Trotz nuklearer Bedrohung: “Es gibt so viel Not und darauf müssen wir reagieren.”

Mitsuko Sobata – Gedanken einer Helferin in Japan

Am Montagmorgen erwachten wir in aller Frühe, nachdem wir am Abend zuvor Sendai erreicht hatten. In der Innenstadt sah alles aus wie immer. Aber dann, keine 20 Minuten später, änderte sich alles.

Wir kamen in den teil der Stadt, der vom Tsunami getroffen worden war und der Anblick war schrecklich – umgestürzte Bäume, umgeworfene Autos, alles ist völlig durcheinander geraten. Wir versuchten dann Arahama zu erreichen, eines der am schlimmsten getroffenen Gebiete, wo vermutlich über 300 Menschen ums Leben gekommen sind, aber die Straße dorthin ist völlig zerstört. Wir haben natürlich die Bilder der Zerstörung gesehen, bevor wir Tokio verlassen haben, aber das Ausmaß der Zerstörung vor eigenen Augen zu haben war schockierend. Und das Schlimmste war, dass es so ruhig ist. Zu ruhig.

Trotz alledem hat mich die Stärke der Menschen ermutigt. Sie bleiben bei einander, bleiben ruhig, helfen einander und teilen, was sie haben. Sie stehen alle unter Schock aber zugleich arbeiten sie zusammen. Das macht mich stolz eine Japanerin zu sein und stolz darauf, dass die Japaner zusammen halten. Wir stehen vor unvorstellbaren Herausforderungen – aber wir stellen uns ihnen als vereinte Nation.

Die Hilfe aus aller Welt ist wirklich erstaunlich – heute erfuhren wir von einer Spende aus Afghanistan, aus Khandahar, eine Spende von beträchtlicher Höher für dortige Verhältnisse und das ist so ermutigend für uns als Japaner.

Natürlich machen auch wir von World Vision uns Sorgen wegen der radioaktiven Bedrohung. Aber die Sache ist die: Es gibt soviel Not – und darauf müssen wir reagieren.

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