Malawi: Nach dem Wasser droht der Hunger

kind auf zerstoertem Feld

Die Kinder in der kleinen Gemeinde Chingale in Malawi machen sich Sorgen. Schwere Regenfälle haben den Fluss Shire über die Ufer treten lassen. Das Wasser hat die Gärten ihrer Familien weggespült, zum Ernten bleibt nur noch wenig oder garnichts mehr. Kommt jetzt der Hunger?

“Wenn es kein Essen zuhause gibt, ist es für uns schwer, uns in der Schule zu konzentrieren, weil wir dann immer hungrig sind und uns Sorgen machen, dass wir zuhause wieder nichts zu essen kriegen”, sagt der 15-jährige Ishmael, der die 8. Klasse der Dorfschule in Chingale besucht.

Das Dorf hat durch die Überschwemmungen 831 Hektar Feldfrüchte verloren – Mais, Baumwolle, und Cassava und mehr wurden zerstört . Jetzt müssen schnell Lösungen gefunden werden, bevor die Situation sich verschlimmert.

“Der Mais war schon reif für den Verkauf”, sagt Ken, Landwirtschaftskoordinator der Region, “und die Leute haben einen Großteil verloren. Saatgut, Düngemittel, ihre Arbeitskraft  – alles war umsonst”.

s150059-2: Mother Sacrifices for Daughter

Die Wassermassen haben auch die beiden Bewässerungsanlagen des Dorfes ruiniert. Eine davon war von World Vision gebaut worden, eine andere von einer malawischen Hilfsorganisation. Nun wächst bei den Kleinbauern die Angst, dass ihre Armut schlimmer werden könnte. Denn dank der Bewässungsgräben konnten sie so viel anbauen, dass ein Teil der Ernte für den Verkauf übrig blieb.

“Wir hingen sehr von diesen Zuleitungen ab. Wir haben Mais, Tomaten und andere Feldfrüchte angebaut. Mit den Erlösen konnten wir unsere Familien recht gut durchbringen”, sagt einer der Bauern aus Chingale. Das Wasser nahm Metallleitungen mit. In andere Rohre schlug Geröll Löcher.

In Malawi liegt die Mangelernährung bei fast 50 Prozent. Es sind vor allem Kinder unter fünf Jahren, die an den Folgen sterben. Nun, da Familien ihr Hab und Gut durch die Überschwemmungen verloren haben, und auch ihre Gärten, könnte sich dieser Zustand weiter verschlimmern, befürchtet Ndamyo Nsofi, die Programmdirektorin bei World Vision für die Region Chingale. Das wäre für die Arbeit von World Vision ein Rückschritt.

“3747 Haushalte hier sind von den Überschwemmungen betroffen. In ihnen leben mehr als 200 Kinder, die jetzt mit dieser Situation zurecht kommen müssen”, sagt Ndamyo. “Es ist wahrscheinlich, dass diese Familien mit allem, was sie zur Verfügung haben, versuchen werden, ihr Leben wieder aufzubauen. Das heißt, dass sie ihren Kindern nicht genug dringend benötigtes Essen zur Verfügung stellen können – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil die Lage für sie schwierig ist”.

Von den betroffenen Kindern sind 43 Patenkinder bei World Vision, die entweder ihren Garten oder ihr Haus oder beides verloren haben.

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Trotz dieses schweren Rückschlags sind die Behörden vor Ort zuversichtlich. Sie glauben, dass es den Bauern gelingen kann, noch einmal anzupflanzen und die Ernteverluste aufzuholen. Allerdings könnte dies schwierig werden: Die meisten Familien haben fast ihr gesamtes Geld in die Ernte investiert, die jetzt weggeschwemmt wurde, viel ist nicht mehr übrig. Und weil sie den Mais verloren haben, die Hauptnahrung in dieser Zeit des Jahres, werden sie jeden Cent für Essen ausgeben, um Kinder und Erwachsene satt zu kriegen.

World Vision ist derzeit mit Mitarbeitern vor Ort, um den Bedarf festzustellen. Es ist möglich, dass die Kleinbauern u.a. finanzielle Unterstützung erhalten, damit sie ihre Gärten und Felder wieder schnell bepflanzen können.


BItte helfen Sie uns, die Menschen in Malawi nach den Überschwemmungen zu unterstützen. Hier geht’s zum Spendenformular.

Wenn Sie ein Projekt in Malawi längerfristig unterstützen möchten, dann finden Sie hier Informationen über unsere Projekte und Patenkinder in Malawi.

kinder von hinten auf feld

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