evakuieren, damit sie wieder atmen können. Wir verseuchen Flüsse mit Abwässern und haben in der Folge kein sauberes Trinkwasser mehr.

Was ist mit den Menschen, die im Amazonasgebiet leben? Sie haben hier in Paris keine Stimme. Um auf die dramatische Situation in ihrer Heimat aufmerksam zu machen, hat sich ein ganzes Dorf aus Ecuador mit 1200 Einwohnern auf den Weg gemacht und zeigt hier in Paris Flagge. Die Ureinwohner des Amazonas wissen noch, was Natur bedeutet. Ihr größter Schatz ist ihr Wald, denn er ernährt sie. Sie haben sich bereit erklärt zum Wohle der Menschen, ihre Wälder zu schützen.

2014 war das heißeste Jahr seit der Wetteraufzeichnung. Dieses Jahr wird sogar noch heißer, sagen Wissenschaftler. Am meisten werden die Entwicklungsländer leiden und darum müssen die reichen Länder dafür sorgen, dass sie einerseits nicht die gleichen Fehler machen wie die Industrieländer und dass wir ihnen auch helfen, die Folgen von Klimakatastrophen zu bewältigen.

Der Regenwald in Indonesien leidet unter Brandrodung und Erosion. World Vision hat Baumschulen initiiert:  Einkommens- und Lebensgrundlage.

Der Regenwald in Indonesien leidet unter Brandrodung und Erosion. World Vision hat Baumschulen initiiert: Einkommens- und Lebensgrundlage.

Aber Mutter Natur lässt die Industrieländer, die hauptverantwortlich für den Klimawandel sind, nicht davon kommen. Sie ist eine strenge Lehrerin. Wenn wir nicht schnell handeln, werden auch die reichen Länder zu spüren bekommen, was es bedeutet, nicht auf die Warnzeichen geachtet zu haben. Nach einer neuen Studie von Germanwatch wird Deutschland am schlimmsten betroffen sein. In den vergangenen Jahren verursachten Hitzewellen, schwere Überschwemmungen und Tornados sowie extreme Stürme Schäden in mehrfacher Milliardenhöhe. Viele Menschen mussten ihr Leben lassen.

Klimagipfel  markiert ein neues Zeitalter

Hier in Paris sind wir Zeuge eines historischen Moments. Die Konferenz ist nur der Start in ein neues Zeitalter. In den kommenden Jahren werden alle Lebensbereiche von dieser Zeitenwende betroffen sein. Wir werden uns von fossilen Energien verabschieden müssen, ob wir es wollen oder nicht und neue Ideen und Techniken entwickeln müssen, die im Einklang mit der Natur stehen.

Wie der amerikanische Präsident Barack Obama sagte, sind wir die erste Generation, die Zeuge des Klimawandels ist und die letzte, die noch etwas daran ändern kann. Mutter Natur wird hart mit uns ins Gericht gehen, wenn wir nicht schnell handeln. Die Natur kann sehr gut ohne den Menschen auskommen, aber der Mensch nicht ohne eine intakte Natur.

Bäume spenden Schatten, Nahrung und Leben

World Vision arbeitet in fast 100 Ländern der Erde. Im Fokus der Arbeit steht die Zukunft von Kindern. Daher fördert die Organisation auch Klima angepasste Landwirtschaft, sowie eine Methode der regenerativen Wiederaufforstung, die auf unterirdischen Wäldern beruht. Die Methode ist kostengünstig und sehr effektiv und basiert auf der Existenz von gesundem Wurzelwerk. Menschen, die in der Nähe von Wäldern leben, haben genug Wasser und genug zu essen. Bäume und Sträucher versorgen sie mit Medizin, Früchten und Gemüse und schenken Kühlung, wenn die Sonne unbarmherzig brennt.

Wälder sind Leben! Lasst uns darum nach Hause gehen und dafür sorgen, dass Wälder wieder wachsen! Lasst uns Bäume pflanzen und die Natur schützen, so wie sie uns beschützt!

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