World Vision Kinderrechte-Vertreter spricht zum 25. Jubiläum der Kinderrechte vor der UN in New York

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25 Jahre Kinderrechte – Wo stehen wir heute?

„Ich fühle, dass heute alle Kinder aus dem Libanon mit mir hier sind“. Ehab, 15 Jahre, aus dem Libanon ist der gewählte Vertreter eines von World Vision ins Leben gerufenen Kinderclubs. Die Kinder lernen dort ihre Rechte und viele erfahren so zum ersten Mal, dass sie überhaupt Rechte haben, die sie einklagen  und  für die sie sich einsetzen können. Die Kinder des World Vision Kinderclubs haben Ehab zur UN in New York gesendet, damit er ihre Rechte vor der Welt zum 25. Jubiläum der Kinderrechte vertritt.

„Die Gewalt wächst in unserer Welt“, sagt Ehab in das Mikrofon vor den UN-Vertretern in New York.  Ein Satz, der zum 25. Jubiläum der Kinderrechte, das eigentlich gefeiert werden sollte, traurig stimmt. Seit der Krise in Syrien sind 2 Mio. Flüchtlinge aus Syrien in den Libanon gekommen. Sie haben ihr Zuhause verlassen aus Angst vor den Schüssen, aus Angst um ihr Leben. Jedoch werden sie an ihrem Zufluchtsort von den Libanesen getrennt. Ehab erzählt, er habe trotzdem Freundschaft mit einem der Flüchtlinge geschlossen und festgestellt, dass sie dieselben Ziele verfolgen. Zu mir sagt er, während wir uns gemalte Bilder und Texte von Kindern ansehen und ich ihm erzähle, dass die deutsche Sprache, durch die vielen „ch“s oft als hart wahrgenommen wird, dass unsere Sprachen uns ähneln, da auch die Libanesen viele „ch“s in ihrer Sprache haben. Während der höchsten Krisenzeit seit vielen Jahren sucht und findet Ehab Gemeinsamkeiten zwischen den Unterschieden der Menschen. Ehab schenkt allen, trotz der schwierigen Situation aus der er kommt, ein Lächeln, das Hoffnung schenkt und geht offen auf die Menschen zu.

„Kinder handeln wie ihre Eltern“, so Ehab. Er erzählt vor der UN von einem Freund, den sein Vater eines Tages mit einer Waffe auf der Straße antrifft. Sein Vater habe diesen Anblick nicht ertragen und sei zu dem Vater des Freundes gegangen. „Sende Deinen Sohn zurück in die Schule und nicht mit einer Waffe auf die Straße“, habe er gesagt. Ehabs Freund kam zurück in die Schule. Es ist ein Appell an die Weltgemeinschaft. „Ich wünsche mir, dass  in 25 Jahren kein Treffen wie dieses nötig ist, sondern die Kinderrechte gelebt werden.  Mit diesem Satz endet das Treffen der Entscheider für die Welt von morgen mit großem Applaus.

Neben Ehab gibt es weitere Kindervertreter vor der UN. So auch ein Mädchen aus Swasiland. Die beiden treffen bei dem abschließenden Abendevent aufeinander und umarmen sich bei der Verabschiedung. Es gibt viele solcher Begegnungen an diesem Tag mit Menschen die weltweit angereist sind um ihre Länder, Institutionen und Organisationen zu vertreten. Sie alle zeigen, dass Begegnungen Menschen verbinden und Brücken bauen für ein friedliches Miteinander. Das Internet kann uns dabei helfen. Kinder und Erwachsene weltweit haben hier die Chance, sich unabhängig ihrer Ländergrenzen durch neue Räume in Netzwerken zu verbinden und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen zu finden.

Ein Beispiel dafür ist die Plattform WoVi-Reporter www.wovi-reporter.de auf der wir Kindern weltweit die Möglichkeit geben, ihre Stimme zu erheben für die Probleme und Lösungsvorschläge die sie für eine bessere Welt haben vorzutragen. Wir fordern, Kinder auch heute schon bei Entscheidungen die sie betreffen zu beteiligen – nicht erst, wenn sie erwachsen sind.

Kinder beteiligen! Das ist die Hauptforderung der UN Hauptversammlung. Selbst die schwedische Königin, Silvia Renate, ruft die Politiker dieser Welt auf: Nur wenn wir alle zusammenarbeiten, erreichen wir die Kinderrechte nachhaltig – für Jungen und Mädchen. Deshalb müssen die Kinderrechte in die neu entstehenden Entwicklungsziele der UN, welche die Millenniums-Entwicklungsziele ablösen, aufgenommen werden. Denn, auch heute, am Ende dieser Veranstaltung, werden 3.500 Kinder gestorben sein, die meisten, an  einfach vermeidbaren Krankheiten, so Peter Wittig, der UN Vertreter für Deutschland.

Dabei haben Kinder, unabhängig ihrer Herkunft, ein Recht auf Gesundheit, medizinische Versorgung, ein sicheres Zuhause, Schutz vor Ausbeutung und ein Recht auf Beteiligung. Wir stehen vor globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und Krisen weltweit. Ziele diese zu lösen werden in den neuen globalen, Entwicklungszielen der UN festgelegt, welche nachhaltig sein sollen. Dafür fordern, neben der Königin von Schweden, alle anwesenden Kinderrechtshilfswerke, die Umsetzung der Kinderrechte in diese Ziele aufzunehmen.

Wenn Kinder mitentscheiden, erhalten wir bessere Ergebnisse bei der Umsetzung der Kinderrechte. Kinder wissen, was sie brauchen und haben selbst sehr gute Ideen für die Umsetzung.  Die Kindervertreterin aus Swasiland fasst es so zusammen: „Die Erwachsenen versuchen uns zu verstehen, aber das tun sie nicht. Nur, wenn sie uns auch einbeziehen, ist das möglich, denn wir verstehen uns selbst am besten.“ Es ist an der Zeit, diejenigen zu beteiligen, für die vor 25 Jahren die Kinderrechtskonvention ins Leben gerufen wurde: die Kinder selbst!

Jungschauspielerin und World Vision Kinderrechte-Botschafterin Emma Schweiger stellte im Rahmen des 25. Jubiläums der UN Kinderrechte unseren Film über Kinderrechte bei der Veranstaltung der National Coalition, dem Bündnis aus Kinderhilfsorganisationen, in  Berlin vor.

Sehen Sie jetzt hier den WoVi-Reporter Kurzfilm aus den Einsendungen von über 100 Kindern von 4-18 Jahren,  aus fast 20 Ländern.

PS: Mit einer Kinderpatenschaft bei World Vision helfen auch Sie konkret die Kinderrechte zu verwirklichen: Mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Ernährung, medizinischer Versorgung und Bildung sowie Beteiligung! Jetzt hier unverbindlich Ihren Kinderpatenschafts-Vorschlag anfordern.

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