Zurück in die Schule: gute und schlechte Noten für Schulbildung weltweit

s150328-1: Two stories on Literacy Boost;  Regatu Haji and Addisu Fikadu

In Deutschland und in vielen anderen Ländern heißt es in diesen Wochen für viele Kinder und Jugendliche: Die Sommerferien sind vorbei – es ist Zeit, wieder zur Schule zu gehen! Bis zur nächsten Notenvergabe dauert es noch einige Monate. Zum Welttag der Alphabetisierung am 8. September stellt World Vision der globalen Schulbildung aber schon heute ein Zeugnis aus – und verteilt gute sowie schlechte Noten. Lernen Sie auch Addissu und seinen Leseclub kennen!

In Deutschland und in vielen anderen Ländern heißt es in diesen Wochen für viele Kinder und Jugendliche: Die Sommerferien sind vorbei – es ist Zeit, wieder zur Schule zu gehen! Bis zur nächsten Notenvergabe dauert es noch einige Monate. Zum Welttag der Alphabetisierung am 8. September stellt World Vision der globalen Schulbildung aber schon heute ein Zeugnis aus – und verteilt gute sowie schlechte Noten.

Gute Noten gibt es für Fortschritte beim allgemeinen Zugang zu Grundschulbildung und auch bei der Alphabetisierung junger Menschen.

  • 91 Prozent aller Kinder in Entwicklungsländern werden heute in Grundschulen eingeschrieben. Im Jahr 2000 waren es nur 83 Prozent.
  • Die Zahl der Kinder im Grundschulalter, die nicht zur Schule gehen, hat sich in den vergangenen 15 Jahren weltweit beinahe halbiert, von 100 Millionen Kinder auf 57 Millionen.
  • Der Alphabetisierungsgrad bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren stieg weltweit auf 91 Prozent.

Diese Fortschritte können wir feiern, wollen aber auch für die Kinder und künftigen Erwachsenen eintreten, die bisher zurückgelassen werden. Ärmere Länder der Welt stehen bei steigenden Schülerzahlen  vor großen Herausforderungen, um eine gute Qualität der Schulbildung anbieten zu können.  Das spiegelt sich unter anderem in den mangelhaften Lese- und Schreibfähigkeiten bei Grundschulkindern wider. Weltweit weisen 250 Millionen Kinder schlechte grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten auf, obwohl die Hälfte von ihnen mindestens vier Jahre Schulbildung absolviert hat. Ohne diese Fähigkeiten haben sie es viel schwerer, erfolgreich in der Schule zu sein, eigenständig weiter zu lernen und sich zu informieren.

Vor allem in ländlichen Regionen brechen nach wie vor viele Kinder auch vorzeitig ihre Schulausbildung ab, weil die Lernbedingungen zu schlecht oder die Entfernungen zu weiterführenden Schulen zu groß sind. Standards der Bildungspolitik werden daher oft gar nicht erfüllt. In einigen Ländern beobachten wir auch, dass heute sogar mehr Kinder die Schulausbildung abbrechen als noch vor einigen Jahren, sogar in Asien.  Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen und geringer sozialer Sicherheit – zum Beispiel Kinder von Kleinbauern und Tagelöhnern – trifft es am häufigsten. Das ist keine Überraschung, aber ein Gerechtigkeitsproblem.  In all diesen Punkten müssen wir der Weltgemeinschaft schlechte Noten ausstellen.

Was ist zu tun?

“Wir müssen sicherstellen, dass Kinder nicht nur zur Schule gehen, sondern dort auch eine gute Bildung erhalten. Regierungen, Kommunen, Lehrer und Eltern müssen zusammenarbeiten, um eine lernfördernde Kultur innerhalb, aber auch außerhalb der Schulumgebung zu schaffen. Dafür muss in die Ausbildung der Lehrer investiert werden. Auch für die Leseförderung außerhalb des Unterrichts muss gesorgt werden”, fordert Linda Hiebert, Bildungsreferentin bei World Vision.

Gute Bildung ist Eckpfeiler für nachhaltige Entwicklung

SDG4Dieses Jahr haben wir die besondere Chance, dieses Thema auf die Entwicklungsagenda zu setzen, denn in Kürze verabschieden die Vereinten Nationen neue globale Entwicklungsziele, die die Milleniumsentwicklungsziele ablösen. In dem bisherigen Entwurf bezieht sich Ziel 4 darauf:  “inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern”.

Die neuen Entwicklungsziele sollen nach dem Prinzip umgesetzt werden, dass kein Mensch und kein Land zurückgelassen werden soll und dass jeder Mitverantwortung trägt, um die Vision zu erreichen. “Hochwertige Bildung ist wichtig für jeden einzelnen und auch für Gesellschaft – sie verbessert die Gesundheit, Beschäftigungsmöglichkeiten und die demokratische Teilhabe, aber auch die soziale Stabilität in einem Land”, so Hiebert.

Welchen Beitrag leistet World Vision?

World Vision setzt sich weltweit dafür ein, dass Kinder und Jugendliche eine gute Schulbildung und weitere Lernchancen erhalten. Lehrer bekommen Trainings darin, wie sie den Unterricht effektiver und spannender gestalten können. Freiwillige werden in Nachmittagsbetreuung geschult und Eltern werden dazu befähigt, ihre Kinder zuhause beim Lernen zu unterstützen. Hierfür werden auch gemeinsam mit Schülern und Eltern Lernmaterialien gestaltet, die auf die lokalen Traditionen, Erfahrungen, Werte und Sprachen abgestimmt sind.

In Kambodscha setzen Schulen in Tbeng Meanchey mit Unterstützung von World Vision und einer Fachorganisation für Bildung inzwischen erfolgreich solche für Kinder attraktiven Lese-Materialien ein.

In Kambodscha setzen Schulen in Tbeng Meanchey mit Unterstützung von World Vision und einer Fachorganisation für Bildung inzwischen erfolgreich solche für Kinder attraktiven Lese-Materialien ein.

“Bildung setzt schon in den ersten Lebensjahren viele menschliche Potentiale frei und kann mit entsprechender Förderung zum Eckstein für nachhaltige Entwicklung werden”, betont Linda Hiebert. World Vision fördert daher gezielt eine frühe Alphabetisierung von Mädchen und Jungen, in bisher 11 Ländern mit der “Initiative Lesen”.  Unser Video gibt Ihnen einen Einblick in diese Arbeit und ihre Wirkungen.

 

In Äthiopien, wo zurzeit das größte “Literacy Boost”-Programm umgesetzt wird, üben schon fast 750.000 Kinder in Leseclubs nach der Schule das Lesen. Sie werden dabei angeleitet durch über 9.000 ehrenamtliche Lesepaten aus der Bevölkerung.  Die Leseclubs fördern durch Geschichten, Spiele und andere kreative Aktivitäten zum einen die Lernlust der Kinder und verfestigen außerdem die in der Schule erworbenen Kenntnisse.

Der 10jährige Addisu, der die 3. Klasse einer Schule im Tullo-Distrikt besucht, geht seit Januar 2014 in einen Leseclub. Anfangs konnte er nur wenige Worte lesen und war nicht besonders interessiert an der Schule, aber jetzt geht er regelmäßig zu den Treffen und ermutigt auch seine Geschwister dorthin zu gehen.

Die Veränderungen in Addisus Umfeld sind beeindruckend. Vor dem Start des Programms konnten nur 3 Prozent der Grundschüler mit gutem Textverständnis lesen. Schon nach einem Jahr Leseförderung erreichten die Schüler in jedem Lesetest bedeutend bessere Ergebnisse als Schüler, die nicht durch das Programm gefördert wurden. Und auch in den Familien wird mehr dafür getan, dass die Kinder erfolgreich lernen.

Schenken Sie Kindern Freude am Lernen:
durch eine Projektspende für bessere Lernbedingungen an Grundschulen in Burundi

oder – mit der Möglichkeit zu persönlichem Kontakt – durch eine Kinderpatenschaft

 

 

 

 

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