“Zu kalt um aus dem Bett zu kommen” – Winterhilfe für Kinder auf der Flucht braucht Ihre Unterstützung

Manaa (8) und seine Schwester Hareman (6) bleiben jetzt am liebsten unter der warmen Decke, die ihre Familie als Teil eines Winterhilfspakets durch World Vision bekommen hat. Ihre Mutter Mayan erzählt: "Wenn es kalt ist, krabbeln die Kinder unter die Decken und manchmal rufen sie mich dazu, damit ich sie wärme." Hareman wartet an kalten Winter-Morgen ab bis die Sonne das von allen Seiten offene Gebäude etwas wärmt. "Ich bin hungrig, aber es ist zu kalt um aus dem Bett zu steigen", sagt sie zu ihrer Mutter.  Wenn ihre Mama dann das Frühstück ans Bett bringt, ist sie glücklich. Foto: Suzy Sainovski/World Vision

Der Winter kommt. Bei uns sehnen viele Kinder den Schnee herbei, aber im Nahen Osten haben geflüchtete Familien aus Syrien und Irak weniger Mittel als je zuvor, um den Winter zu überleben. Sie brauchen wetterfeste Unterkünfte, Nahrung, warme Kleidung und Schuhe, Heizöfen, Decken oder auch einen warmen Warteplatz auf ihrer Reise.

Allein im Libanon benötigen etwa 195.000 syrische Familien Hilfen für den Winter, haben Hilfsorganisationen berechnet. Trotz Kälte und Stürmen werden viele weitere Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa kommen, wenn sie in Syrien und den Nachbarländern um ihr Leben fürchten müssen und oder dauerhaft in großer Not und Unsicherheit leben müssen. Der Anteil der Kinder unter ihnen wächst stark, zwischen Juni und Dezember ist er laut Unicef bereits von 9 auf 35 Prozent gestiegen.

Die 6jährige Hareman und ihr zwei Jahre älterer Bruder Manaa leben schon den zweiten Winter in einem Beton-Rohbau, der noch keine Außenwände und keine Fenster hat. Im August flohen sie mit ihren Eltern aus dem Nordirak vor der eskalierenden Gewalt zuerst in das Sinjar-Gebirge, dann über die syrische Grenze in das kurdische Autonomiegebiet. “Als wir zuerst in dieses Gebäude kamen, haben wir auf dem nackten Boden geschlafen”, erzählt Mayan, die Mutter der beiden Kinder.  “Essen bekam wir von der Gemeinde hier in Dohuk.” Ein paar Monate später setzte der Winter ein. “Es war ein fürchterlich kalter Winter”, erinnert sich die 46jährige.

Die Temperaturen  liegen jetzt nachts auch wieder kurz über dem Gefrierpunkt. Ein gespendetes Zelt schützt die Familie mit ihren 7 Kindern nun immerhin etwas vor Regen und Kälte, und von World Vision hat sie im Oktober außerdem warme Decken, Matratzen, einen Heizofen, einen Teppich, Schutzplanen und ein Seil bekommen. Damit ist das Leben in dem Rohbau schon erträglicher geworden. “Wenn es sehr kalt ist, kriechen meine Kinder unter die Decken, und manchmal holen sie mich dazu, damit ich sie wärme”, erzählt Mayan. Morgens wartet Hareman unter der Decke, bis die Sonne das Zelt etwas erwärmt hat, auch wenn sie Hunger hat. “Es ist zu kalt um aus dem Bett zu kommen”, sagt sie dann ihrer Mutter und hofft, dass diese ihr dann das Frühstück ans Bett bringt.

Die Winterhilfe von World Vision erreicht dank Spenden aus verschiedenen Ländern einige  tausend notleidende Familien in Syrien, im Libanon, in Jordanien und im Irak, die in Flüchtlingscamps oder ähnlich improvisierten Behausungen leben wie Haremans Familie. In der Türkei und auch an der serbisch-mazedonischen Grenze sind außerdem neue Hilfsprojekte für Flüchtlinge gestartet worden.

Wir danken Ihnen für alle Unterstützung in diesem Jahr und freuen uns sehr, wenn Sie mit uns noch vielen weiteren Kindern in Not die Hand reichen.

Helfen Sie jetzt mit einer einmaligen Spende für Flüchtlinge oder unterstützen Sie wirksam unsere Krisenhilfen mit einer monatlichen Spende.

Bericht und Fotos: Suzy Sainovski, Leiterin Kommunikation zum Syrien- und Irak-Einsatz

1 Kommentar

  1. Kinder helfen, 4. Januar 2016

    Kinder sind wie immer die Ärmsten und Hilflosesten, aber zum Glück für die Flüchtlinge hatten wir dieses Jahr einen wirklich milden Winter bisher!

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