Moses geht voran – Patenschaft ermutigt

s160146-4: WV Germany Sponsorship

Moses wurde nicht in einem Bastkörbchen ausgesetzt, aber auch schon früh von seinen Eltern getrennt. Der 15-jährige Schüler aus der Region Tanga in Ost-Tansania muss deshalb schon für sich und seine kleine Schwester viele Entscheidungen für die Zukunft treffen.  „Das ist manchmal ganz schön viel Verantwortung und würde mir viel schwerer fallen, wenn ich nicht die World Vision-Mitarbeiter in der Nähe und eine Patin in Deutschland hätte“, sagt Moses.

Der Vater starb vor einigen Jahren und die Mutter sah sich gezwungen neu zu heiraten, denn sie hatte kein eigenes Einkommen. Ihre Kinder konnte sie nicht mitnehmen in die neue Ehe. Moses und seine 6 Jahre alte Schwester Grace leben daher bei Großmutter Josephine im Projektgebiet Bwembwera. Sie half ihm die Hoffnung nicht zu verlieren, sagt Moses. „Ich dachte mein Leben sei vorbei, nachdem mein Vater gestorben war, und ich hatte viele Albträume aus Angst die Schule verlassen zu müssen oder kein Essen für uns zu haben“.

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Die Albträume verschwanden, weil die Projektmitarbeiter und auch die Patin auf die Not der Geschwister und ihrer Großmutter reagierten. Sie erhielten unter anderem betten zum Schlafen und eine Nähmaschine, mit der die Großmutter jeden Monat ungefähr 10.000 tansanische Schilling verdient und zumindest kleinere Ausgaben bestreiten kann. Moses erhielt vier Ziegen und eine kleine Ausbildung in der Ziegenzucht. Stolz berichtet er über sein neues Wissen und den Nutzen der Tiere. „Ich kann meine Ziegen gesund halten und leicht vermehren. Letzte Woche habe ich eine Ziege für 35.000 Schillinge verkauft. Davon konnte ich Schulbücher und Schreibsachen kaufen und meiner Großmutter noch Geld für Lebensmittel geben.“

Patenkind Moses

Das Vorankommen in der Sekundarschule ist dem ernsthaften Teenager sehr wichtig. Moses interessiert sich besonders für Naturwissenschaften und würde später gerne Arzt werden. Damit verbindet er den Traum für sein Dorf ein kleines Krankenhaus zu bauen, „damit ich uns alle hier vor Krankheiten retten kann“.  Auf diesen Plan für eine bessere Zukunft versucht er sich sehr energisch zu konzentrieren. Mit Erfolg, denn das letzte Schuljahrsexamen schloss er wieder erfolgreich ab. Dass er schon so weit gekommen ist, empfindet er als Wunder. „World Vision und meine Patin sind meine Lebenshelden“, sagt er dankbar. Jeden Tag erinnert ihn die durch die Patenschaftsspenden finanzierte Schuluniform daran. Moses richtet sich ganz hoch auf, als er sagt: „Ich sehe mit meiner Schuluniform schicker aus als viele Klassenkameraden, obwohl ich aus einer der ärmsten Familien meines Dorfes komme.“

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Hausaufgaben werden auf dem Bett gemacht.

Für sein nächstes Ziel braucht Moses noch etwas Geduld, aber der Plan ist schon fertig in seinem Kopf: er möchte ein neues, stabileres Haus bauen für seine kleine Familie.  Für das Dach ist auch das Material schon da, dank einer Sonderspende der Patin.  Das übrige Baumaterial muss Moses nach und nach besorgen, und natürlich wünscht er sich Unterstützung dafür, aber wenn er selbst entscheiden muss, wie letztes Jahr nach der Prüfung, dann entscheidet er: „Schule geht vor“.

 

Mit der vom Projekt bereitgestellten Nähmaschine kann Moses' Großmutter jeden Monat etwas Geld verdienen, um zum Beispiel Schulgebühren zu bezahlen.

Mit der vom Projekt bereitgestellten Nähmaschine kann Moses’ Großmutter jeden Monat etwas Geld verdienen, um zum Beispiel Schulgebühren zu bezahlen.

Moses und seine Großmutter betonen im Gespräch auch, dass sie nicht nur für die materielle Unterstützung sehr dankbar sind. Sie fühlen sich ermutigt durch die Aufmerksamkeit, die ihnen das Projekt und die Patin in harten Zeiten immer wieder schenken.

Über die Arbeit und Fortschritte im Projekt Bwembwera in Tansania können Sie sich durch unsere Projektinfo oder auch im Patenportal informieren.

Das Gespräch mit Moses führte unsere Mitarbeiterin Adda Ngoya. 

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