Nach dem Nepal-Erdbeben: Kinder brauchen nun Schutz!

Sandya 2

Sandhya war gerade mit ihren Freunden beim Singen und Spielen, als das Erdbeben am Samstag über sie hereinbrach. Zusammen mit ihrem stark kurzsichtigen Onkel blieb Sandhya zurück im Haus in Khokana bei Lalitpur, die restliche Familie war gerade auf dem Weg zu den Feldern.

Die 13-Jährige spürte plötzlich, wie der Boden anfing stark zu beben, und sah, wie sich Staub über die Stadt legte – innerhalb von Sekunden fielen dann bereits ganze Häuser in sich zusammen.  Sandhya wird jetzt von den Bildern jener Menschen verfolgt, die unter dem Mauerwerk begraben wurden. Vor allem an die vielen Älteren kann sie sich erinnern.

Kurz nach dem Erdbeben ging Sandhya zurück ins Haus, wo sie ihren Onkel vorfand und nach draußen ins Freie brachte. Sie machte sich riesige Sorgen um den Rest ihrer Familie, doch Gott sei Dank kehrte ihre Großmutter kurze Zeit später nach Hause zurück – wie sie erfuhr, konnte sich schließlich auch ihre restliche Familie in Sicherheit bringen. Bis auf ihren Bruder:

Der 9-jährige Sayan spielte ebenfalls gerade in der Nähe mit seinen Freunden, als der Boden anfing zu beben. Er hatte solche Angst, dass er einfach loslief, um nach seinen Eltern zu suchen. Er konnte sie allerdings wegen des immer noch sehr starken Staubs in der Luft nicht finden und stand zudem unter schwerem Schock, war unfähig, etwas zu tun.

Die Mutter Sabi hatte Angst, ihren Sohn nie wieder zu sehen, gab die Hoffnung jedoch nicht auf und begann, nach ihm zu suchen. Nach drei Stunden fand sie ihn lebend wieder, wenn auch unter Tränen und am ganzen Körper schwitzend.

Sohn Sayan

Wieder vereint – nach drei Stunden bodenloser Angst: Sayan (9) und seine Mutter Sabi

Sandhya sagt: „Wir brauchen jetzt v.a. einen sicheren, geschützten Ort, an dem wir bleiben können, denn wir können nicht in unser Haus zurückkehren, und der andauernde Regen ist schwer zu ertragen. Es wird kalt, das ist gefährlich. Doch im Zelt für uns Obdachlose zu bleiben ist auch hart. Wir sind zu viele – man kann überhaupt nicht schlafen. Ich würde einfach gerne nach Hause zurückkehren, denn ich vermisse meinen eigenen Raum, Essen, das ausreicht, Freunden, mit denen ich spielen kann.“

Schutzzelte

Tausende von Familien leben mittlerweile in provisorisch eingerichteten Schuttzelten, die überfüllt und vom Regen durchnässt sind. Bitte unterstützen Sie uns und spenden Sie für u.a. ein spezielles Großzelt, in dem eine ganze Familie Platz findet.

Sie sagt mit einem verzweifelten Blick: „Ich würde gerne wieder in unser Zuhause zurückkehren, aber ich habe Angst davor, nichts mehr so vorzufinden, wie es mal war.“

Derzeit leben rund 200 Menschen im selben Zelt wie Sandhya und Sayan – allein 40 davon sind Kinder. Die Zustände, wie die Überfüllung, stellen eine Belastung für die Kinder und ihre Eltern dar – der starke Regen weicht den Boden von unten auf und dringt von oben durch Löcher im Dach des Zelts ein.

“Ich bin sehr um meine Kinder besorgt, denn unser Haus ist so stark beschädigt und sie selbst sind in einem Schockzustand – ich weiß nicht, was ich tun soll. Wir wissen auch noch gar nicht, wie lange wir hier ausharren müssen“, sagt Mutter Sabi und muss ich selbst zwingen, nicht die Hoffnung zu verlieren.

Haus - zerstört

Unterkünfte gehören derzeit zu den Sachen, die die Überlebenden des Nepal-Erdbebens am dringendsten benötigen, denn Häuser sind vielfach eingestürzt und können jederzeit durch die Folgebeben erneut beschädigt werden. Angst ist zum ständigen Begleiter der Menschen in den betroffenen Regionen des Landes geworden.

Bitte helfen Sie den Kindern und Familien in Nepal, die nun dringend warme Decken, Großzelte und Nahrung benötigen. Kindern wird in Speziellen Kinderschutz-Zentren geholfen:

https://www.worldvision.de/spenden-katastrophenhilfe-erdbeben-in-nepal-spenden-erdbeben-nepal.php

World Vision arbeitet bereits seit 1982 in Nepal und kann vor Ort auf die Erfahrung von 200 Mitarbeitern zurückgreifen. Nach der Katastrophe haben World Vision-Mitarbeit umgehend Hilfsmaßnahmen eingeleitet und Betroffene mit Schutzplanen und Decken versorgt. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Hilfe für Kinder. Viele Kinder sind durch das Erdbeben traumatisiert und benötigen ganz besonders Schutz und Hilfe. In speziellen Kinderschutz-Zentren werden sie betreut und können sich erholen.

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