Von Familie zu Familie – Paten in Sri Lanka

 

Im Juli 2012 reiste Familie Gathmann durch Sri Lanka und nahm dabei die Chance wahr ihr Patenkind Paviraj zu besuchen. Vor Ort konnten sie sich u.a. ein Bild vom Leben des kleinen Jungen sowie der Familie machen. Vielen Dank an der Stelle für den Text sowie die schönen Bilder mit denen uns Familie Gathmann an ihren facettenreichen Reise-Eindrücken teilhaben lässt!

Schon lange vorher hatten wir mit World Vision aus Friedrichsdorf den Termin festgelegt und wichtige Einzelheiten besprochen, welche unsere Vorfreude auf dieses Ereignis nun auch noch größer werden ließen! Selten bietet sich einem die Gelegenheit, ein Patenkind von World Vision vor Ort besuchen zu können. Die Planung im Vorfeld gestaltete sich zudem sehr angenehm, und so hieß es, nur noch auf Reisen zu gehen und diesen Wunsch wahr werden zu lassen!

Schon seit Jahren hatten wir Patenschaften übernommen, aber nie die Gelegenheit gehabt, in den Tschad, nach Zentralindien oder Bangladesh zu reisen. Dieses Mal wollten wir allerdings unseren Urlaub, den wir auf der wunderschönen Insel Sri Lanka in Begleitung zweier unserer Kinder verbrachten, nun auch mit dem Besuch unseres Patenkindes Paviraj verbinden.

Einblicke in das Leben unseres Patenkindes

Paviraj lebt im Projekt Navanthaveli, das im östlichen Teil des Landes liegt. Dieses Gebiet ist insofern benachteiligt, als dass es sich um ein ehemaliges Kriegsgebiet handelt, das zudem 2004 von der Tsunami-Katastrophe heimgesucht wurde. Aus dem Grund ist die Armut in diesen Gebieten von Sri Lanka auch am größten und klimatisch einen Großteil des Jahres trocken und heiß.

Schnell wurde uns klar, dass genau in dieser Region die Hilfe von World Vision am nötigsten ist!

Das Abenteuer beginnt!

Am vereinbarten Treffpunkt wurden wir von einem freundlichen World Vision-Mitarbeiter abgeholt, der sich exakt mit uns zur vereinbarten Zeit eingefunden hatte und uns – noch leicht über die deutsche Pünktlichkeit schmunzelnd –, nun bestätigte, dass diese wohl auch mit der ceylonesischen übereinstimmt:-).

Unsere Fahrt führte uns weg von der Ostküste ins Landesinnere, durch Reisfelder und entlang eines Flusses, an dem wir Fischer bei der Arbeit beobachten konnten. Die Besuchszeit war in Anbetracht der Hitze auf den frühen Morgen gelegt worden, obwohl es schon zu diesem Zeitpunkt merklich über 30 Grad heiß war!

Schon bald passierten wir ein Hinweisschild, welches uns darüber informierte, dass wir ab jetzt das World Vision-Projekt befahren würden. Unser Begleiter konnte uns zudem bereits die ersten Gebäude, wie beispielsweise eine berufsbildende Werkstatt (engl. Vocational Center) und diverse Schulgebäude, zeigen.

Schon bald näherten wir uns an Siedlungen an, die nicht, wie von mir vermutet, Dorfcharakter hatten, sondern eher einzelne Anwesen mit angrenzenden Reisfeldern darstellten, die den Haupterwerb in dieser Region sichern sollen.

„Ziel erreicht“ – unserem Patenkind ganz nah

Zielsicher steuerten wir auf „unsere“ Familie zu, die uns schon entgegen kam!

Erste Begegnung der Familie Gathmann und der Familie von Paviraj

Überschäumende Freude und schüchterne Zurückhaltung hielten sich zunächst die Waage und als Paviraj selbst und schließlich seine Mutter mit selbstgebundenen Blumenkränzen auf uns zu kamen, da kamen bei uns Tränen der Rührung auf.

Schnell aber war jegliche Befangenheit verflogen und wir alle begrüßten einander herzlich! Die gesamte Familie wurde uns namentlich vorgestellt und wir taten das Selbige. Mit Blumenkränzen behängt und mit einer Tüte Mitbringsel für alle bepackt, wurden wir ins Haus gebeten und durften Platz nehmen.

Mithilfe eines Übersetzers wurde uns die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen und zu beantworten, aber schon allein das bloße einander Betrachten ließ die Herzen höher schlagen und erfreute uns so sehr, dass die Barrieren fielen und Worte überflüssig wurden! Es wurden uns lokale Köstlichkeiten, Früchte sowie Kuchen und Gebäck serviert und eine Kokosnuss mit Strohhalm gereicht.

Außerdem konnten wir den Arbeitsplatz des Vaters der Familie – sein Reisfeld – besichtigen. Wir tauschten neugierige Blicke und ein freundliches Lächeln aus und überbrückten auf diese Art und Weise das Aufeinandertreffen verschiedenster Kulturen. Schon bald war „Foto-Shooting“ angesagt, um diese besonderen Momente festhalten zu können.

Deutsch- / Sri Lankische Verbindungen

Das Wirken von World Vision ist in unseren Augen überall präsent, aber nicht aufdringlich und dominierend, sondern zeigt vielmehr, wie unsere Funktion als Paten sein sollte: keinen Eindruck hinterlassend, dass „diese” Deutschen Geld spenden und sich für sonst gar nichts interessieren.

Unser Bestreben war es deshalb, dieses Klischeé während unseres ganzen Besuches nicht zu erfüllen und ich hoffe, es ist uns gelungen, dass sich unsere Familien – deutsch und sri-lankisch – in angenehmer Erinnerung behalten!

Mir wird es in Zukunft auch noch mehr Freude bereiten, brieflich in Kontakt mit unserem Patenkind zu treten, da ich ja nun genau weiß, dass alles an der richtigen Stelle landet.

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Ermöglichung dieses unvergesslichen Besuches!

2 Kommentare

  1. Monika Neuwinger, 20. August 2012

    Wie schön, dass Sie die gleichen positiven Erfahrungen wie wir gemacht haben. Wir haben den Besuch ebenfalls als unvergessliches Erlebnis empfunden. Unser Eindruck war, dass die World Vision Mitarbeiter vor Ort nicht “nur einen Job” machen sondern wirklich mit Leib und Seele dabei sind.

  2. Sven Beier, 25. August 2012

    Ein Besuch bei dem Patenkind ist ein wunderschönes Erlebnis,das man nicht vergisst.Auch die Mitarbeiter vor Ort machen eine gute Arbeit.

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