Kaffeeduft und Wolken am Neujahrstag

2. Teil des Reiseblogs von Pressesprecherin Silvia Holten aus Äthiopien

Der Himmel über Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, ist bewölkt. Der erste Eindruck, als wir durch die Wolken fliegen, grün, aber nicht gerade eine Blume. Addis Abeba heißt übersetzt “Neue Blume”. Das Klima ist recht angenehm – noch, es ist 8 Uhr morgens.

Später nachdem wir uns nach dem Nachtflug etwas erholt haben, machen wir einen Spaziergang durch die Stadt. Es wird viel gebaut, einige Häuser sind schon fertig und glitzern mit ihren Glasfassaden in der jetzt brennenden Sonne. Doch schaut man etwas abseits der Hauptstraßen, sieht man schön versteckt die Slums und viele Kinder im Dreck spielen. Straßenkinder versuchen, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen, viele Blinde und Behinderte betteln um eine kleine Spende. Der Smog, der durch die vielen alten Autos verursacht wird, nimmt einem den Atem.

Der Bauboom könnte dafür sprechen, dass die äthiopische Regierung mit aller Macht die führende Wirtschaftsnation in Afrika werden möchte, aber hinter vorgehaltener Hand wird uns erzählt, dass die Menschen überhaupt nicht mit der Regierung zufrieden sind und noch nie hätte es so viele Hungernde gegeben. Es gibt viele Zweifel, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Auch ich bin inzwischen skeptisch, aber vielleicht bringen die nächsten Tage ja neue Hoffnung.

Heute ist Neujahrs-Fest in Äthiopien und ich wünsche dem äthiopischen Volk von Herzen alles Gute. Der äthiopische Kalender basiert auf dem koptischen und hinkt dem gregorianischen um etwa 7 Jahre und 9 Monate hinterher. Überall wird die traditionelle Kaffee-Zeremonie abgehalten und uns angeboten. Der Kaffee ist köstlich.

1 Kommentar

  1. Hans-Peter Fricke, 12. September 2011

    Es währe fast zu schön, wenn es so wäre. Ich habe jedens falls mehr als Zweifel und kenne die Region seit 30 Jahren. Gestern kam auf 3 SAT ” Hotel Ruanda”. Ich kann es nur jedem empfehlen der sich für Zentral Africa interessiert.

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