Über 7.000 Kinder kommen in unsere Kinderzentren in Uganda – Flüchtlinge helfen engagiert

Uganda images – South Sudan refugees

Nach ihrer Flucht aus dem Südsudan müssen viele Kinder ohne ihre Familien klar kommen. Karin Model hat gesehen wie ihnen unsere Angebote helfen.

Ich bin nach Nord-Uganda gereist, da World Vision in Kooperation mit „Aktion Deutschland Hilft“ dort geflüchtete Kinder aus dem Südsudan in unterstützt. Wir versuchen ihnen positive Erfahrungen zu vermitteln und einen normalen Alltag nach ihrer Flucht wiederherzustellen. Viele Kinder haben durch den Bürgerkrieg, der im Dezember 2013 im Südsudan ausbrach, Schreckliches erlebt. Ihre Familienmitglieder wurden bei Kämpfen getötet, sie konnten plötzlich nicht mehr in die Schule gehen und mussten ihr Zuhause von heute auf morgen verlassen.

Mein Zielort war Adjumani, eine Stadt in der Nähe der Grenze zum Süd Sudan im Norden des Landes. Vor der Ankunft der Flüchtlinge war Adjumani eine winzige Stadt, die von unbewohntem Land umgeben war. Die Regierung Ugandas hat dieses Land den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Inzwischen sind 64 % der Bevölkerung in Adjumani Flüchtlinge aus dem Südsudan, die in mehr als 14 Flüchtlingslagern leben. Täglich kommen neue Menschen aus dem Süd Sudan an. Auch wenn inzwischen ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, treibt anhaltende Gewalt und eine Hungersnot in dem großen Nachbarland die Menschen nach Uganda. Im April entschloss sich das Hochkommissariat für Flüchtlinge der UN (UNHCR) ein weiteres großes Flüchtlingslager zu eröffnen und bat um internationale Unterstützung. Die Flüchtlinge erhalten nach ihrer Ankunft und Registrierung ein kleines Stück Land, Zugang zu Trinkwasser und Nahrungsmittel.

World Vision ist in Adjumani in vier Flüchtlingslagern tätig und unterhält dort Kinderzentren. Dort erhalten Kinder und Jugendliche am Vormittag Unterricht können und am Nachmittag ihre Freizeit verbringen. Durch die Spenden konnte World Vision unter anderem Spielplatzzubehör (Schaukeln, Brettspiele usw.) kaufen, die von den Kindern mit Begeisterung benutzt werden.

wippe

World Vision Deutschland hat lokale Mitarbeiter und südsudanesische Flüchtlinge als Betreuer engagiert, die mit viel Kreativität und neuen Ideen Angebote für die Kinder machen. Dies hilft auch älteren Kindern, die ohne ihre Eltern mit kleineren Geschwistern nach Uganda geflohen sind, denn können so wenigstens zeitweise wieder Kind sein und sind mit ihrer schweren Verantwortung nicht allein.

Eine Geschichte, die mich ganz besonders berührt hat ist die eines älteren Mannes, der seine gehbehinderte Enkelin den ganzen Weg vom Südsudan nach Uganda begleitet hat. Einen Teil der Strecke musste er sie sogar tragen, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gab. Er ist sehr dankbar, dass das Mädchen trotz seiner Einschränkungen in den Kinderzentren mit Gleichaltrigen zusammen spielen kann. Körperlich behinderte Kinder werden mit betreut und können bei den Aktivitäten mitmachen.

James Kamira, ein lokaler Mitarbeiter, erklärt: „Wir haben über 7.000 Kinder, die zu unseren Kinderzentren kommen. Sie kommen nach dem Schulunterricht und genießen es einfach miteinander in Frieden zu spielen“. Die World Vision Mitarbeiter erhielten Schulungen, wie man mit traumatisierten Kindern umgeht und ihnen hilft durch psychosoziale Betreuung wieder in den Alltag zurückzufinden.

Uganda images – South Sudan refugees

Die Kinderzentren dienen den Mitarbeitern auch dazu, mit Kindern in Kontakt zu kommen, die besondere Probleme haben. Diese Kinder vermitteln sie dann an spezialisierte Helfer. Viele Kinder haben ihre Eltern im Bürgerkrieg verloren. Diese Kinder brauchen besonders viel Hilfe und Aufmerksamkeit.

Zur Autorin: Karin Model betreut als Referentin für humanitäre Hilfe bei World Vision Deutschland Hilfsprojekte in Ost-Afrika und Südsudan.

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