Steine für Brot

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Das Wetterphänomen El Niño ist vorbei, hat aber immer noch dramatische Auswirkungen auf Kinder und Familien. Viele Kinder im südlichen Afrika werden zum Beispiel von ihren Eltern verlassen, weil die Dürre ihre Ernten zerstört hat und sie nun anderswo Arbeit suchen müssen.

Kinder in Lesotho durch Dürre auf sich allein gestellt

An einem Freitagnachmittag stehen zwei Jungs an einer belebten Straße. Das tun Jungs oft, wenn sie mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen wissen. Aber kaum einer hält dabei große, bunte Steine in der Hand. In der Hoffnung sie zu verkaufen und so vielleicht ein bisschen Brot zu bekommen.

Der 16jährige Letebal und sein jüngerer Bruder Pule (13) graben die Steine aus dem nahegelegenen Fluss. “Das ist unsere einzige Möglichkeit zu überleben”, sagt Letebal. “Wegen der Dürre hat unsere Mutter uns vor zwei Monaten zurückgelassen und sich nach Südafrika aufgemacht, um dort Arbeit zu finden. Seitdem haben wir nichts mehr von ihr gehört.”

Anfangs bekamen sie noch Essen von den Nachbarn, “aber denen ging es dann genauso schlecht. Die hatten ja auch nichts mehr.”

Dann hörten die Brüder, dass man besonders schöne Steine verkaufen könne. An wohlhabendere Leute, die damit ihre Gärten gestalten. Für einen großen Stein bekommen sie 30 Eurocent. Das reicht aber nicht einmal für ein Brot. Oft verkaufen sie auch gar nichts.

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Ihr arbeitsloser Vater hatte die Familie schon vor sechs Monaten verlassen. Auch von ihm gab es keine Nachricht mehr. Vor der Dürre waren Letebal, sein Bruder und seine Eltern eine Familie, wie so viele in der Gegend. Abhängig von kleiner Landwirtschaft, arm, aber gehungert haben sie nicht. Jetzt wird sogar das Trinkwasser knapp.

Die Preise für Lebensmittel haben sich verdoppelt. Viele Eltern haben auf der Suche nach Arbeit ihre Familien verlassen. Diese verwaisten Kinder sind besonders stark von El Niño und den Folgen betroffen.

World Vision arbeitet mit lokalen Behörden und anderen Organisationen daran, die schlimmsten Auswirkungen zu mildern. In den mit Entwicklungsprogrammen unterstützten Regionen erhalten Kinder und ihre Familien Lebensmittelrationen und Saatgut. Wassertanks werden an Bauern verteilt. Eine jüngst veröffentlichte Studie zeigt, dass von den knapp zwei Millionen Menschen in Lesotho jeder vierte von den Folgen der Dürre betroffen ist.

Wir bitten herzlich um Spenden, mit denen wir betroffene Familien zum Beispiel mit Lebensmitteln, Saatgut oder Wasser versorgen können.
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