Klimaschutz-Allianz für die Ärmsten

Bauern in Arusha, Tansania: Der Regen kommt immer seltener, doch wenn er kommt, dann häufig mit zerstörerischer Wucht (Foto: World Vision)

Für einen besseren Klimaschutz und die Umstellung der Wirtschaft auf klimafreundliche Energien sind am Wochenende hunderttausende Menschen in vielen Ländern auf die Straße gegangen. Heute hoffen wir darauf, dass die Staats-und Regierungschefs beim Klimagipfel in New York auf diese Rufe reagieren, denn es ist keine Zeit zu verlieren.

World Vision ruft die Teilnehmer des Gipfels auf, jetzt die Weichen für die Sicherung der Lebensgrundlagen aller Menschen, auch unserer Kinder und Enkelkinder zu stellen. Dabei sollen sie Hilfen für die am meisten unter Klimaveränderungen leidenden und benachteiligten Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Millionen Kleinbauern in den ärmsten Ländern brauchen zum Beispiel dringend Unterstützung, damit sie nahrhafte und ökologisch wertvolle Nutzpflanzen für ihre Kinder und Familien produzieren können. Für Millionen von Menschen ist Nahrungssicherheit derzeit nicht gegeben, auch als Folge des Klimawandels. Es ist absehbar, dass sich die Erde in den nächsten Jahrzehnten um mehr als 2 Grad erwärmen wird. Und die Weltbevölkerung wird dabei bis 2025 um eine weitere Milliarde wachsen…

Ärmste sind Opfer des Klimawandels – Industriestaaten müssen Verantwortung übernehmen

„Die Industriestaaten sind hauptverantwortlich für den Klimawandel und müssen daher Verantwortung für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt übernehmen”, argumentiert deshalb in New York die Pressesprecherin von World Vision Deutschland, Silvia Holten. “Umfangreiche Maßnahmen müssen sofort umgesetzt werden, um weitere negative Klimaveränderungen und daraus entstehende Katastrophen zu verhindern“. Es geht darum, heute die Weichen für einen effektiven Klimaschutz und die Sicherung der Lebensgrundlagen aller Menschen zu stellen.

Denn von den Folgen der Umweltprobleme sind insbesondere die Ärmsten der Armen betroffen – sie sind es, die überdurchschnittlich oft zu Opfern von Umweltkatastrophen, z.B. von Dürren und Überschwemmungen, werden. Armut ist wiederum eine wesentliche Ursache für die Entstehung von Konflikten. In einem Land mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 250 US-Dollar liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Konflikt ausbricht bei 15 Prozent. In einem Land mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 5000 US-Dollar beträgt die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch eines Krieges dagegen weniger als 1 Prozent.

Allianz für klima-angepasste Landwirtschaft unterstützt Kleinbauern

World Vision unterstützt als Mitglied die Ziele und Arbeit der „Afrikanischen Allianz für klima-angepasste Landwirtschaft“ (Africa Climate Smart Agriculture Alliance, CSA). Heute sind wir dabei, wenn UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beim Klimagipfel eine globale Struktur dieser Allianz ins Leben rufen wird. Die Partnerschaft verbindet UN-Organisationen wie die FAO, Wissenschaftler und Nichtregierungsorganisationen wie World Vision mit Regierungen, um die Verbreitung bewährter technischer und sozialer Ansätze in einem politisch unterstützenden Umfeld voranzubringen.

Douglas Brown, Experte für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, erklärt: “Die globale Allianz wird ähnliche Ziele wie die im Juni gegründete Afrika-Allianz verfolgen, also an einer nachhaltigen Sicherung der Ernährung arbeiten, aber die Afrika-Allianz fokussiert auf die Hilfe für Kleinbauern und möchte insbesondere Frauen und Jugendliche in Projekte für nachhaltige Agrarwirtschaft involvieren.“ Bauernfamilien sollen befähigt werden, produktivere, nachhaltigere und widerstandsfähigere landwirtschaftliche Praktiken umzusetzen.

Von der Klima-Allianz können sehr viele Familien in unseren Projektgebieten profitieren. Ein Beispiel hierfür ist Bauer Gadoode Hussein in Somalia, dessen Dorf abwechselnd unter immer häufigeren Dürren, aber auch Überflutungen leidet. Gadoode arbeitet jetzt mit bodenschonenden Anbaumethoden und sein Dorf hat durch die FMNR-Methode fruchtbare Weiden zurückgewonnen.

Schreiben Sie einen Kommentar


3 × = zwölf