Exodus nach Uganda – Großeinsatz für Flüchtlinge aus dem Südsudan

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Bei dem Stichwort “Flüchtlingskrise” schauen unsere Mitarbeiter in Ostafrika gerade vor allem Richtung Südsudan. In den letzten drei Wochen sind mehr als 37.000 Menschen vor den Kämpfen dort allein ins Nachbarland Uganda geflohen. Besonders in der vergangen Woche spitzte sich die Lage im Grenzgebiet zu, weil über 4.000 Menschen täglich aufgenommen und versorgt werden mussten. World Vision ist im Großeinsatz um Hilfe zu leisten, und unser Mitarbeiter Moses Mukitale hält uns vor Ort über die Lage auf dem Laufenden.

Viele der Sammelpunkte und Auffanglager an der Grenze waren in den letzten Tagen völlig überfüllt, und Helfer kamen mit der Lieferung von Nahrung und Trinkwasser oder mit medizinischer Versorgung kaum noch. Am Transit-Sammelpunkt Elegu übernachteten vor drei Tagen – bei teilweise heftigem Regen – zum Beispiel rund 7.000 Menschen, aber es war wegen der Enge dort nicht mehr möglich die genaue Zahl zu ermitteln. Inzwischen sind aber zwei neue Aufnahmezentren für bis zu 40.000 Flüchtlinge von der Regierung bereit gestellt worden, und gestern wurden Neuankömmlinge von der Grenze aus direkt dorthin gebracht.

Zu über 90 Prozent handelte es sich bei den neu ankommenden Flüchtlingen um Frauen und Kinder. Viele von ihnen berichteten laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk, dass bewaffnete Gruppen in ihrer Heimat kämpften, plünderten und auch Zivilisten ermordeten. Frauen berichteten außerdem, dass sie von ihren Männern getrennt worden seien.

Viele Frauen Kinder sind bei der Ankunft nicht nur durch die Strapazen der Flucht, sondern auch durch Unter- oder Mangelernährung sehr geschwächt. Die World Vision-Mitarbeiter geben ihnen daher bereits an der Grenze proteinreiche Kekse. In den Aufnahmezentren erhalten die Flüchtlinge dann durch eine andere Hilfsorganisation warme Mahlzeiten.

 

World Vision ist jedoch auch in mehreren Flüchtlingslagern aktiv, unter anderem mit Programmen zur Wasser-und Sanitärversorgung, mit Kinderbetreuungsangeboten und mit Friedensförderung. Rund 155.000 südsudanesische Flüchtlinge erhalten außerdem an 37 Verteilstellen Nahrungsmittel durch World Vision, die das UN-Welternährungsprogramm liefert.

 

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14 dieser Verteilstellen liegen im Distrikt Adjumani, wo World Vision auch vier Kinderbetreuungszentren und besondere Anlaufpunkte für Mütter mit Stillschwierigkeiten eingerichtet hat. Nach Auskunft von Moses Mukitale müssen die Hilfsangebote wegen des anhaltenden Zustroms dringend ausgebaut werden.

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Uganda hat mit Gesetzen von 2006 und 2010 recht gute Rahmenbedingungen zur Integration von Flüchtlingen geschaffen. Sie dürfen sich zum Beispiel frei im Land bewegen, niederlassen, arbeiten gehen und haben prinzipiell den gleichen Zugang zu Sozialleistungen und zu Bildung wie Einheimische. Im Dezember 2015 waren allerdings nach offiziellen Zahlen schon rund 511.000 Flüchtlinge und Asylbewerber im Land, was zu Spannungen führt. Die schlechte Entwicklung im Nachbarland Südsudan ist für Uganda somit ein gewaltiges Problem, und internationale Unterstützung dringend notwendig.

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1 Kommentar

  1. Lisa, 7. Juli 2017

    Ich finde es beachtlich, dass Uganda als Land des globalen Südens Rahmenbedingungen für Flüchtlinge hat, die besagen, dass Flüchtlinge sich frei im Land bewegen und sofort einer Arbeit nachgehen können. Im Vergleich zu Deutschland sind Flüchtlinge in ihren Residenzrechten – oder eher Residenzpflichten – eingeschränkter. Meiner Meinung nach gehört es mit zu den Menschenrechten selbst zu bestimmen, wo ich leben möchte. Im Zuge der “Flüchtlingskrise” versucht die Politik eine Ordnung durch solche Bestimmungen zu pflegen. Jedoch sollte ein nachhaltiges Konzept entwickelt werden, welches Flüchtlingen ermöglicht, ihren Wohnort selbst zu wählen.

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