Projektbesuch Ostkongo – Teil 3/3

Kinder

Judith Haase, World Vision-Referentin für Gesundheit und Ernährung berichtet über World Vision-Projekte im Ostkongo. Hier Teil 3 der 3-teiligen Blog-Reihe.

Wasser-Sanitär-Hygiene Projekt

Die letzte Station war ein Wasser-Sanitär-Hygiene Projekt von World Vision. Es war wenige Wochen vor meinem Besuch zu Ende gegangen. Weil noch ein Endbericht an die deutsche Regierung, die das Projekt finanziert hat, anzufertigen ist, besuchte ich die Projektstandorte vor Ort mit dem Projektkoordinator, der jede Menge Erfahrung mit Wasserprojekten hat. Es war also sehr spannend für mich mit ihm gemeinsam die Projektstandorte zu besuchen, zu sehen was gemacht wurde und die dankbare Bevölkerung zu treffen. Das Projekt wurde vorrangig dort umgesetzt, wo die lokale Bevölkerung interne Vertriebene in ihre Dörfer aufgenommen hatte und daher der Bedarf für Hygiene-Maßnahmen besonders groß war.

Besonders erfolgreich ist die Aufklärungsarbeit, die mit Hilfe einer Theatergruppe und mit Radiosendungen, in den Projektregionen durchgeführt wurden. Lehrer und Schüler waren sehr dankbar für den Bau von Schultoiletten und Handwaschbecken. Die Kinder hielten Zeichnungen, zu den fünf wichtigsten Momenten, an denen man die Hände waschen sollte hoch und waren stolz darüber Bescheid zu wissen. Die Frauen waren besonders für Hygiene-Kits dankbar. Sie fühlten sich als Frauen wahrgenommen und bedacht.

Schnelle Hilfe nach Cholera-Ausbruch
Ein Choleraausbruch bereitete Mitte 2013 in der Region große Sorge und zog viele Opfer mit sich. Wir kamen mit unserem Projekt genau im richtigen Moment, um mit Hygienemaßnahmen und der Sicherung der Trinkwasserversorgung auf diese Epidemie zu reagieren. Zudem arbeiteten die Kollegen in der Projektregion sehr eng mit dem Wasser-Sanitär-Hygiene-Cluster zusammen, um sich mit anderen in diesem Sektor tätigen Organisationen über Projektstandorte und gemeinsame Richtlinien abzustimmen. Durch den Eigenanteil, den die lokale Bevölkerung beispielsweise durch das Ausheben von Gruben für die Latrinen brachte, fühlen sie sich nun verantwortlicher und kommen Aufgaben wie der Reinigung ihrer Toiletten sehr sorgfältig nach.

Neben großer Dankbarkeit für unser Projekt gaben mir die Leute aber auch mit auf den Weg, dass es viele andere Missstände in ihren Dörfern gibt und sie weitere Unterstützung benötigen. So wurde beispielsweise der Bedarf eines Schulgebäudes, von ausreichend Nahrung oder auch Kleidung genannt.

Die Rückreise

Nach zwei arbeitsreichen Wochen und vielen positiven Eindrücken und Erfahrungen in der Zusammenarbeit im den lokalen Kollegen machte ich mich über Kigali zurück auf den Weg nach Europa. Auf dem Rückweg wurde mir der gravierende Unterschied zwischen dem Ostkongo, in dem zahlreiche Rebellengruppen stetig präsent sind und seit 20 Jahren chronischer Krieg herrscht verglichen mit Ruanda, einem Land, das sich nach Zeiten der Auseinandersetzungen erholen konnte, ganz stark deutlich. Ich bin dankbar für die gute Zusammenarbeit mit den kongolesischen Kollegen, freue mich darauf sie weiter zu unterstützen und gebe mit ihnen gemeinsam die Hoffnung auf einen friedlichen Ostkongo nicht auf. Werden Sie Starthelfer und unterstützen Sie so Kleinkinder, gesund groß zu werden.

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