In Haiti – 9 Monate nach dem Erdbeben

Lutz Hahn von World Vision in HaitiHaiti bleibt in unserem Fokus. Lutz Hahn, Medienreferent von World Vision Schweiz, ist 9 Monate nach dem Erdbeben jetzt zum zweiten Mal vor Ort. Er besucht in den nächsten Tagen mehrere Hilfsprojekte des Katastrophenhilfe-Bündnisses Aktion Deutschland Hilft, darunter auch Projekte von World Vision in der Region Port-au-Prince. Eine seiner ersten spannenden Begegenungen: ein haitianischer TV-Star, der als Arzt jetzt mit World Vision zusammen Obdachlose betreut.

Reisetagebuch, Tag 1.

Knapp 8 Monate nachdem ich kurz nach dem Erdbeben bereits für World Vision hier war, betrete ich das Land wieder. Anders als bei der Landung mit einem Kleinflugzeug Anfang Februar, ist der Flughafen nun wieder für den normalen Flugverkehr geöffnet. Das Arrival-Gate scheint neu gebaut zu sein.

Die erste Erkundungsfahrt durch die Stadt lässt das Gefühl hochkommen, dass sich das Leben und die Umstände der Haitianer nicht wesentlich geändert haben. Noch immer ist das Stadtbild geprägt von eingestürzten Häusern. Auch zerdrückte Autos stehen nach wie vor am Straßenrand. Die Menschen leben auf den Trümmern, als wenn dies normal wäre. Auch die Notquartiere, in denen viele Obdachlose nach dem Beben eine neue Bleibe gefunden haben, sind mit Menschen überfüllt. Sie leben unter Zeltplanen. Manches Dach ist bereits eingerissen oder wurde notdürftig geflickt. Schwer vorstellbar, welche Zustände hier herrschen, wenn es sintflutartig regnet. Zur Zeit ist Regenzeit.

Beliebter Arzt in einem von World Vision betreuten Notlager

Wir kommen in ein Notquartier, welches von World Vision betreut wird. Kinder singen, tanzen oder spielen. Frauen werden in Hygiene unterrichtet und Mütter bringen ihre Kleinkinder zur medizinischen Untersuchung. Ein World Vision Arzt genießt besonderes Ansehen unter den Camp-Bewohnern. Beim Nachhaken stellt sich heraus, dass der Doktor vor dem Erdbeben ein bekannter TV-Star im Haitianischen Fernsehen war. Er hält es aber für seine Pflicht, seinen Landsleuten nun medizinische Hilfe zu leisten und so aktiv einen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes zu leisten. Bei der Medikamentenausgabe treffe ich auf eine Schweizerin. Die gelernte Krankenschwester aus Luzern hilft hier für ein paar Monate als freiwillige Helferin in der mobilen Krankenstation von World Vision.

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