Gewinner der Umstellung auf Nachhaltigkeit

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Mit großen politischen Projekten wie den neuen globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung ist Dalim Khan nicht vertraut. Für die Menschen in seinem Dorf und die Bauern der Umgebung ist der Betreiber einer kleinen Öko-Farm im Süden von Bangladesch aber schon seit einiger Zeit ein Gewinner der Umstellung auf Nachhaltigkeit. Hunger ist für ihn und seine Familie Vergangenheit.


SDG2Ziel 2 der  2030-Agenda mit 17 globalen Zielen: “Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern”.  Bei den von World Vision geförderten Entwicklungsprojekten und in Familien wie dieser finden Sie die Bausteine wieder: Trainings für Bauern in nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährungsberatung für Familien gehen Hand in Hand.


 

Vor fünf Jahren schloss sich der Familienvater einer von World Vision gegründeten Bauern-Vereinigung an. Er besaß ein kleines Stück Land, das aber kaum Ertrag abwarf. Als Tagelöhner verdiente Dalim auch sehr wenig. Seine Familie lebte also in großer Armut. „Ich war an einem Tiefpunkt meines Lebens“, erinnert sich der 45jährige.

Im Distrikt Faridpur leben die meisten Familien von kleinbäuerlicher Landwirtschaft oder auch von Tagelöhner-Arbeiten, oft unter ausbeuterischen Bedingungen. Als World Vision dort ein Regionalentwicklungsprojekt startete, hatten viele Familien über Monate kaum etwas zu essen und fast die Hälfte aller Kinder war unterernährt. Um diesen Kindern rasch zu helfen und auch vorbeugend mit den Müttern zusammen zu arbeiten, richtete World Vision 15 Zentren für Ernährung ein.

s150242-1: Mother's Care

Es war aber offensichtlich, dass die ärmsten Familien Hilfen für eine nachhaltige Verbesserung ihrer Ernährungsgrundlage und ihres Einkommens brauchten. Bangladesch gehört nicht nur zu den ärmsten Weltregionen, sondern ist auch jetzt schon stark vom Klimawandel betroffen. Es ist oft heißer als früher, und Überschwemmungen nehmen zu.

Das Distrikt-Team von World Vision entwickelte für den lokalen Kontext passende Trainingsmodule für die Landwirtschaft und für das Kleingewerbe. So konnte Dalim Khan mit seiner Gruppe an Schulungen in organischem Gemüsanbau, in Hühner- und Rinderhaltung und in der Wurmkompostierung teilnehmen. Dalim machte sich nach den Schulungen gleich an die Arbeit: mit Unterstützung des Projektteams richtete er auf seinem Stück Land einen Gemüsegarten an und begann mit der Aufzucht von Hühnern und Kühen. Von World Vision bekam er anfangs als Starthilfe Gemüse-Saatgut, einige Werkzeuge, Kompostwürmer und auch eine Milchkuh.

s150379-1: Yielding to change

Dalim hat dank seiner Lernbereitschaft, Flexibilität und harter Arbeit von allen Bauern des Dorfes Alalpur die produktivste Öko-Farm.  Er verdient mit ihr mindestens 130 Euro im Monat, Tendenz steigend. „Die Nachfrage und die Preise für meine Gemüse sind gestiegen, weil ich pestizid-freies, organisch angebautes Gemüse  anbaue und die Leute inzwischen wissen, dass dies gesünder ist“, sagt Dalim. Umweltfreundliche Techniken zur Schädlingsbekämpfung und auch zur Anpassung an den Klimawandel hat er in einem nahe gelegenen Trainingszentrum kennen gelernt, das World Vision in Zusammenarbeit mit der Regierung für die Kleinbauern eingerichtet hat. Dort werden auch Vermarktungsstrategien besprochen.

Trainingscenter

Rund um sein Haus und sein Land hat Dalim inzwischen auch Obstbäume gepflanzt, die seiner Familie als weitere Nahrungsquelle und als Schutz gegen Umweltverschmutzung dienen. „Jetzt sind wir endlich eine glückliche und gesunde Familie, und ich bin ein unabhängiger Bauer“, sagt Dalim. Obwohl er selbst kaum lesen und schreiben kann, ist sein Rat von anderen Bauern gefragt und die Distrikt-Regierung hat ihm einen Preis verliehen, weil er andere dazu motiviert, ebenfalls organische Landwirtschaft zu betreiben.

s150379-1: Yielding to change

Dalims Frau Farida hat natürlich Anteil an diesem Erfolg. Sie hilft ihrem Mann beim Verkauf des Gemüses und kümmert sich mit um die Tiere, melkt auch die Kühe. „Jetzt bekommen meine Kinder was sie brauchen und sind gesund“, sagt sie. „Wir sind froh, dass wir sie mit unserem Verdienst zur Schule schicken und sogar etwas für die Zukunft sparen können.“

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Autorin des Originalbeitrags ist Richa Silvia Biswas von World Vision Bangladesch.

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