Im Kampf gegen ein Phänomen: Dürre in Afrika

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Das Wetterphänomen El Nino sorgt in diesem Jahr für verheerende Dürren in vielen Teilen der Welt. Vor allem das südliche und östliche Afrika, Zentralamerika und Südostasien sind betroffen. Ein Überblick über Ursache, Wirkung und Gegenmaßnahmen.

Der Geburtshelfer von El Nino ist die übermäßige Erwärmung des Ostpazifiks in Äquatornähe. Dadurch schwächen sich die dortigen Hochdruckgebiete ab – in extremen Jahren wie in 2016 kann sich sogar die Richtung der Passatwinde umkehren. In der Folge steigen die Wassertemperaturen immer weiter. Übliche Regenfälle fallen aus, Dürren vernichten Ernten und lassen das Vieh sterben.

Felder verdorren, Nutzvieh stirbt

Felder verdorren, Nutzvieh stirbt

In klimatisch schwierigen Zonen, wie weite Teile Afrikas, trifft das Wetterphänomen auf bereits geschwächte Strukturen. Denn in den vergangenen Jahrzehnten hat der Klimawandel bereits für häufiger auftretende Dürren, gepaart mit zerstörerischen Überschwemmungen gesorgt. So folgten in Malawi auf eine lange Trockenphase extrem heftige Regenfälle – die ausgedorrte Erde war aber nicht in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen. Die Fluten zerstörten Felder, die schon geringere Ernte ging gänzlich verloren.

Auch jetzt ist Malawi wieder betroffen. Ebenso wie Äthiopien, Simbabwe, Sambia, Mosambik, Südsudan, Somalia, Lesotho, Republik Südafrika und Swasiland. In Teilen Kenias, Ugandas und Tansanias wechseln sich extreme Trockenheit und Überschwemmungen ab, mit den geschilderten Folgen.

World Vision hilft auch mit Trinkwasser und Essen

World Vision hilft auch mit Trinkwasser und Essen

World Vision hilft den Menschen in den betroffenen Gebieten auf zwei Wegen. Zunächst ist Nothilfe angesagt. Wir verteilen Lebensmittel, Wasser und Sanitärartikel (gegen die Ausbreitung von Durchfallerkrankungen). Zehntausenden Familien konnte so geholfen werden, vor allem schwangere und stillende Frauen sowie Kinder stehen im Fokus der Nothilfe. Wir setzen auch Wassertrucks ein, um Trinkwasser in entlegene Regionen zu bringen, wo kein anderer Zugang zu Trinkwasser mehr möglich ist. Doch diese wie auch andere Nothilfemaßnahmen können nur die aktuelle Not lindern.

Vor allem Kinder und Frauen leider unter der El-Nino-Dürre

Vor allem Kinder und Frauen leider unter der El-Nino-Dürre

Der langfristige Ansatz besteht in der Stärkung der landwirtschaftlichen Strukturen gegen die Folgen von Dürren. In Somaliland haben wir in einem Projekt gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit einen solargetriebenen Brunnen gebaut und Tröpfchenbewässerungssysteme angelegt. Hier fließt mitten in der Dürre genug Wasser, um Menschen, Tiere und Felder zu versorgen.

In Äthiopien haben Bauern und Mitarbeiter von World Vision Hunderttausende Hektar Wald und Felder mit der FMNR-Methode wieder renaturiert. Die wiederaufgeforsteten Wälder und beschatteten Felder halten die Feuchtigkeit im Mikroklima und verbessern die Bodenqualität.

In diesen und weiteren Regionen Afrikas trainieren wir Bauern in modernen Anbaumethoden, helfen ihnen beim Anbau Dürre toleranter Pflanzen und unterstützen sie beim Anlegen von Gemüsegarten, die weniger Dürre anfällig sind wie die monokulturelle Anbau von Getreide, wie Mais, Reis oder Weizen. Denn ausgedehnte Trockenheit zerstört viele Getreidepflanzen komplett, während Gemüse mit wenig Aufwand eine reichhaltige Ernährung sichern kann und in guten Jahren einkommensschaffend wirkt.

Die FMNR-Methode (Farmer Managed Natural Regeneration)  hilft, Dürren besser zu überstehen

Die FMNR-Methode (Farmer Managed Natural Regeneration) hilft, Dürren besser zu überstehen

In Regionen, wie in Somaliland und Südsudan hat der Großteil der Bevölkerung bislang mit der Haltung von Vieh für die Ernährung der Familie gesorgt. Doch durch El Nino sind viele Tiere verendet.  Die Lebensgrundlage entfällt damit.  Durch den Klimawandel und wiederkehrende Dürren wird ein Leben als Viehnomaden auch künftig kaum mehr möglich sein. Und so beginnen immer mehr Betroffene, sich nach anderen Einkommensmöglichkeiten umzusehen. World Vision unterstützt sie dabei und fördert mit Mikrokrediten und Trainings kleine StartUps wie Geschäfte, Schneidereien oder Friseurläden. Und bietet so in der Krise auch Chancen auf eine bessere Zukunft.

Mehr zu unserer Arbeit und wie Sie uns unterstützen können:

https://www.worldvision.de/spenden-katastrophenhilfe-hungersnot-in-afrika.php?&affili_id=10371&r=10371&ref=m

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