Flüchtlinge in Nordirak: Die Not wird immer größer

s141040-1: WV-funded distribution in Iraq

Das Wasser muss rationiert werden und jeder Raum des Jugendzentrums von Batifa im Nordost-Irak ist ein Flüchtlingslager. 117 Menschen, darunter viele Kinder und auch Babies, teilen sich Tag und Nacht einen dieser Räume. Es ist sehr laut, denn die Kinder haben nichts zu tun und keinen Platz zum Spielen. Sie verlangen nach Büchern, wollen zur Schule gehen.

Ihre Eltern sind deprimiert und zum Teil auch traumatisiert. Ohne Papiere und mit wenig Geld vor Terror und Verfolgung geflüchtet, sind viele Familien völlig auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die medizinische Versorgung ist in dieser entlegenen Region kaum vorhanden. Manche Kinder haben auch Vater oder Mutter verloren.

Noch hilft ihnen der Zusammenhalt der Gemeinschaft, diese Verhältnisse zu ertragen, aber wie lange noch? Der anhaltende Flüchtlingszustrom erhöht auch die Spannungen, obwohl die Kommunen große Hilfeleistungen erbringen. In manchen Orten werden die arabisch-stämmigen Flüchtlinge auch bereits durch Angehörige akzeptierterer Minderheiten verdrängt und kampieren vor Tankstellen oder in Ruinen.

Dr. Kathryn Taetzsch im Gespräch mit irakischen Inlandsflüchtlingen (Foto: Meg Sattler/World Vision)

Dr. Kathryn Taetzsch im Gespräch mit irakischen Inlandsflüchtlingen (Foto: Meg Sattler/World Vision)

Dies berichtet Dr. Kathryn Tätzsch, Leiterin des Nordirak-Einsatzes bei World Vision. Sie betont: „Je länger der Konflikt andauert, desto dringender müssen Schutzmaßnahmen für Kinder ergriffen und Lernangebote gemacht werden, die ein Stück Struktur und Sicherheit in den Alltag bringen. Dringend gebraucht werden bald auch winterfeste Unterkünfte mit ausreichendem Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie Erwerbsmöglichkeiten oder als Zwischenlösung Bargeldhilfen.“ Damit könnten sich die Flüchtlinge auf den gut funktionierenden Märkten nach ihren Bedürfnissen selbst versorgen.

World Vision startet in diesem Monat mehrere Hilfsprogramme für Kinder und Flüchtlingsfamilien in den drei Regionen Dohuk, Erbil und Sulaymaniah. Partner sind unter anderem die Weltgesundheitsorganisation, das UN-Welternährungsprogramm und die kurdische Organisation WEO.


Spenden aus Deutschland sollen für Kinderbetreuungsangebote und Kinderschutz-Maßnahmen sowie die Hygiene-und Sanitärversorgung eingesetzt werden. Bitte unterstützen Sie unsere Hilfsmaßnahmen mit einer Spende - die Not wird immer größer!

 

 

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