Waldbrände in Indonesien bedrohen die Gesundheit von Kindern

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In Indonesien spielt sich derzeit die landesweit größte Naturkatastrophe der jüngeren Vergangenheit ab. Mehr als 43 Millionen Menschen sind von ihr betroffen, mehr als eine halbe Million davon hat schwere körperliche Schäden davongetragen. In sechs Regionen Indonesiens wurde der Notstand ausgerufen, Schulen bleiben geschlossen, Menschen fliehen, das öffentliche Leben steht still.

Doch diese Naturkatastrophe ist anders als ein Erdbeben oder ein Tsunami. Sie ist eine von Menschen verursachte Katastrophe. In Indonesien, dem weltweit größten Palmöllieferant, werden Jahr für Jahr große Waldflächen durch Brände gerodet, um Platz für immer größere Palmölplantagen zu schaffen. Die lokalen Produzenten, die im Auftrag internationaler Lebensmittelkonzerne oder der Agrarspritindustrie arbeiten, legen oft illegal Feuer. Die Brände breiten sich, begünstigt durch den leicht entflammbaren Torfboden, sowohl über- als auch unterirdisch aus.

Die Auswirkungen der Brände werden dieses Jahr durch das Wetterphänomen El Niño, das für Dürren und eine verspätete Regenzeit sorgt, noch verstärkt. So brennt in Indonesien bereits Wald auf einer Fläche von 200.000 Hektar. Die Rauchentwicklung gefährdet jedoch die Gesundheit von über 43 Millionen Menschen weit über die Grenzen der Waldbrände hinaus. Mittlerweile haben die Rauchwolken bereits das angrenzende Singapur sowie die südlichen Philippinen erreicht.

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Auch unsere World Vision Projekte vor Ort sind von Bränden und Rauchentwicklung betroffen. In den 13 betroffenen regionalen Entwicklungsprojekten leben mehr als 21.000 Patenkinder. Die Rauchschwaden und vor allem der hohe Feinstaubgehalt der Luft beeinträchtigen die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern. Schon jetzt sind 16.000 Kinder in den World Vision Projektgebieten direkt gesundheitlich durch die Umweltkatastrophe gefährdet.

World Vision hat in den betroffenen Gebieten bereits mit der Verteilung von mehr als 18.000 Atemschutzmasken auf das Problem reagiert. Zudem informieren wir die Bevölkerung über Möglichkeiten, sich vor dem Rauch zu schützen und weitere Ausbrüche von Bränden zu vermeiden. Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe kümmern wir uns nicht nur um die uns anvertrauten Kinder, sondern beziehen die gesamte Bevölkerung in unsere Maßnahmen mit ein.

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Die verheerenden Brände werden auch in Zukunft das Land in Atem halten. Damit es in der bevorstehenden Regenzeit durch die Zerstörung von Vegetation nicht zu Überflutungen und Erdrutschen kommt, muss schon jetzt in die Katastrophenvorsorge investiert werden. Darüber hinaus gilt es auch, die Ursachen der Waldbrände in den Griff zu bekommen. In Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, lokalen Behörden und der Bevölkerung setzt sich World Vision seit Langem in Indonesien dafür ein, Brandrodung und nicht nachhaltigen Anbau von Palmöl einzudämmen und eine langfristige, nachhaltige Wirtschaftsgrundlage für die Menschen vor Ort zu schaffen.

Wir unterstützen lokale Erzeugergemeinschaften und helfen Bauern mithilfe von Mikrokrediten, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben. Die beste Investition in die Zukunft bleibt jedoch die Arbeit mit Kindern. Wir engagieren uns in Indonesien stark für Bildung und Kinderrechte, sodass aus den Kindern von heute mündige Bürger von morgen werden, die sich mutig dafür einzusetzen, dass von Menschen geschaffene Naturkatastrophen in Zukunft verhindert werden können.

Helfen Sie uns jetzt, Kindern in Indonesien eine Zukunft zu geben und werden Sie Pate!

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