Neuer Horizont durch Rio-Beteiligung

Wenn über Entwicklungschancen für die Jugend von heute und zukünftige Generationen verhandelt wird, sollten Kinder und Jugendliche gehört und beteiligt werden. Die brasilianische "Jugendbewegung zur Politik-Kontrolle" verlieh dieser Forderung von World Vision beim Rio+20 Gipfel überzeugend Nachdruck und nutzte die Gelegenheit sich mit anderen Jugendbewegungen zu vernetzen.

 

Der 19jährige Edgleison Rodrigues schaut auf den Gipfel für nachhaltige Entwicklung – Rio+20 – zurück. Er hat dort – gut vorbereitet und mit Unterstützung von World Vision – die Vorschläge brasilianischer Jugendlicher für das Leben künftiger Generationen vertreten.

In vielen brasilianischen Gemeinden herrscht eine sehr harte Realität – keine Sanitäreinrichtungen, Kinder ohne Bildungsmöglichkeiten und viele andere Probleme, die zeigen, dass das Leben in Brasilien von großen Unterschieden geprägt und sehr unfair ist. Wenn wir unser Leben nicht ändern, werden diese Zustände sich nur weiter verstärken und das Leben der Kinder und Jugendlichen in Brasilien mehr und mehr bestimmen.

World Vision setzt sich für ein besseres Leben für Kinder und Jugendliche ein. Die Themen wie Armut und Umwelterziehung, die letzten Monat auf der Rio+20 Konferenz der UN zur Nachhaltigkeit diskutiert wurden, sind in den Gemeinden, in denen World Vision arbeitet, immer präsent.

Ich war auch beim Rio+20-Gipfel dabei – mit meiner Jugendgruppe, der Bewegung Monitoramento Jovem de Politicas Publicas (auf deutsch: Jugend-Bewegung zur Politik-Kontrolle), die von World Vision unterstützt wird.

Schon vor dem Gipfel befragten wir Hunderte von Jugendlichen in unseren Gemeinden in ganz Brasilien zu ihren Vorstellungen von Bildung, Gesundheit, Gemeindestrukturen und Beteiligung sowie Klimawandel und Ernährungssicherung. Wir verfassten ein Dokument, in dem wir die Ergebnisse unserer Umfragen sammelten und unsere Vorschläge – die Vorschläge der brasilianischen Jugendlichen – für nachhaltige Entwicklung darlegen. Wir präsentierten das Papier vor meinem Stadtrat, sowie vor den Jugendlichen und allen Leuten und Organisationen auf dem Gipfel. So zeigten wir ihnen unsere Vision von einer besseren Zukunft.

Der Gipfel war eine gute Gelegenheit sich mit diesen wichtigen Dingen zu beschäftigen und mit anderen Jugendlichen darüber auszutauschen. Es ist sehr wichtig, zu versuchen, in einem globalen Rahmen zu denken und zu diskutieren, denn wir sind sonst immer sehr stark mit der Realität in unseren eigenen Gemeinden beschäftigt. Jetzt haben wir uns vorgenommen, die Beziehungen zu anderen Jugendgruppen zu vertiefen, die dieselben Ziele haben, wie wir.

Wenn ich an der Konferenz etwas verbessern könnte, dann würde ich den Organisatoren vorschlagen, mehr Platz zum Zuhören und zur Beteiligung zu schaffen. Ich würde auch vorschlagen, dass die Beteiligung Brasiliens verpflichtend ist. Alle wichtigen Treffen waren auf Englisch und die Übersetzung hat nicht funktioniert. Außerdem haben wir viele Leute gesehen, die draußen waren und gar nicht an den Diskussionen teilnahmen. Dass sie ihre Chance zur Beteiligung nicht genutzt haben, fanden wir nicht gut.

Notiz des Herausgebers:

Ein Ergebnis der Beteiligung von Monitoramento Jovem de Politicas Publicas an der Rio+20 Konferenz war ihr Einfluss auf ein Dokument mit dem Titel: “Youth Build Today a New World “, das in den Sitzungen der Hauptkonferenz besprochen wurde. Die Jugendlichen hatten darüber hinaus die großartige Möglichkeit, an einem internationalen Entscheidungsprozess teilnehmen zu können, sich mit anderen Gruppen zu treffen und brasilianische Politiker kennenzulernen, so etwa die ehemalige Umweltministerin Marina Silva.

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