Filmtipp: Taste the Waste

Bitter ironisch wie der Titel des Films ist auch das Stilleben dieser verschwenderisch vollen Tafel angesichts der Tatsache, dass laut FAO statitisch jeder siebte Mensch dieses Jahr Hunger leidet.
Verwendung mit freundlicher Genehmigung von: SCHNITTSTELLE Film / THURN Film

Die Landgurken aus Spanien gibt’s gerade für 0,99 Cent das Kilo, Fischstäbchen für 1,69 €. Da greift man schnell zu und überlegt nicht immer genau, ob man diese Sachen auch in den nächsten Tagen  essen kann oder will. Die Banane, die zuhause in der Küche noch auf Abnehmer wartet, ist schon leicht matschig und braun gesprenkelt. Weg damit!

Das Gewissen nagt. Man weiß, dass man nicht der einzige ist, der so handelt. Man kann sich aber schlecht vorstellen, wie viel die jetzt auf über 7 Milliarden Menschen gewachsene Weltbevölkerung insgesamt auf den Müll wirft. Über 1,3 Miliiarden Tonnen im Jahr sind es – würde man diese auf LKW verladen, würde die Schlange den ganzen Globus umrunden.

Man hat schon mal gelesen, dass viele Menschen einen Hungerlohn für den Obst-und Gemüseanbau bekommen, damit wir billig einkaufen können. Man hat vielleicht schon davon gehört, dass ein Drittel aller Kinder in Entwicklungsländern untergewichtig zur Welt kommen. Man ärgert sich vielleicht sogar ein bisschen darüber, dass Mensch und Natur umsonst mit Pestiziden vergiftet wurden, weil die Banane ja nun im Abfall gelandet ist. Aber das Weiterdenken macht Mühe.

Autor und Filmemacher Valentin Thurn muss dies gemerkt haben und fordert uns in seiner Dokumentation “Taste the Waste” provokant auf, mal Nase und Mund in den Müll zu stecken. Dazu stellt er die Fragen, die weiter führen. Warum werfen wir die Hälfte unserer Lebensmittel weg? Und wie kommt es, dass der Großteil der produzierten Lebensmittel es erst gar nicht in die Regale der Supermärkte schafft, weil ihre Eigenschaften unserem Nachfrage- und Konsumverhalten zuwiderlaufen? Was hat unser Wegwerfverhalten damit zu tun, dass in Entwicklungsländern die Nahrungsmittelpreise steigen und ausgerechnet die Erzeuger oft am Hungertuch nagen? Welchen Beitrag leistet das Wergwerfen auch zum Klimawandel?

Wer mehr wissen möchte , findet unter www.tastethewaste.com weitere Informationen.

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