Wie Lampen Gewalt gegen Frauen in Flüchtlingslagern verhindern

Der Schutz vor Gewalt ist eines der Menschenrechte. Doch gerade in Krisensituationen ist dieser Schutz besonders brüchig – wie etwa in Zeiten wirtschaftlicher Not, wenn selbst das Überleben ungewiss ist. Wenn Menschen zum Beispiel wegen einer Dürre oder kriegerischer Auseinandersetzungen ihre Heimat verlassen mussten und dann in Flüchtlingslagern zusammen gepfercht dahinleben. In diesen Situationen ist es gerade für Frauen besonders gefährlich.

Denn oft werden sie Opfer sexualisierter Gewalt – und der traditionelle Schutz davor, etwa durch die Familie oder andere männliche Mitglieder der Dorfgemeinschaft fehlt. So war es auch im kenianischen Lager Dadaab. Solche Gewalttaten können stattfinden, weil beim Aufbau der Lager die Bedürfnisse der Frauen und Mädchen nicht mit einbezogen werden. So werden deshalb häufig Latrinen und Waschräume in abgelegenen, dunklen Ecken der Lager errichtet. Abgesehen davon, dass es zu wenig Latrinen gibt, sind diese gerade zu Beginn von Katastrophen selten nach Geschlechtern getrennt. So mussten sich zu Beginn der Dürrekatastrophe und vor Beginn vieler Wasser- und Sanitärprojekte bis zu 96 Menschen eine Latrine teilen. Das begünstigt die Wahrscheinlichkeit von Übergriffen.

Einfache Maßnahmen können zumindest die Zahl der Übergriffe senken. So stattet World Vision Frauen in Flüchtlingslagern mit Taschenlampen aus. Auch die Bildung von “Sicherheitspatrouillen”, die aus Männern und Frauen bestehen und die für den Umgang mit Gewaltsituationen trainiert werden, sorgt für mehr Sicherheit. Entscheidend ist aber, dass Wünsche und Anregungen von Frauen bei der Projektplanung und im Aufbau von Lagern berücksichtigt werden. Sie wissen am besten, wo mögliche Gefahrenquellen entstehen können. Um das zu erreichen, müssen aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Hilfsorganisationen besser in diesem Bereich ausgebildet und sensibilisiert werden. Das ist auch notwendig, um vor Projektbeginn die zur Planung einer besseren Infrastruktur für Frauen notwendigen Daten zu sammeln und die Anzahl an Gewalttaten zu erfassen.

Frauen werden oft Opfer sexualisierter Gewalt in Flüchtlingslagern

Frauen werden oft Opfer sexualisierter Gewalt in Flüchtlingslagern

Auch außerhalb der Lager droht den Frauen Gefahr. Oft haben sie schon auf der Flucht vielfältige gewalttätige Übergriffe erfahren. Auf dem Weg hin zu den Lagern oder wenn die Frauen die Lager verlassen, etwa zum Wasser- oder Holzholen, werden sie Opfer von Übergriffen durch umherstreifende Rebellen oder Milizsoldaten. Um hier für mehr Sicherheit zu sorgen, wurde in Liberia eine Frauenfriedenstruppe erfolgreich eingesetzt. Dort patrouillierte 2007 die erste Frauenfriedenstruppe in der Geschichte der UNO. Eine UN-Schutztruppe, die ausschließlich aus einer Elite-Einheit aus 125 indischen Soldatinnen bestand und die in den Straßen der Hauptstadt Monrovia für Sicherheit sorgte. Sie unterstützten die bereits in Liberia stationierten 15.000 Soldaten und 1.000 Polizisten.

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