Spaß am Gärtnern, vielfältige Ernährung: In Jennys Gewächshaus gedeihen Gemüse und Gesundheit

Lecker Salat und Radieschen: Jenny (7) und ihre Mutter im Gewächshaus der Familie (Foto: World Vision)

Jenny, sieben Jahre alt, flitzt in “ihr” Gewächshaus. Das Gebäude aus niedrigen Holzwänden und einem Dach aus Folie steht im Garten der Familie Agustina. “Wenn es nach ihr ginge, würde sie da den ganzen Tag nicht rauskommen”, sagt Señora Agustina, ihre Mutter. “Sie will immerzu die jungen Pflänzchen gießen, kriegt nie genug vom Jäten”.
Die Agustinas sind vor etwas mehr als einem Jahr zu ihrem Gewächshaus gekommen. Inzwischen ist das, was dort wächst, die Haupternährungsquelle für die fünfköpfige Familie.
Kopfsalat, Tomaten, Petersilie und Radieschen – diese und weitere Gemüsesorten sprießen hier.  Frisches Gemüse ist ein fester Bestandtteil der Familienmahlzeiten und nicht nur ein seltener, wie früher, als es meist nur Reis und Bohnen gab. Frau Agustina ist eine umsichtige Gärtnerin. Und Jenny, die jüngste Tochter, eine emsige Helferin.
Jeden Tag nach der Schule gießt das aufgeweckte Mädchen die Pflanzen und lernt mit ihren beiden älteren Geschwistern, wie man sie hegt und pflegt. Sobald sie aufgestanden ist, flitzt Jenny hierher – früh am Morgen ist die Chance, eine frische rote Tomate zu ergattern, an der noch Tautropfen hängen, besonders groß.

“Die lieb’ ich am meisten – Tomaten. Wenn ich keine finde, ess’ ich halt Salat”, sagt sie und schnappt sich ein paar Radieschen, die sie  gerade aus der Erde gezogen hat.

Glücklich die Dinge wachsen sehen: Jenny an ihrem Lieblingsort - dem Gewächshaus (Foto: World Vision)

Glücklich die Dinge wachsen sehen: Jenny an ihrem Lieblingsort – dem Gewächshaus (Foto: World Vision)

Jenny und ihre Mutter sind die Hauptfiguren in dieser Gemüseproduktion. Als World Vision Bolivien vergangenes Jahr mit den Menschen hier im kühlen, südbolivianischen Andenhochland ein Gewächshausprojekt begann, war Frau Agustina neugierig und beteiligte sich als eine der Ersten in der Gemeinde an dem Prozess. Sie wollte sich gärtnerisches Wissen aneignen und als Vorbild vorangehen.

Sie und andere Familien erhielten Saatgut und Düngemittel, damit in den Gewächshäusern Vielfalt gedeihen kann. Sie lernten auch, wie man eigenes Saatgut gewinnt. So kann die Familie im kommenden Jahr wieder Lieblingsgemüse für Jenny und ihre Geschwister anbauen.
“Wir essen gesundes Essen, weil wir die Pflanzen nicht spritzen”, sagt Frau Agustina. Das Gemüse verbrauchen sie nicht alles selbst, einen Teil können sie alle zwei Wochen verkaufen. Und die Tomaten und Salate aus dieser Bioproduktion sind auf dem Markt von Santa Barbara Lomas ziemlich begehrt. Das eingenommene Geld fließt in Grundnahrungsmittel und die Lebenshaltung der Familie, ein Teil in die Verbesserung der Erde im Gewächshaus.
Jenny liebt es auch, dabeizusein, wenn ihre Mutter Kochworkshops besucht. Dort lernt sie gemeinsam mit anderen Frauen aus dem Dorf, wie man abwechslungsreiche Gerichte aus den Produkten kocht, die im Gewächshaus wachsen. So kommt immer gesundes Essen auf die Tische der Familien.
Rund 30 Familien nehmen bislang an dem “Gewächshausprojekt” teil. Die Hälfte der Mütter besucht regelmäßig Schulungen und trägt so dazu bei, die Ernährungs- und Finanzsituation ihrer Familien hier in der Region Lomas nachhaltig zu verbessern.

In Bolivien gibt es zahlreiche Projekte von World Vision – ausführliche Infos dazu gibt es auf unserer Länderseite Bolivien. Viele bolivianischen Kinder suchen auch noch einen Paten oder eine Patin!

 

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