Hilfskonvoi für Madaja kann nur der Anfang sein – alle Belagerungen und Behinderungen von Hilfe in Syrien müssen beendet werden!

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Aus der belagerten syrischen Stadt Madaja haben wir in den letzten Tagen furchtbare Berichte und Bilder hungernder Menschen gesehen. Heute macht ein erster Hilfskonvoi, der u.a. Lebensmittel, Decken und Medikamente bringt und die Stadt erreicht haben soll, den Menschen Hoffnung auf eine Besserung ihrer verzweifelten Lage.  Lokale Partner von World Vision beteiligen sich nach derzeitiger Planung an der Verteilung von Lebensmitteln. Auch von Rebellen belagerte Städte im Norden sollen heute Hilfe erhalten, aber es gibt insgesamt viele Hindernisse auf dem Weg. Hierzu erklärt unsere Mitarbeiterin Fran Charles, die von Amman aus die Syrien-Hilfe unterstützt:

Fran Charles„Die Ankunft des Hilfskonvois in Madaja ist ermutigend. Wir hoffen sehr, dass die Hilfslieferungen schnell zu den hungernden Menschen gelangen. Tragischerweise handelt es sich bei Madaya nur um eine von vielen Städten und Ortschaften, die von der Außenwelt abgeschlossen sind. Laut des Berichts des Generalsekretärs der Vereinten Nationen sind um die 400 000 Menschen in Syrien betroffen und benötigen dringend Lebensmittel, Trinkwasser, Zugang zu Hygiene und Medizin. Die Kinder brauchen psychosoziale Unterstützung. In den vergangenen vier Jahren dauerten die Belagerungen immer länger.

Wir rufen die Regierungen dazu auf, ihren Einfluss auf alle Konfliktparteien zu nutzen, um alle Belagerungen in Syrien zu beenden und ungehinderten, nachhaltigen Zugang zur notleidenden Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Mehr humanitäre Hilfe ist dringend erforderlich.

World Vision unterstützt in Nord-Syrien gemeinsam mit Partnern viele lebensrettende Maßnahmen, beispielsweise eine medizinische Grundversorgung vieler geschwächter und auch unterernährter Kinder, die Wasser-und Sanitärversorgung für Familien in Auffanglagern oder auch winterfeste Unterkünfte. Hilfsgüter von einer Region in eine andere zu bringen, ist aber sehr schwierig und gefährlich. Wir sind auf mutige lokale Partner angewiesen, die ständig mit den jeweils herrschenden Akteuren verhandeln müssen. Dadurch erreichen wir viele Menschen nicht, denen wir eigentlich helfen könnten.

Da es sich bei den Restriktionen um ein politisches Problem handelt, können Hilfsorganisationen diese gewaltige humanitäre Krise nicht allein bewältigen. Wir brauchen die Unterstützung von Regierungen, die mit diplomatischem und finanziellem Gewicht darauf hinarbeiten, die Konfliktparteien zu konstruktiven, ernst gemeinten Friedensgesprächen zu bringen. Im Lichte solcher Friedensverhandlungen sind alle Maßnahmen, die Vertrauen bilden unter den beteiligten Kräften, enorm wichtig, dazu gehört das Ende der Belagerungen.”

Wir sind dankbar für jede Spende, die uns erlaubt, das Leben von Kindern zu schützen Familien in Not zu helfen. Hier können Sie online spenden.

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