World Vision Pate Lothar Baltrusch am Ziel: Nach 15.000 Km endlich beim Patenkind

von Lothar Baltrusch

Der Tag ist da. Das Team “Way to Huyen” hat das Ziel erreicht. Andreas hat sein Wort gehalten und mich sicher zu Huyen gebracht. “Done the job” – wie er sagt. Hans-Jürgen hat sicher den Begleitwagen, der als Spende für das World Vision Projekt verbleibt, gelenkt. Zwei Jahre habe ich geplant. Zwei Jahre bin ich meiner Familie und Freunden auf den Keks gegangen. Zwei Jahre habe ich meine Kollegen genervt. Zwei Jahre haben Kritiker mein Vorhaben verlacht. Zwei Jahre hat es gedauerte und ich bin am Ziel. Das Ziel heißt: Ich habe den Arsch für das hochbekommen, wovon ich gesprochen habe. Ich habe auf gewohnte Dinge verzichtet. Kein Klo, kein Wasser, kein Essen. kalte Dusche, wenn überhaupt. Bei 0 Grad Hunderte von Kilometern gefahren. Ich habe Dreck gefressen, Dieselabgase geatmet, bin so einige Male knapp am Unfall vorbei. Bei 36 Grad im Bikeranzug bald zusammen gebrochen. Aber es ging nie um mich – ich bin kein Held. Ich bin jemand, der sein Versprechen gegeben hat. Das Versprechen – Aufmerksamkeit zu schaffen. Und ich kann sagen – Machen statt Quatschen beginnt vor Eurer Haustür.

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Jetzt zu Huyen. Sie ist wie ein scheues Reh. Zerbrechlich in ihrem Wesen, zierlich in ihrer Anmutung und dennoch ein Teenager wie viele auf der Welt. Habe mir lange den ersten Moment vorgestellt und dieser war ganz anders. Sie kam auf uns zu – sah erst Andreas – er hatte den Helm auf – als er ihn abnahm, sah ich in ihrem Gesicht „nönönö“ das ist nicht Lothar. Dann kam sie auf mich zu. Scheu und ängstlich, angespannt um alles richtig zumachen. Und das hat sie. Sie gab mir zur Begrüßung Blumen und sagte mit einer leisen, sehr angenehmen warmen Stimme: „Nice to meet you“. Die Presseleute waren überall. Bild hier, ein Lachen da – bitte, hier mal die Hand ins Bild u.s.w.. Ich kenne solche Situationen – aber Huyen nicht. Zuviel R’n’R’. Also brach ich die ganze Show nach wenigen Minuten ab und bat den World Vision Mitarbeiter Ky und Huyen in die Lobby für ein Gespräch unter 6 Augen.

Danach beruhigte sich die Situation. Wir „sprachen“ mehrere Stunden und machten später auch Scherze, Huyen taute auf. Wir tauschten Geschenke, aßen gemeinsam und lächelten uns an. Dabei entstand diese Fotos. In den nächsten Tagen werden wir Zeit miteinander verbringen und ich schau mir die Projekte von World Vision an, die durch Euer Geld Realität geworden sind. Darüber werde ich dann schreiben.

Ich sitze im Hotel – bin übermannt der angestauten Gefühle und spüre die Kilometer in mir.

Aber der Weg hat sich gelohnt. Ich werde ihn nie vergessen !!!!

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Das ganze Abenteuer ist hier nach zu lesen.

6 Kommentare

  1. Elfriede MEYER, 10. Juli 2013

    Ich bin diese Reise von Lothar Baltrusch und Andreas Hülsmann (mit dem Motorrad von Deutschland nach Vietnam – 15.000 km !!!) über Facebook “mitgefahren”. Es ist eine unglaublich tolle Aktion und ich freue mich so riesig, dass nicht nur viele Spenden sondern auch 11 Patenschaften dadurch zustande gekommen sind.
    Ich habe selber ein Patenkind über World Vision Österreich in Swaziland, das ich selber schon 2010 besucht habe.
    Ich kann mich in Lothar Baltrusch hineinversetzen, wie es ihm und seinem Patenkind ergangen ist, bei dem so lange ersehnten Treffen.
    Er und die beiden, die mit ihm mitgefahren sind haben “Geschichte” geschrieben.

  2. Doris, 10. Juli 2013

    Auch ich denke gerne und oft an meinen Besuch beim Patenkind in Lagunillas/ Bolivien vor 3 Jahren zurück. :-)
    Das Erlebnis werde ich nie vergessen.

  3. Sven Beier, 13. Juli 2013

    Das Treffen mit dem Patenkind ist sehr schön.
    Unvergeßlich.

  4. Hartmut, 20. Juli 2013

    Seit 12 Jahren habe ich ein Patenkind (Janet) in Ghana und freue mich immer, dass es viele Menschen gibt, die es ermöglichen, dass auf dieser Welt ab und an kleine Wunder geschehen, indem wir es vielen Kindern ermöglichen, zur Schule zu gehen, Bildung erfahren, satt werden, Ihren Eltern Freude machen und vielleicht ein gute Zukunft haben werden.

    Hartmut

  5. Ruth Gollub, 22. Juli 2013

    Aehr beeindruckend und berührend. Ich träume auch schon langen davon mein Patenkind in Mozambique besuchen zu können. Dieser Bericht hat mich jetzt noch einmal richtig angestupst. Danke!

  6. Christine, 8. August 2013

    Meine Patenschaft in Guatemala (Ostavio Insael) ist nun ca. nach 14 Jahren zu Ende :-( Wie die Zeit vergeht. Ich hatte leider nicht die Gelegenheit, mein Patenkind zu besuchen. Drum finde ich die Reiseberichte einfach unglaublich und eine Bereicherung. Allein das Gefühl, Kinder auf dieser Welt ein besseres Leben sowie Zukunft zu ermöglichen macht mich sehr glücklich aber oft nachdenklich! Dank den vielen Bildern und Berichte meines Patenkindes konnte ich seine Entwicklung verfolgen. Ich hoffe sehr, dass er sich für immer an mich erinnern wird :-) Sehr schade finde ich, dass es nach einer so langen Zeit keinerlei Kontakt bestehen kann. Ab jetzt darf ich Eric aus Peru (4) in meinem Leben begrüßen :-), danke! C*

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