Weltfrauentag: So ist es als Frau in der DR Kongo

Untold Horrors in Congo

Zum heutigen Weltfrauentag (08.03.2013) hat unsere Kollegin Aimee Manimani die Situation vieler Frauen in der DR Kongo beschrieben. Vergewaltigungen prägen das Schicksal von Tausenden Mädchen und Frauen im zerütteten Ostteil des Landes.

Wenn Menschen über die Gewalt gegen Frauen in Demokratischen Republik Kongo sprechen, dann gehen sie üblicherweise davon aus, dass diese Gewalt eine Folge des Bürgerkrieges ist. Doch selbst in Friedenszeiten, wertschätzt unsere Gesellschaft Frauen und Mädchen nicht so, wie sie es müsste und macht sie so anfällig für Missbrauch. Der Wert eines Mädchens bemisst sich oftmals nach der Mitgift, die sie einbringen wird.

In Kriegszeiten wird Vergewaltigung von Frauen als Waffe gegen männliche Feinde eingesetzt. Dahinter steckt der Gedanke, Die Gegner zu entmännlichen. Um die Frauen geht es nicht wirklich. In den schlimmsten Fällen werden junge Soldaten, frisch rekrutiert, dazu aufgefordert, eine Frau zu vergewaltigen, um damit zu zeigen, dass zur Truppe gehören und jetzt ein Mann sind.
Die andauernde Unsicherheit durch die zahllosen bewaffneten Gruppierungen in den ostkongolesischen Kivu-Provinzen verschlimmern die Situation noch. Seit April haben die Rebellen der Gruppe M23 den Konflikt in Nord-Kivu wieder aufleben lassen. Mit dem Ergebnis, dass Tausende flüchten mussten und somit Tausende Frauen wieder dem Risiko ausgesetzt sind, vergewaltigt zu werden.
Der Schlüssel zur Beendigung des Konflikts in der DR Kongo ist die Überwindung des „Fluches der Bodenschätze“. In der Erde dieses Landes lagern Bodenschätze im Wert von bis zu 15 Billionen Euro – zugleich leidet die Hälfte der Kinder bis 5 Jahren an chronischer Fehlernährung. Deshalb hat World Vision die „Es gäbe genug zu Essen“-Kampagne gestartet. Eine der Hauptforderungen besteht darin, dass Unternehmen und Regierungen die lokale Bevölkerung mit einem fairen Anteil an den Reichtümern ihres Landes beteiligen, etwa durch eine entsprechende Besteuerung.

Aimee Manimani

Aimee Manimani

World Vision unterstützt die Überlebenden sexualisierter Gewalt durch medizinische, psychologische und soziale Hilfe. Die Organisation veranstaltet Familienzusammenführungen für verstoßene Frauen und hilft ihnen in ihren Bemühungen, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Einige der Vergewaltigungsopfer haben starke Netzwerke geknüpft, zum Beispiel genossenschaftliche Farmen, und sie verkaufen diese gemeinschaftlich erzeugten Produkte.
Laut der Organisation “Heal Africa”, die ein Krankenhaus in Goma bertreibt, wurden allein zwischen Januar und Juni vergangenen Jahres über 2.500 Personen vergewaltigt, jede dritte davon war noch ein Kind. In manchen Fällen werden Frauen nicht nur vergewaltigt, sondern verschleppt und monatelang als Sexsklavinnen missbraucht. Manche können nach einigen Monaten fliehen, viele bleiben noch länger in Gefangenschaft. In dieser Zeit sind sie ein Nichts, niemand kennt ihre Namen. Sie sind nur Frauen und Mädchen. So ist es, wenn man weiblich ist, in diesem Teil der Demokratischen Republik Kongo.

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