“Die Kälte ist so schlimm, und die Flüchtlinge frieren unglaublich” – Katharina Witkowski an der serbisch-mazedonischen Grenze

flucht im Winter

Bei den über Griechenland kommenden Flüchtlingen wächst die Angst vor der Schließung der EU-Grenzen. Viele Kinder sind daher mit ihren Familien jetzt bei eisigem Schneewetter unterwegs. (Das Foto oben entstand noch vor dem Schneefall).
An der Grenze zu Serbien ist unsere Mitarbeiterin   Katharina Witkowski seit zwei Wochen Zeuge ihrer Nöte und gefährlicher Nachtwanderungen. Sie spricht viel mit Müttern und Vätern, die dankbar für jede Hilfe sind. Die aktuelle Lage beschreibt sie so:

“Wir sind direkt an der Grenze, in Miratovac. Dort ist es sehr hart, da die Flüchtlinge ein ganzes Stück laufen laufen müssen. Es hat die letzten Tage heftig geschneit und die Flüchtlinge frieren unglaublich, wenn sie ankommen. Im Moment kommen sehr viele Familien mit Kindern.

Auf einem offenen Feld gibt es ein kleines Camp zum Ausruhen, das die Organisation IOM aufgebaut hat. Dort versorgen wir die Neu Ankommenden mit Winter- Sachen, wie zum Beispiel warmen Jacken für Kinder, Schuhe, Socken, Handschuhe, Mützen, Schals und auch Tragegurte für Babies. Die Leute sind sehr müde und freuen sich sehr, wenn sie uns sehen und etwas Warmes bekommen.

Kathraina Witkowski hilft einer Mutter, ihrem Kind Strümpfe anzuziehen, die sie gerade an der Hilfsstation im serbisch-mazedonischen Grenzgebiet bekommen hat. Foto: Aida Sunje / World Vision

Kathraina Witkowski hilft einer Mutter, ihrem Kind Strümpfe anzuziehen, die sie gerade an der Hilfsstation im serbisch-mazedonischen Grenzgebiet bekommen hat. Foto: Aida Sunje / World Vision

Die Kälte ist so schlimm, vor allem der eisige Wind. Heute sind es -14 Grad in Miratovac und diese Woche erwarten wir noch bis – 21 Grad. Von dem Lager aus müssen die Flüchtlinge nochmals 3 km laufen, bis sie auf Busse treffen, die sie zur Registrierstation bringen. Die Straße ist sehr schlecht, unbeleuchtet und gefährlich. Letzte Woche haben viele Flüchtlinge versucht in der Dunkelheit von Miratovac zu den Bussen zu laufen, aber der Weg war so verschneit und stockdunkel, dass sie aus Versehen wieder nach Mazedonien gelaufen sind, weil sie so verloren waren. Wenn man sich vorstellt, dass da viele kleine Kinder dabei sind….

In dem Lager können 400 Leute übernachten, und wir sagen den Familien immer, dass sie nach Einbruch der Dunkelheit im Lager bleiben sollen bis Sonnenaufgang, aber viele Menschen haben Panik, dass die Grenze schließen könnten. Deshalb wollen sie nirgendwo warten.

Wir werden diese Woche die Straße reparieren um sie sicherer zu machen, aber auch um zu ermöglichen, dass der Krankenwagen das Camp erreichen kann, denn bei dem eisigen Wind hier werden natürlich viele krank. Ab kommender Woche kümmern wir uns mit mobilen Schutz-Teams hier auch gezielt um Jugendliche, die allein unterwegs sind und Hilfe brauchen, weil sie zum Beispiel ausgeraubt oder von Schmugglern im Stich gelassen wurden.

Ihre Spenden machen diesen humanitären Einsatz erst möglich und wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie sie auch weiterhin unterstützen.”

Hier können Sie für Kinder und Familien auf der Flucht spenden. 

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