Dürre in Somaliland bedroht Kinderleben

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Nach drei Jahren andauernder Dürre stehen die Menschen in Somaliland vor einer lebensbedrohlichen Situation. Ihr Vieh ist vielfach gestorben, andere Einkommensmöglichkeiten gibt es kaum. Immer mehr Kinder leiden drastisch unter der Situation.

Die kleine Amira liegt apathisch in den Armen ihrer Mutter Cinab Farah Omar. Sie ist viel zu klein für ihre vier Jahre, spindeldürr und ihr Blick ist leer. Amira ist extrem unterernährt. Die Mitarbeiter von World Vision blicken sehr besorgt, auch wenn sie täglich mit dieser Situation konfrontiert werden.

In einer kleinen Klinik und mit mobilen Teams checken World_Vision-Mitarbeiter die Gesundheit der Kinder.

In einer kleinen Klinik und mit mobilen Teams checken World_Vision-Mitarbeiter die Gesundheit der Kinder.

Immer mehr Menschen kommen in das kleine Gesundheitszentrum von World Vision im  Lughaya-Distrikt. Waren es Mitte 2015 noch knapp 300 Patienten im Monat, so stieg ihre Zahl bis Jahresende auf über 500. Die meisten davon litten an akuter Unterernährung, viele mit den üblichen Erscheinungen eines schwachen Immunsystems wie Entzündungen der Atemwege.

Mohammed Nagueyeh, Projektmanager von World Vision in Somaliland macht die Dürre für den immer schlechteren Zustand vieler Kinder verantwortlich: „Die Menschen in dieser Region sind Viehnomaden. Sie konnten sich immer darauf verlassen, dass ihre Ziegen, Schafe und Kamele genug Milch und Fleisch für die Familien liefern. Aber es hat seit drei Jahren kaum geregnet. Die Weiden sind zur Wüste geworden. Die Tiere sterben.“

Nach Drei Jahren Dürre stirbt das Vieh.

Nach drei Jahren Dürre stirbt das Vieh.

Und mit ihnen die Menschen. Noch sind nicht viele Somaliländer verhungert, aber die Situation verschärft sich deutlich. Immer mehr Menschen kommen in die kleine Gesundheitsstation im Lughaya-Distrikt. Werden dort untersucht, behandelt und bei Unterernährung mit Plumpy`nut versorgt.

Plumpy`nut ist eine sehr nahrhafte Paste aus Erdnüssen und weiteren leicht verdaulichen Zutaten, die für eine schnelle Stabilisierung des Körpers sorgt. Eine Nothilfe – die nicht zum Dauerzustand werden soll. Mohammed Nagueyeh: „Wenn die Patienten wieder stabilisiert sind, erhalten sie keine Nahrungsmittel  mehr. Wir wollen keine Abhängigkeiten schaffen.“

Mit einem einfachen Schnelltest wird der allgemeine zustand überprüft. Bei Amira ist das Gewicht im roten Bereich.

Mit einem einfachen Schnelltest wird der allgemeine Zustand überprüft. Bei Amira ist das Gewicht im roten Bereich.

Stattdessen werden sie auf Entwicklungsprogramme von World Vision hingewiesen, auf Möglichkeiten, durch andere Tätigkeiten Einkommen zu erzielen (mehr dazu im letzten Blogbeitrag ). Sie bekommen auch Ratschläge, wie sie mit einfachsten Mitteln, etwa Wildkräutern, nahrhafteres Essen kochen können.

Die kleine Amira hat Glück im Unglück gehabt. Ihre Mutter ist mit ihr und ihren vier Geschwistern noch rechtzeitig zu World Vision gekommen. Sterben wird sie nicht. Aber möglicherweise hat die Unterernährung dauerhafte Verzögerungen in ihrer Entwicklung bewirkt. Nagueyeh: “Die lassen sich nicht mehr aufholen. Und deswegen ist es so wichtig, von Anfang an mehr Widerstandskraft gegen Phänomene wie Dürren und andere Naturkatastrophen zu schaffen. Das wird uns gelingen. Das muss uns gelingen!“

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