Aktueller Report: Hunger und Durst nach El Niño gefährden das Leben vieler Kinder in Afrika

Aphele läuft jeden Tag mehr als 4 Kilometer  bis zur Schule. "Ich gehe lieber hin, weil unsere Lehrer uns Frühstück und Mittagessen geben. Zuhause haben wir gerade meistens nichts zu essen." Ihre Familie ist durch die Dürre hart getroffen worden. Die meisten ihrer Rinder starben durch die Trockenheit. Foto: Crislyn Felisilda / World Vision

Aphele läuft jeden Tag mehr als 4 Kilometer bis zur Schule. "Ich gehe lieber hin, weil unsere Lehrer uns Frühstück und Mittagessen geben. Zuhause haben wir gerade meistens nichts zu essen." Ihre Familie ist durch die Dürre hart getroffen worden. Die meisten ihrer Rinder starben durch die Trockenheit. Foto: Crislyn Felisilda / World Vision

Hunger, Kinderarbeit und Schulabbrüche: Das sind einige der verheerenden Folgen, die El Niño für Kinder im südlichen Afrika hat. Diese Ergebnisse sind in einem aktuellen Bericht mehrerer Kinderhilfsorganisationen zu lesen.

In neun Ländern des südlichen Afrika (Südafrika, Lesotho, Swasiland, Angola, Mosambik, Malawi, Simbabwe, Sambia und der Demokratischen Republik Kongo) hat World Vision gemeinsam mit UNICEF und Plan International die Situation der Kinder analysiert. Dazu wurden Kinderschutzexperten über ihre Erfahrungen mit Kindern in den Regionen befragt.

Der aktuelle Bericht zeigt, dass die Gesundheit der Kinder stark unter Nahrungs-und Wassermangel leidet. Aber auch die Armut wächst zunehmend. Viele Kinder gehen deshalb nicht mehr zur Schule und müssen arbeiten, oft außerhalb ihrer Heimatorte. Auch viele Eltern müssen ihre Familien verlassen. Konflikte um Ressourcen nehmen zu und zwingen mehr Menschen zur Flucht.

„Es scheint, dass dem Wohl der Kinder bei schleichenden Katastrophen wie El Niño zu wenig Priorität beigemessen wird“, sagt Rudo Kwaramba, World Vision-Regionalleiterin für das südliche Afrika.

Wie sehr das Leben von Kindern negativ beeinflusst wird, zeigt auch das Schicksal der 14-jährigen Ines in Mosambik. Als ihre Familie nichts mehr zu essen hatte, musste sie einen um Jahre älteren Mann heiraten. „Ich wollte das nicht, ich wollte weiter zur Schule gehen“, sagt sie. Als er begann, sie zu schlagen, rannte sie davon.

Die Studie beinhaltet unter anderem die folgenden Ergebnisse:

Migration von Kindern – Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, dass Nahrungsmittelmangel einer der Hauptgründe für Migration sei, gefolgt von Dürre und dem Fehlen von Wasser.

Kinderarbeit – Mehr als die Hälfte der befragen Experten beobachtete, dass Kinderarbeit seit dem Beginn von El Niño stark gestiegen sei. Betroffen sind vor allem Jungen.

Bildung – Die Schulabbruchrate sei ebenfalls gestiegen, das berichteten fast 80 Prozent der Befragten. Alleine in einer Provinz in Simbabwe mussten 6.000 Kinder die Schule verlassen, um ihren Eltern im Haushalt oder bei der Arbeit auf den Feldern zu helfen.

„Wir denken immer, Wasser und Nahrung sind die wichtigsten Dinge. Und es stimmt auch: Ohne sie können wir nicht überleben. Aber dazu gezwungen zu werden, die Schule abzubrechen und zu heiraten, beendet das Leben der Kinder auf eine andere Art und Weise“, ergänzt Kwaramba.

Den vollständigen Bericht können Sie (in Englisch) hier nachlesen.

2 Kommentare

  1. Larissa Floruß, 28. Juni 2017

    “Es scheint, dass dem Wohl der Kinder bei schleichenden Katastrophen wie El Nino zu wenig Priorität beigemessen wird”, so dass Kommentar von Rudo Kwaramba. Falsch. Mir scheint, als ob dem Wohl der Kinder aus derartigen “dritte-Welt-Ländern” grundsätzlich zu wenig Priorität beigemessen wird, oder aus welchen Gründen sonst sind Naturkatastrophen dieser Art in solchen Ländern umso verheerender in Ihrer Auswirkung? Auch die Probleme des Hungers und Dursts sind doch eigentlich schon unzählige Jahre bekannt. Und natürlich ist es schön zu hören, dass Aphele gern zur Schule geht – unzumutbar jedoch (und der schon vermeidbare Beginn der eigentlichen Katastrophe), dass dieses Kind 4 Kilometer zur Schule laufen muss…eine änderbare Tatsache, die mit der Naturkatastrophe in keinem Zusammenhang steht.

  2. Sina, 21. Juli 2017

    Wasser und Nahrung sind die wichtigsten Dinge, das meint auch Kwaramba.
    Es ist dramatisch, dass diese beiden Dinge nicht auf der ganzen Welt selbstverständlich sind.
    Die Situationsanalyse ist ein erster wichtiger Schritt, um eine passgenaue Veränderung zu erzielen. Allerdings wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, die Kinder selbst zu befragen und nicht ein Kinderschutzexperte.
    Um den ganzen nachfolgenden Problemen entgegenzuwirken, ist es von Bedeutung, neben der Gewährleistung von Essen und Trinken, Schulen auszubauen. Dies sehe ich als Weg, um aus der Armut und der damit verbundenen Spirale auszubrechen. Hierfür erachte ich es als wichtig, dass es staatliche Unterstützung gibt, um die Existenz der neuen Schulen zu gewährleisten.

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