G7 müssen Entwicklungsländer in Bezug auf Umweltkatastrophen stärker unterstützen

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Der G7-Gipfel hat heute zum Klimaschutz beraten und sich auf ein Zwei-Grad-Ziel festgelegt, verbunden mit dem Ausstieg aus fossilen Energien und erfreulicherweise auch die Bereitstellung von Geldern für den Klimafonds bekräftigt. Wir rufen im Interesse der ärmsten und am meisten in ihrer Existenz bedrohten Menschen dazu auf, solchen Bekenntnissen auch verbindliche Maßnahmen folgen zu lassen.

Kinder in den ärmsten Ländern der Welt dürfen nicht unter den Klimaverfehlungen der reichen Länder leiden

Die Zukunft unserer Kinder und nachfolgender Generationen hängt maßgeblich davon ab, wie wir es schaffen, auf die zunehmenden Umweltkatastrophen zu reagieren. Dürrekatastrophen im Wechsel mit Überflutungen, Hitzewellen wie gerade in Indien, einen Anstieg des Meeresspiegels, Stürme, die so heftig sind, dass sie ganze Landstriche dem Erdboden gleich machen, beobachten wir schon heute.

Als Kinderhilfsorganisation sorgt sich World Vision  über die weitreichenden Auswirkungen  der zunehmenden Wetterextreme. Gerade in den letzten Jahren mussten wir immer wieder schnell mit Nothilfemaßnahmen reagieren, um den Opfern dieser Katastrophen zu helfen, wie jüngst in Vanuatu oder auf den Philippinen oder bei der Hitzewelle in Indien. In ihrer Existenz am stärksten betroffen sind meistens die Ärmsten der Armen, Kinder und ihre Familien in den Entwicklungsländern. Humanitäre Hilfe, Wiederaufbau und die Katastrophenvorsorge erfordern enorme finanzielle Mittel und Anstrengungen.

Die an vielen Orten fortschreitende Zerstörung der Umwelt ist eine globale Bedrohung für die Gesundheit der Menschen im 21. Jahrhundert, ganz akut aber für das Leben und die Existenzgrundlagen der ärmsten Menschen der Welt.

Laut UNHCR verließen in den vergangenen acht Jahren bereits 140 Millionen Menschen ihr Heimatland, weil das Klima für sie unerträglich geworden war. Experten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2050 mit weiteren 200 Millionen Klimaflüchtlingen gerechnet werden muss. Wenn die Lebensbedingungen in der Heimat unerträglich werden, bleibt den Menschen nur die Flucht in Länder, in denen sie eine Zukunft für sich und ihre Kinder sehen. Der Klimawandel ist in vielen Teilen der Erde auch Ursache für Hunger und Armut, politische Instabilität und soziale Spannungen.

World Vision fordert die G7-Politiker heute auf,

– Projekte zu fördern, die die betroffenen Menschen in die Lage versetzen, die Umweltbedingungen in ihrer Lebensumgebung zu verbessern,

– mehr für Menschen zu tun, die unter den Klimafolgen und Katastrophen zu leiden haben,

– integrierte Projekte zu unterstützen, die sowohl das Thema Umwelt im Blick haben, als auch die Gesundheit und die Grundversorgung von Familien und ihren Kindern,

– schließlich auch dafür zu sorgen, dass ihre Versprechungen in Bezug auf den grünen Klimafonds gehalten werden. Die ärmsten Länder müssen bei Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden. Der Bevölkerung muss natürlich auch die Möglichkeit zur Mitbestimmung und Kontrolle der Umsetzung gegeben werden.

Was man etwa durch Zusammenarbeit mit Kleinbauern für das Klima und zugleich für Hunger-und Armutsbekämpfung erreichen kann, zeigt unser Video über Renaturierungsmaßnahmen in Südäthiopien

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