Lebensmittel für Flüchtlinge im Südsudan – und ein hoher Besuch

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos besucht Flüchtlinge in der Kaserne von UNMISS, Malakal, Südsudan

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos besucht Flüchtlinge in der Kaserne von UNMISS, Malakal, Südsudan

Mehr als 26.000 Südsudanesen harren derzeit in der Stadt Malakal aus – zwischen Müllhaufen, ohne Wasser, ohne sanitäre Anlagen. Sie suchen Schutz im Konflikt zwischen Regierungs- und Oppositionstruppen. Als eine der ersten Hilfsorganisationen hat World Vision nun mit dem Verteilen von Lebensmitteln begonnen, begleitet von UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos.

Tausende haben sich seit dem Ausbruch der Kämpfe im Dezember hinter die Kasernenmauern von UNMISS geflüchtet – so heißt die UN-Friedensmission im Südsudan. Die Lebensumstände werden von Tag zu Tag schlechter. Zwischen improvisierten Zelten liegt Abfall herum, in der Luft ein stechender Geruch. Es fehlt an Wasser, Latrinen, Platz. Trotzdem kommen immer noch Menschen an, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder.

Hirse für die ganze Familie: Eine junge Südsudanesin hat eine Lebensmittelration abgeholt

Hirse für die ganze Familie: Eine junge Südsudanesin hat eine Lebensmittelration abgeholt

In dieser Woche hat World Vision damit begonnen, Lebensmittelrationen an die Flüchtlinge zu verteilen. Die Nothilfekoordinatorin der Vereinten Nationen, Valerie Amos, machte sich dabei bei einem Kurzbesuch ein Bild von der Lage vor Ort.

8400 Menschen aus 1781 Familien wurden bislang versorgt. In den kommenden zwei Wochen sollen insgesamt alle Lagerbewohner Essen erhalten – 28 Tonnen Hirse, 16 Tonnen Hülsenfrüchte und 16 Tonnen Speiseöl wurden mit einem UN-Hilfsflug Anfang der Woche nach Malakal gebracht. Weitere Getreidelieferungen werden folgen, damit jeder Bedürftige in den kommenden zwei Wochen täglich ein Pfund Hirse, 50 Gramm Hülsenfrüchte, 30 Gramm Pflanzenöl und 5 Gramm Salz erhält.

Voraussetzung ist natürlich, dass die Verteilung reibungslos klappt. Denn die Lage für die Helfer ist schwierig. “World Vision und andere Organisationen wurden Opfer schwerer Plünderungen hier im Bundesstaat Upper Nile“, berichtet Perry Mansfield von World Vision Südsudan. „Wir haben Fahrzeuge, Lebensmittel und Geräte verloren“.

Zumindest ist die Sicherheit auf dem Weg und im UN-Lager in Malakal derzeit gut genug, um die Verteilaktion zu starten. Weitere Flüchtlingslager sollen versorgt werden, sobald die Situation vom Sicherheitsstab des Kinderhilfswerks als unbedenklich eingestuft wird.

Warten auf Frieden: Flüchtlinge in Malakal müssen mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Warten auf Frieden: Flüchtlinge in Malakal müssen mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Während der Hunger hier zumindest vorübergehend abgewendet ist, bleibt die Wasser- und Sanitärversorgung in Malakal dramatisch. Stephen Maina, Mitarbeiter von World Vision in Malakal, sieht vor allem für Kinder eine Gefahr: „Durchfallkrankheiten breiten sich aus. Das ist gesundheitlich bedenklich“. Mit einer besseren Wasser- und Hygieneversorgung könnte der Ausbruch von Epidemien verhindert werden. Doch fehlen die Mittel, um genügend Seife und sauberes Wasser in das Flüchtlingslager zu bringen. World Vision bittet dafür weltweit um Spenden.

Perry Mansfield schätzt, dass allein in der Region Upper Nile derzeit etwa Hunderttausend Menschen auf der Flucht sind. Die Vereinten Nationen gehen von insgesamt mehr als 590.000 südsudanesischen Flüchtlingen aus. Mehrere Zehntausend haben die Grenzen überquert und versuchen, sich in Uganda, Kenia und anderen Nachbarländern in Sicherheit zu bringen – dem Anfang der Woche ausgehandelten Waffenstillstand scheinen sie nicht zu trauen.

Die Lebensgrundlage vieler Südsudanesen ist zerstört, und selbst wenn sie sofort wieder heimkehren könnten – was derzeit unwahrscheinlich ist – würden die Flüchtlinge nach Einschätzung von World Vision mindestens drei bis sechs Monate lang nicht ohne Lebensmittelhilfen auskommen. Sie müssen ihre verwüsteten Häuser und Gärten, ihre zerstörten Geschäfte erst wieder aufbauen.

Für die Versorgung von Flüchtlingen im Südsudan hat World Vision ein Nothilfekonto eingerichtet:

World Vision Deutschland e.V.
Konto Nr. 666 01
Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60
Verwendungszweck: Südsudan

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