Zivilisten im Ostkongo fliehen vor Rebellenarmee

Wer aus Ruanda stammt ist in den Straßen Gomas nicht mehr sicher

Wer aus Ruanda stammt ist in den Straßen Gomas nicht mehr sicher

Panik herrscht auf den Straßen Gomas. Denn Rebellen stehen vor den Toren der größten Stadt in der Region Nord-Kivu und jederzeit kann ein Angriff beginnen. Die UN Blauhelmmission Monusco hat sich vor der Stadt bereits positioniert, um sie vor den Eindringlingen zu schützen.

Auch die Mitarbeiter des World Vision Büros in Goma, das die Arbeit im Osten Kongos koordiniert, trauen sich kaum auf die Straßen. Sie arbeiten derzeit von zu Hause aus, das Büro bleibt leer. „Wir stehen mit den Kollegen in Kontakt. Sie rechnen jederzeit damit, die Stadt verlassen zu müssen “, sagt Anna Fenten von World Vision Deutschland, die sich um die aktuelle Situation in Ostkongo kümmert.

Auch das World Vision Büro in Goma ist betroffen.

Seit einigen Monaten ist die trügerische Ruhe im Osten Kongos, der Grenzregion zu Ruanda und Uganda, vorbei. Eine Rebellengruppe mit dem Namen M23 (Bewegung des 23. März) überrennt seitdem Dorf um Dorf, Stadt um Stadt. Bei den Rebellen handelt es sich vor allem um desertierte Soldaten der Regierungsarmee FARDC, denen sich andere Milizen angeschlossen haben. Die etwa 600 Mann starke Truppe wird laut kongolesischen Regierungsberichten und einer UN Expertengruppe von Ruanda aus unterstützt. Das schürt die Ruanda feindliche Stimmung in der Region noch weiter und so befürchten viele Zivilisten mit ruandischen Wurzeln Übergriffe und Verfolgung. In Goma selbst soll es schon zu Pogrom ähnlichen Szenen zwischen Kongolesen und ruandisch stämmigen Bewohnern gekommen sein

Hunderttausende auf der Flucht

Etwa 5.000 Menschen sind nach Angaben von Augenzeugen bereits in das benachbarte Uganda geflohen. Im Ostkongo selbst sind fast 250.000 Menschen auf der Flucht. Den Flüchtlingen kann nur eingeschränkt geholfen werden, da zum einen die Lage auch außerhalb der Städte sehr unsicher ist und zum anderen die Flüchtlinge in ständiger Bewegung sind.

Kongolesische Regierung ohne Rückhalt

Die Regierung der USA hat bereits ihre „tiefe Besorgnis“ über die Entwicklung in der Region ausgedrückt. Sie verlangt von der ruandischen Regierung, ihre angebliche Unterstützung für die Rebellen einzustellen. Die kongolesische Regierung unter Präsident Kabila genießt unter der Bevölkerung des Landes seit den umstrittenen Wahlen 2005 kaum noch Vertrauen. Angekündigte Infrastrukturprojekte wie der Bau von Schulen und Krankenhäusern wurden nicht umgesetzt, Hilfe für die Bevölkerung leisten fast ausschließlich Nichtregierungsorganisationen.

Wir wünschen unseren Kollegen und den Menschen im Ostkongo, dass die aktuelle Situation möglichst schnell befriedet werden kann und berichten weiter.

Schreiben Sie einen Kommentar


zwei × 7 =