Wiederaufbau nach Taifun auf den Philippinen ein großes Puzzle

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Drei Monate sind seit dem Taifun Haiyan vergangen. Deutlich mehr Menschen als erwartet konnten von World Vision mit Hilfsgütern versorgt und rund 24.000 Kinder in geschützten Räumen betreut werden. Doch die Not bleibt groß und der Wiederaufbau gleicht einem Riesen-Puzzle.

„Unter anderem dank der großen Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland konnten wir 663.265 Menschen mit unseren Soforthilfen erreichen – deutlich mehr als die ursprünglich geplanten 400.000“, sagt Hans-Peter Zerfas, Referent für Humanitäre Hilfe . „Für die Gesundheit und Erholung der Kinder konnten wir viel tun – das ist schön zu sehen. Wir danken unseren Spendern, darunter auch Unternehmen wie PM International, Esprit und Lufthansa Cargo, dies möglich gemacht zu haben. Wir engagieren uns weiter, denn es bleibt noch sehr viel zu tun.“

Ein großes Problem ist die Nässe: Seit dem Taifun hat es fast täglich geregnet. „Die notdürftig mit Planen reparierten Dächer und Schlafzelte halten das Wasser nicht mehr ab“, berichtet Zerfas, der vor kurzem von der Insel Leyte zurückgekehrt ist. Viele Taifunopfer zieht es deshalb von ihren Notunterkünften weg zurück in ihre beschädigten Hütten und Häuser. Dort kommt der Wiederaufbau jedoch nur langsam voran, weil Einkünfte weggebrochen sind, Werkzeuge fehlen und die Infrastruktur an vielen Orten noch nicht wiederhergestellt wurde. „Dringend benötigt werden auch ausgebildete Handwerker, die verstärkte Dachunterkonstruktionen bauen und Wellblech so befestigen können, dass es Stürmen standhält“, erklärt Zerfas. „Wir verbinden unsere weiteren Hilfen daher auch mit Ausbildungsmaßnahmen.“

In den Städten Ormoc und Tacloban und sechs Großgemeinden auf der Insel Leyte sowie in zwei Großgemeinden auf Panay arbeiten Mitarbeiter von World Vision derzeit zusammen mit den Einwohnern daran, rund 12.000 Häuser und Hütten zu reparieren und wieder aufzubauen. Sanitäre Anlagen werden errichtet. Die Bewohner erhalten Unterstützung, um ihren Lebensunterhalt künftig wieder selbst bestreiten zu können.

Viele der aus Zelten errichteten Kinderbetreuungszentren werden inzwischen zunehmend als provisorische Schulräume genutzt. Die großen Zelte

schützen Kinder und Lehrer vor Regen und Lärm. Natürlich wünschen sich die Kinder trotzdem, dass ihre alten Schulen bald neu gebaut oder repariert werden, wie unser Video zeigt.

http://youtu.be/Ga7seEKeJFw

Rund 20 Prozent der Schulen sind komplett zerstört, 80 Prozent stark beschädigt. Schätzungsweise die Hälfte der Kinder gehen in provisorische Schulen, die anderen Kinder sind noch nicht zum Schulalltag zurückgekehrt.

Nach Informationen der Vereinten Nationen sind in Folge des Taifuns Haiyan, der am 8. November 2013 über die philippinische Inselgruppe Visayas hinweg zog, 6201 Menschen gestorben. Bis heute gelten 1786 als vermisst. 14,1 Millionen Menschen sind von den Auswirkungen betroffen, rund 4,1 Millionen mussten ihr Zuhause verlassen.

 

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