World Vision verstärkt humanitären Einsatz in Syrien

In einem Flüchtlingslager im Libanon hört die 10jährige Narjes, hier mit ihrem Bruder Ahmed auf dem Arm, heute von der Ankündigung einer Feuerpause, die die Neuaufnahme von Friedensverhandlungen ermöglichen soll. Sie sagt: "Wenn es wirklich zu einem Waffenstillstand kommt, möchte ich zurück nach Syrien. Wenn ich zurück könnte, wäre ich glücklich. Ich würde mit meinen Cousins spielen und zur Schule gehen". Foto: Jon Warren / World Vision

Eine Waffenruhe in Syrien? In einem Flüchtlingslager im Libanon hört die 10jährige Narjes, hier mit ihrem Bruder Ahmed auf dem Arm, heute von der Ankündigung, die die Neuaufnahme von Friedensverhandlungen ermöglichen soll. Sie sagt:

Angesichts der Luftangriffe und Kämpfe in Nord-Syrien verstärkt World Vision dort die Hilfseinsätze, vor allem in den Regionen um Asas und Aleppo sowie im syrisch-türkischen Grenzgebiet.

Dort suchen nach den heftigen Kämpfen zehntausende Menschen Schutz, unter ihnen auch viele Kinder. Die Gemeinden sind mit der Versorgung der Flüchtlinge völlig überfordert. „Jedes Haus im Umkreis von Asas beherbergt inzwischen mehrere Familien und auch Moscheen und Schulen sind als Sammelunterkünfte belegt, so dass viele Neuankömmlinge jetzt auf Straßen und unter Bäumen kampieren“, berichtet Angela Huddleston, die die Nothilfe in Nord-Syrien leitet. Die Helfer sähen viele Kinder mit Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. „Es werden ganz dringend mehr Notunterkünfte, aber auch Lebensmittel und Wasser, Hygieneartikel und warme Sachen gebraucht.“

In der Provinz Aleppo versorgt ein BMZ-gefördertes Hilfsprojekt aktuell 960 neu vertriebene Familien mit Hygiene-Paketen. In die Stadt Aleppo, die weiter stark unter Beschuss steht, konnte die Hilfsorganisation gerade noch eine Lieferung mit  Hilfsgütern bringen, aber auch für die lokalen Partner ist die Arbeit sehr gefährlich und der Versorgungsweg in den Norden aktuell abgeschnitten.

Auch im syrisch-türkischen Grenzgebiet werden Helfer Zeuge dramatischer Notlagen. „Drei Frauen haben in überfüllten Zelten ihre Kinder zur Welt gebracht und andere Mütter schlafen mit Neugeborenen auf nacktem Boden“, so Huddleston. „Wir besorgen und verteilen momentan Heizöfen für rund 1.000 Familien, sowie Hygieneartikel und Babyausstattung, um die Situation zu verbessern.“ Gemeinsam mit Partnern verbessert World Vision außerdem die Wasserversorgung und hat in Kooperation mit einem Krankenhaus Medikamente geliefert. Sollte die Türkei die Grenze für mehr syrische Flüchtlinge öffnen, kann das Team ebenfalls Hilfe leisten. World Vision Deutschland unterstützt in Sanliurfa nahe der Grenze zu Syrien bereits Integrationshilfen für Kinder, Jugendliche und Familien.

Unterstützen Sie unsere Arbeit vor Ort! Hier können Sie helfen: https://www.worldvision.de/spenden-katastrophenhilfe-hilfe-fuer-fluechtlinge-spendenformular-fluechtlinge.php


Kommentar zu aktuellen Verlautbarungen der Syrien-Kontaktgruppe #MSC2016

Conny Lenneberg“Die heute in München verkündete Vereinbarung, humanitäre Hilfslieferungen nach Syrien auszuweiten, ist nur ein halber Schritt in die richtige Richtung. Den Worten müssen Taten folgen, damit Kindern und Familien in verzweifelter Notlage wirklich geholfen ist, vor allem den Menschen in belagerten und bisher kaum zugänglichen Gebieten”, sagt Conny Lenneberg, Regionaldirektorin von World Vision für den Nahen Osten @WVMEERO

“Alle Bemühungen in dieser Richtung sollten koordiniert werden mit Hilfsorganisationen, die bereits in Syrien tätig sind. World Vision hilft als eine dieser Organisationen dort und in den Nachbarländern den unter dem Krieg leidenden Menschen durch Essenslieferungen, sauberes Wasser, Gesundheitsdienst und Zugang zu Bildung.”

 

 

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